Umfangreiche Baumaßnahmen im Ortskern:
Stever wird in breites Bett gelegt

Senden -

Hunderte Tonnen Erde werden im Sommer an der Stever bewegt. Im Rahmen des Regionale-Projektes „Wasserwege Stever“ soll der Fluss hinter dem Lebenshilfe-Wohnheim auf einer Strecke von 300 Metern naturnah gestaltet werden.

Mittwoch, 19.04.2017, 16:04 Uhr

Projektleiter Erwin Oberhaus zeigt auf dem Plan für die Stever-Renaturierung den Ruhebereich, auf dem der Fluss „naturnah erlebt“ werden kann.
Projektleiter Erwin Oberhaus zeigt auf dem Plan für die Stever-Renaturierung den Ruhebereich, auf dem der Fluss „naturnah erlebt“ werden kann. Foto: sff

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Im Bereich des Lebenshilfe-Wohnheims sind es 17 gefällte Bäume und Strauchgruppen, die am Geh- und Radweg den „Schatten“ für den ersten Bauabschnitt der umfangreichen Stever-Renaturierung „vorauswerfen“. Dieses Vorhaben ist Teil des Regional-Projektes „ Wasserwege Stever “.

Bis zum Herbst soll ein etwa 300 Meter langer Uferbereich der Stever naturnah gestaltet und für die Sendener „erlebbar“ gemacht werden. Das Gebiet, in dem zig Hundert Kubikmeter Erde bewegt werden müssen, beginnt etwa 100 Meter unterhalb des Staus Schulze-Bremer und erstreckt sich bis zur Einmündung des Gehweges vom Pfarrbüro der evangelischen Kirchengemeinde.

Gleichzeitig mit der Renaturierung soll der Hauptkanal, der das Regenwasser von der Vogelsiedlung in die Stever leitet, optimiert werden. Der alte Abfluss hat einen Durchmesser von lediglich 40 Zentimetern. Er soll durch einen neuen Kanal auf 80 Zentimeter ausgeweitet werden.

„Die Ausschreibung der Arbeiten läuft, so dass wir voraussichtlich zu Beginn der Sommerferien anfangen können“, berichtet Projektleiter Erwin Oberhaus auf WN-Anfrage. Damit Bagger und Lastwagen die Baustelle erreichen können, werde eine provisorische Straße angelegt, die vom Kreisverkehr am Busbahnhof abzweigt und später wieder zurückgebaut werde.

Besagte Bäume und Sträucher mussten entfernt werden, weil dort die Böschung abgetragen und Richtung Wohnheim verlegt wird. „Die Stever bleibt in ihrem Bett, kann sich aber bei hohen Wasserständen von zurzeit etwa sieben Meter breite auf circa 15 Meter ausweiten“, erläutert Oberhaus.

In Verlängerung des Gehweges vom Pfarrbüro ist ein Treppen geplant, die auf einen ausgebauten Ruhebereich mit Sitzbänken am Steverufer führt. Aus Richtung des Staus Schulze Bremer ist dieses Plateau zum „Erleben der Stever“ für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen über eine Rampe barrierefrei erreichbar. Es werde geprüft, sagt Oberhaus, ob der Bereich offen bleibt, oder ob aus Sicherheitsgründen ein Geländer zur Fluss-Seite angebracht werden muss.

Bedingt durch die Aufweitung des Böschungsbereiches wird der parallel zur Stever verlaufende Geh- und Radweg um zwölf bis 15 Meter in Richtung Lebenshilfe verschoben. „Als Ausgleich für die gefällten Bäume werden dort Halbstämme gepflanzt“, sagt der Projektleiter.

Auch unweit von Schloss Senden wird in den Sommerferien im Rahmen des Regional-Projektes „Wasserwege Stever“ gebuddelt: An den Teichen hinter der Streuobstwiese sollen Stützbauwerke errichtet werden. Die Gewässer dienen als Rückhaltebecken und helfen, den Wasserstand an der Schloss-Gräfte konstant zu halten.

Verkehrsbehinderungen im Sendener Ortskern

In den Sommerferien dürfte im Ortskern mit deutlichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen sein – nicht allein durch die Baustellenzufahrt für die Stever-Renaturierung am Kreisel vor dem Busbahnhof. Darüber hinaus möchte der Kreis Coesfeld die Bulderner Straße sanieren und den Kreisverkehr am Kalverkamp erneuern (WN berichteten). Dazu werden vorübergehende Voll- und Teilsperrungen einzelner Bereiche notwendig.

Ferner bestehen bei der Gelsenwasser AG Pläne zur Sanierung der Leitungen an der Münsterstraße vom Kriegerdenkmal bis zum Spitalweg. sff

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