Feuer in Bäckerei
Polizei sucht weiter nach Brandstifter

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Eine Polizeimeldung führte in die Irre: Gegen den 16-Jährigen, der am Montag bei Geiping auf frischer Tat ertappt wurde, läuft kein Ermittlungsverfahren. Im Gegenteil, der Jugendliche gab falsche Personalien an und suchte das Weite.

Dienstag, 07.03.2017, 16:03 Uhr

Feuer in Bäckerei : Polizei sucht weiter nach Brandstifter
Nach dem Brand vom 24. Februar kam es bei Geiping zu weiteren Feuer-Vorfällen. Foto: di

Ein 16-Jähriger wurde am Montag beim Zündeln in der Bäckerei Geiping ertappt und muss nun Kripobeamten Rede und Antwort stehen, die davon ausgehen, dass der Jugendliche auch am 24. Februar an mehreren Stellen im Herren-WC Feuer gelegt hatte.

So dürften die meisten Sendener die am Montag von der Polizei selbst verfasste Pressemitteilung verstanden haben. Auch auf persönliche Nachfragen der WN erfolgten keine Ergänzungen, die den Tenor verändert hätten. Doch diese Nachricht führt in die Irre, wie erneute Recherchen der Lokalredaktion ergaben. Denn der Polizei ging kein junger Mann ins Netz. Und von einem Tatverdächtigen für wiederholte Brandstiftung kann erst recht noch keine Rede sein.

Denn der Schüler, der am Montag von der Filialleiterin der Bäckerei erwischt wurde, hat einen falschen Namen angeben. Und als die alarmierte Polizei in dem Ladenlokal eintraf, hatte der zirka 16-Jährige schon das Weite gesucht.

Box für Papiertücher in Flammen

Zuvor war er am Montag gegen 7.30 Uhr in der Herren-Toilette erwischt worden. Die Leiterin der Filiale, in der sich auch wenige Tage zuvor (und zusätzlich zu dem Brand vom 24. Februar) ein Feuer-Vorfall ereignet hatte, war dem Jugendlichen ins Obergeschoss gefolgt. Dort habe eine Box für Papiertücher in Flammen gestanden, lauten Schilderungen. Der Schüler habe aber die Flammen selbst gelöscht, als er jemanden auf der Treppe hörte.

Gegenüber der Filialleitung, die sensibilisiert und offenbar mit dem richtigen Instinkt ausgestattet war, soll der Jugendliche abgestritten haben, etwas mit der ersten Brandstiftung zu tun zu haben, lauten Angaben der Polizei. Ob diese stichhaltig sind, steht dahin.

Dreiste Lüge bringt Gleichaltrigen in Bedrängnis

Sicher ist, dass der Papier-Zündler vom Montag die Nerven besessen hat, der Filialleitung falsche Personalien zu nennen, bevor er die Bäckerei wohl in Richtung einer Sendener Schule verlassen hat.

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Seine dreiste Lüge wurde einem in etwa Gleichaltrigen in Senden zum Verhängnis. Denn die Polizei vertraute auf die Angaben, die zum Teil ein stimmiges Bild gaben, teils abwichen, und luden einen Jugendlichen mit dem genannten Nachnamen vor. Der junge Sendener geriet so unter Verdacht und in ein Ermittlungsverfahren, obwohl er sich nichts zu schulden kommen lassen hatte.

Der oder die Brandstifter, die ihr Mütchen kühlen wollten und dafür in Kauf nahmen, dass Menschen oder fremdes Eigentum zu Schaden kommen, sind bisher nicht zur Verantwortung gezogen worden.

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