Uganda-Hilfe Senden
Unterstützung ist nötiger denn je

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Das Ehepaar Alois und Elisabeth Gerding hat sich seit fast eineinhalb Jahrzehnten der Uganda-Hilfe verschrieben. Ziel ist, mit Bildung dem Elend zu entrinnen. Doch jetzt hat eine Hungersnot das Gebiet erfasst.

Samstag, 03.06.2017, 08:06 Uhr

Bringen die Kraft auf: Elisabeth und Alois Gerding führen ihre Uganda-Hilfe weiter und freuen sich über die Einweihung des neuen Schulgebäudes.
Bringen die Kraft auf: Elisabeth und Alois Gerding führen ihre Uganda-Hilfe weiter und freuen sich über die Einweihung des neuen Schulgebäudes. Foto: di

Sie haben ein offenes Herz, wenden den Blick nicht ab und bringen die Ausdauer für einen Kraftakt mit: Seit fast eineinhalb Jahrzehnten haben sich Alois und Elisabeth Gerding der Uganda-Hilfe verschrieben. Fünf Mal haben sie das afrikanische Land selbst und auf eigene Kosten aufgesucht. Was sie angestoßen und geleistet haben, zwingt Respekt ab. Der Zeitpunkt, das caritative Engagement einzustellen, ist für Alois (79) und Elisabeth (77) noch längst nicht gekommen. Im Gegenteil, sie gehen einmal mehr in die Offensive. Denn es hat sie ein verzweifelter Hilferuf erreicht.

Hungersnot erreicht Ausbildungszentrum

Dieser stammt von Pfarrer Thomas Aquinas Barungi Abwooli, ihr Partner in Uganda. Der Geistliche, der lange in Paderborn als Seelsorger und an seiner Dissertation arbeitete, pendelte zwischen Ostafrika und Deutschland. Pfarrer Thomas, der neben seinem kirchlichen Amt das Adolph-Kolping-Ausbildungszentrum der Uganda-Hilfe Senden leitet, schildert, wie die Hungersnot auch die Menschen in seiner Region erfasst. Das blanke Überleben – eine schiere Herausforderung. Die Schülerinnen und Schüler der von Senden aus unterstützten Schule musste Pfarrer Thomas bereits früher zu den Eltern in die Ferien schicken, weil die Vorräte aufgezehrt sind. „Ich werde Wege finden müssen, wie wir die Situation bewältigen können“, heißt es in einer Mail an das Ehepaar Gerding. Viele Gründe haben dazu geführt, dass Nahrung mehr als knapp geworden ist: Der Krieg in Südsudan, Flüchtlingswellen, eine Raupenplage und extreme Dürre – so beschreibt Pfarrer Thomas das Bündel der Ursachen.

Schüler in Schuluniform vor dem neuen Gebäude, in dem drei Klassen mit je 50 Schülern unterrichtet werden.

Schüler in Schuluniform vor dem neuen Gebäude, in dem drei Klassen mit je 50 Schülern unterrichtet werden. Foto: Pfarrer Thomas

Während Lebensmittelpreise explodierten, erreiche die Hilfe von internationalen Hilfsfonds oder des eigenen Staates nur die staatlichen Einrichtungen oder versickere in dunklen Kanälen. „Vergessen dürfen wir auch nicht, wie die Korruption vieler herzloser Egoisten sehr oft zum Leid und Tod des eigenen Volkes führt“, beklagt Pfarrer Thomas.

Uganda-Hilfe

Mit Sponsoren-Touren per Rad bis Rom oder Lourdes und vielen Hinweisen auf die Lage in Uganda haben Alois und Elisabeth Gerding um Unterstützung gebeten. Und diese erhalten: Rund 400 000 Euro seien inzwischen zusammengekommen, lautet ihre Bilanz.

Spenden sind gerade besonders notwendig.

Spendenkonto: Kirchengemeinde St. Laurentius/Uganda-Hilfe, IBAN:

DE59 400695460000341215

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Bei Alois und Elisabeth Gerding verhallt der Hilferuf nicht ungehört. Sie planen, wie Hilfe in das Gebiet Kibaale gelangen kann, in dem „ihr“ Ausbildungszentrum liegt, das Schulbildung sowie handwerkliche Kenntnisse vermittelt.

Neues Schulgebäude: Mit Bildung dem Elend entfliehen

Die Hungersnot überschattet die Freude der Sendener, dass im Frühjahr gerade ein neues Schulgebäude in Kakumiro eingeweiht werden konnte. Zu den bislang 250 Kindern und Jugendlichen kommen nun drei weitere Klassen mit jeweils 50 Schülern hinzu. Nur durch Bildung, wissen die Träger der Uganda-Hilfe, haben sie eine Perspektive, statt auch noch ihre Heimat Richtung Europa zu verlassen.

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