Inklusionsbeirat
Lobby braucht mehr Mitstreiter

Senden -

Die volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Senden ist das erklärte Ziel des Inklusionsbeirates, der 2010 gegründet wurde. Die Aufgabe bleibt bestehen, doch in der Lobby selbst ist nur noch ein „harter Kern“ tätig. Deshalb werden jetzt neue Mitstreiter gesucht.

Montag, 29.05.2017, 18:05 Uhr

Barrierefreiheit ist für den Inklusionsbeirat auch im Straßenverkehr ein Thema.
Barrierefreiheit ist für den Inklusionsbeirat auch im Straßenverkehr ein Thema. Foto: sff

Der Zebrastreifen an der Münsterstraße hilft den Schülern jeden Morgen, sicher vom Pättken am Dümmer zum Bürgerpark mit den Schulen zu gelangen. Was der jungen Generation auf flotten Rädern nicht auffällt: Der Überweg birgt Tücken. Oft genug kämpfen ältere Frauen, die einen Rollstuhl schieben, damit, den Bürgersteig zu erreichen. Die Bordsteinkante ist zwar abgesenkt, aber immer noch eine Barriere. Barrierefreiheit hat sich der Inklusionsbeirat auf die Fahnen geschrieben. Doch nun braucht auch er Hilfe.

Es gibt Verbesserungsbedarf.

Stefanie Schwarz, Mitglied im Inklusionsbeirat, möchte, dass die Kräfte neu sortiert werden

Als rund 20-köpfiges Gremium ist er 2010 gestartet. Der Name lautete Behindertenbeirat, doch die Aufgabe war dieselbe: Dazu beitragen, dass Menschen mit Handicap die volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erlangen. „Seitdem konnte viel bewegt werden für Menschen mit Beeinträchtigungen in Senden“, lautet das Fazit von Holger Bothur , Fachbereichsleiter Soziales und Bürgerservice, und Stefanie Schwarz , langjähriges Mitglied des Gremiums.

Christine Kemper-Marschall zog sich als erste Vorsitzende zurück.

Christine Kemper-Marschall zog sich als erste Vorsitzende zurück. Foto: sff

Das besteht inzwischen nur noch aus einem „harten Kern“ von sieben Mitgliedern. Der Posten der ersten Vorsitzenden ruht, seit die bis dato Inklusionsbeauftragte Christine Kemper-Marschall im vorigen Sommer ihr Amt aus beruflichen Gründen niedergelegt hat, aber weiterhin ihr Engagement als ordentliches Mitglied einbringt. Franz Falke, zweiter Vorsitzender des Inklusionsbeirates, übernimmt es häufig, in politischen Sitzungen die Belange der Menschen mit Einschränkungen in die Debatte einfließen zu lassen und als Scharnier zwischen Beirat auf der einen sowie Politik und Verwaltung auf der anderen Seite zu fungieren.

Jetzt soll die „Lobby“ für die volle Teilhabe am Leben in Senden sich neu orientieren und aufstellen.

Strukturen auf den Prüfstand

Dazu gehört, dass die interne Struktur und Arbeit auf den Prüfstand kommt. So regt Schwarz beispielsweise an, dass das Gremium Fachgruppen für einzelne Themen bilden könnte, damit nicht alle Fragen in großer Runde diskutiert und entschieden werden müssen.

Ein Schwerpunkt der inhaltlichen Tätigkeit bestand bisher darin, bei Bauprojekten die Perspektive von Menschen mit Handicaps einfließen zu lassen. Vom nachgerüsteten Treppenaufgang zur Grundschule Bösensell bis zur neuen Terrasse am Hafenplatz gab und gibt es auf diesem Feld weiterhin viel zu tun.

Doch die Perspektive soll erweitert werden, um neue Ideen und Projekte zu entwickeln, die Barrieren in allen Bereichen in Senden beseitigen – nicht nur bei Bordsteinen. Dazu sind neue Mitstreiter im Beirat gesucht.

Workshop richtet sich an alle Interessierten

► Der Inklusionsbeirat ist ein gefragtes und angesehenes Gremium. Obwohl sein Vertreter in politischen Ausschusssitzungen nur über eine beratende Stimme verfügt, bekommt diese besondere Aufmerksamkeit.

► Am Donnerstag (1. Juni) kommen die aktuellen Beiratsmitglieder und alle Interessierten um 14 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses zu einem moderierten Workshop zusammen, um die Arbeit des Inklusionsbeirates neu auszurichten. Mitstreiter, die ihre Ideen für den Wandel in Senden einbringen wollen, sind bei diesem Prozess willkommen.

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