Großbaustelle am Flusslauf bis Juni 2019:
Die Stever wird „erlebbar“

Senden -

Mit einem Kostenaufwand von 4,26 Millionen Euro wird die Stever vom Schloss bis nach Bredenbeck renaturiert. Der Fluss soll für die Menschen erlebbar werden. Ferner dienen die Maßnahmen dem Hochwasserschutz.

Freitag, 17.02.2017, 15:02 Uhr

Das Bett der Stever wird in diesem Bereich verbreitert. Dazu wird ein Teil der Böschung abgetragen. Die Bäume zwischen der Stever und dem Geh- und Radweg müssen abgeholzt werden.
Das Bett der Stever wird in diesem Bereich verbreitert. Dazu wird ein Teil der Böschung abgetragen. Die Bäume zwischen der Stever und dem Geh- und Radweg müssen abgeholzt werden. Foto: sff

Eine der größten Baustellen, die Senden je gesehen hat, entsteht im Sommer. Denn für die „Renaturierung der Stever “ wird auf einer 3,5 Kilometer langen Strecke zwischen Schloss und Bauerschaft Bredenbeck zwei Jahre lang gebaggert und gebuddelt. Dabei werden zig Tausend Kubikmeter Erdreich bewegt. Darüber hinaus erfasst das Regionale-2016-Projekte „WasserWege – Stever“ Abschnitte des Dümmers und des Wortbaches. Die Kosten , die zu 80 Prozent vom Land gefördert werden, belaufen sich auf rund 4,26 Millionen Euro. Angekoppelt ist ein Landschaftspflegerischer Begleitplan. Projektleiter Erwin Oberhaus stellte die einzelnen Maßnahmen und deren zeitlichen Verlauf am Donnerstagabend im Umweltausschuss vor.

Das Mammutvorhaben dient nicht allein der Renaturierung, also der Wiederherstellung des naturnahen Lebensraumes des Flusses. „An der Stever werden Erlebnisräume für die Menschen geschaffen. Durch die Ausweitung des Flussprofils an mehreren Stellen sowie die Vergrößerung des Rückhaltevolumens wird der Hochwasserschutz verbessert. Und wir erfüllen die Forderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinien“, machte Oberhaus im WN-Gespräch die Tragweite des Projektes deutlich. Vorab sei er mit einem „ganzen Bollerwagen voller Akten“ bei der Genehmigungsbehörde gewesen.

In Bredenbeck werden die drei vorhandenen Querbauwerke zurückgebaut, so dass dort „keine Barriere für Fische mehr besteht“, erläuterte der Projektleiter. Dazu werden auch die Stahlklappen aus den Wehren bei Schulze-Bremer und am Schloss entfernt.

Im Bereich des Hagenkamps wird es reichlich Arbeit für den Bagger geben. Denn dort wird das Flussbett entschlammt. Auf dem tiefer als das Wohngebiet liegenden Gelände wird eine Sekundäraue gestaltet, die bei Hochwasser überschwemmt wird und danach wieder trocken fällt. Der Bodenaushub soll hinter dem Wohngebiet auf den vorhanden Wegen und dann weiter über die L 844 abtransportiert werden, erläuterte Oberhaus auf WN-Nachfrage.

Auf besondere Weise erlebbar soll die Stever hinter dem Wohnheim der Lebenshilfe werden. Dort wird die Böschung abgetragen, so dass das Flussbett verbreitert wird. Eine abgesenkte Aufenthaltsfläche mit Bänke lädt zum Verweilen ein. Dieses Plateau kann sowohl über eine Treppe als auch über eine barrierefreie Rampe erreicht werden. „Damit das Flussprofil ausgeweitet werden kann, müssen wir dort einige Bäume fällen, die allerdings durch Neuanpflanzungen ersetzt werden“, berichtet der Vertreter der Sendener Bauverwaltung. Ursprünglich sollte in dem Bereich ein künstlicher Seitenarm der Stever angelegt werden (WN berichteten). Neu in die Planung aufgenommen wurde der Bau eines Regenwasserkanals, der die Entwässerung der Vogelsiedlung verbessern soll.

An der Einmündung des Fußweges vom Gemeindezentrum soll ein abgesenkter Aufenthaltsbereich (grau) mit Bänken (rot) entstehen. Er ist durch eine Rampe aus Richtung Lebenshilfe sowie durch ein Treppe zugänglich. Der parallel zur Stever verlaufende Rad- und Fußweg wird in diesem Bereich hinter die Baumreihe verlegt.

An der Einmündung des Fußweges vom Gemeindezentrum soll ein abgesenkter Aufenthaltsbereich (grau) mit Bänken (rot) entstehen. Er ist durch eine Rampe aus Richtung Lebenshilfe sowie durch ein Treppe zugänglich. Der parallel zur Stever verlaufende Rad- und Fußweg wird in diesem Bereich hinter die Baumreihe verlegt.

Unverändert bleibt das folgende Teilstück der Stever bis zur Einmündung des Wortbaches. Von dort bis zum Schloss soll das Profil der Stever ebenfalls aufgeweitet werden, so dass auch dort der Hochwasserschutz optimiert wird.

„An den Teiche“ auf Höhe des Sportparks wollen wir Stützbauwerke errichten, durch die ein Mindestwasserstand gehalten wird. Dadurch bleibt auch der Wasserstand in der Gräfte des Schlosses erhalten“, berichtete der Projektleiter.

Das Projekt „Renaturierung der Stever“ schließt auch Teile des Dümmers und des Wortbaches ein.

► Das Profil des Dümmers soll vom Zulauf in die Stever bis zur Brücke „Droste-Gärten“ in Richtung Wiese aufgeweitet werden. Ziel ist es, den Hochwasserschutz zu verbessern. Eine entsprechende Maßnahme ist im Bereich des Gymnasiums vorgesehen. Dort bleiben die Eichen erhalten. Der vorhandene Weg wird hinter die Baumreihe verlegt.

► Am Wortbach werden die beiden Stauwehre entfernt, so dass auch dort das Gewässer durchlässig wird.

Bauablauf schrittweise bis Juni 2019

► Im Juli/August 2017 soll mit der Stützung der Teiche, den Maßnahmen im Bereich des Lebenshilfe-Wohnheims und der Verlegung des Regenwasserkanals für die Vogelsiedlung begonnen werden. Geplanter Abschluss: März 2018.

► Im Oktober sollen die Teiche entschlammt werden. Ferner solldas obere Querbauwerk am Wortbach zurückgebaut und ebenfalls entschlammt werden. Geplanter Abschluss ist ebenfalls im März 2018.

► Von April bis August 2018 folgt der Rückbau der Querbauwerke oberhalb der Stauanlage Schulze-Bremer.

► Im Bürgerpark wird ab Juli/August 2018 gebuddelt und gebaggert.

► Ab Oktober 2018 wird an den Mündungen des Wortbaches und des Dümmers sowie an der Stauanlage am Schloss gearbeitet.

► Bis Juni 2019 soll das Projekt „Renaturierung der Stever abgeschlossen werden.

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