Haus Palz als Bürgerhaus
Den Dornröschenschlaf beenden

Senden -

Das älteste Gebäude in Sendens Ortskern, Haus Palz, soll mit neuem Leben erfüllt werden. Die Gemeinde hat, mit politischem Rückhalt, einen Förderantrag gestellt.

Sonntag, 07.05.2017, 13:54 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 05.05.2017, 18:43 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 07.05.2017, 13:54 Uhr
Das älteste Gebäude in Sendens Ortskern liegt zentral und auf dem Korridor zwischen Kanal, Kirche und Ortskern.
Das älteste Gebäude in Sendens Ortskern liegt zentral und auf dem Korridor zwischen Kanal, Kirche und Ortskern. Foto: sff/di

Beste Lage, symbolträchtige Vergangenheit und üppiges Platzangebot: Seit Jahren werden Pläne geschmiedet, Haus Palz in ein Haus für die Allgemeinheit umzuwandeln. Eine Chance, die Vision Wirklichkeit werden zu lassen, bietet sich durch das Investitionspaket „Soziale Integration im Quartier 2017“, von dessen Kuchen die Gemeinde (wie berichtet) ein ordentliches Stück abbeißen möchte. Ein entsprechender Förderantrag wurde in dieser Woche eingereicht.

Susanne Espenhahn , die die Arbeitsfelder Demographiefolgen-Steuerung und Förderung des Ehrenamtes koordiniert, steckte den dicken Ordner nicht ins Kuvert und den Briefkasten, sondern gab das schwere Dossier persönlich bei der Bezirksregierung ab. Immerhin, die Sachbearbeiterin in der Behörde am Domplatz bescheinigte der Gemeinde Senden, für ihre Bewerbung umfassend und pingelig gearbeitet zu haben, schildert Espenhahn die Begegnung mit der Bezirksregierung. Wann dort die Würfel fallen, ist noch offen. Bürgermeister Sebastian Täger erwartet, dass vor der Bundestagswahl im September Entscheidungen getroffen werden.

Die Förderbestimmungen passen sehr genau auf unser Nutzungskonzept.

Susanne Espenhahn

Mitte Januar erst war die Fördermöglichkeit publik geworden. Susanne Espenhahn, Philipp Fister und Ewald Schulte von der Gemeindeverwaltung blieb wenig Zeit, an der „Mappe“ zu feilen. Einige sehr aktive Wochen liegen hinter ihnen, die als Projektteam zusammen mit Architekt Eckhard Scholz, Fachplanern und tatkräftiger Unterstützung des Heimatvereines Senden das Haus Palz untersucht und an einem Raum- und Nutzungskonzept gearbeitet haben.

Ein Votum, das Vorhaben zu unterstützen, fällte auch der Haupt- und Finanzausschuss in einer Sondersitzung am vorigen Montag. Einstimmig plädierten die Politiker den Antrag auf Fördermittel aus dem Investitionspaket zu stellen, das Bund und Land mit 55 Millionen Euro für das Land NRW bestücken. Wer den Zuschlag bekommt, ergattert eine mit 90 Prozent selten hohe Zuschussquote.

Haus Palz als Haus der Begegnung

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  • In das Denkmal soll neues Leben einziehen: Haus soll zum Haus der Begegnung umgestaltet werden. Foto: di
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  • In das Denkmal soll neues Leben einziehen: Haus soll zum Haus der Begegnung umgestaltet werden. Foto: sff
  • In das Denkmal soll neues Leben einziehen: Haus soll zum Haus der Begegnung umgestaltet werden. Foto: di
  • In das Denkmal soll neues Leben einziehen: Haus soll zum Haus der Begegnung umgestaltet werden. Foto: di

Allerdings sieht der belastbar ermittelte Kostenplan auch ein Volumen von 2,12 Millionen Euro für das Herrichten des Gebäudes vor, wobei alle Belange von Denkmalschutz und Barrierefreiheit bis Brandschutz berücksichtigt wurden. Hinzu käme der Kaufpreis für die Liegenschaft, den die Gemeinde tragen müsste. Im Gegenzug stünden nach langer Bauzeit (das Bauamt geht von zweieinhalb Jahren aus) 560 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. In bester Lage, aber im Dornröschenschlaf .

Ältestes Gebäude im Herzen Sendens

► Das Fachwerkhaus stammt aus dem Jahr 1572 und ist an dem an historischen Gebäuden grundsätzlich armen Ortskern das mit Abstand älteste Gebäude überhaupt.► Nach einer Brandkatastrophe am 11. April 1587 wurde es wieder errichtet und diente lange Jahre als „Gilde- und Bruderschaftshaus“. Es stand für Begegnung und freundschaftliche Gesinnung.

► Von 1807 bis 1813, während der napoleonischen Besatzung, fungierte das Gebäude als Zollstation für die Grenzabfertigung.

► Im Jahr 1859 hat die Familie Palz das Eigentum an dem Haus erworben, das am 25. März 1992 in die Denkmalliste eingetragen wurde. Seit 2005 steht das Gebäude leer.

► Als Nutzer kommen in Betracht: Heimatverein (der als Betreibermodell eine Stiftung gründen will), „EhrenWert“, Flüchtlingshilfe, Bürgerbusverein, Lebenshilfe und Musikschule.

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