Ausschuss stimmt mehrheitlich neuem Planentwurf zu:
Grünes Licht für Wienkamp II

Senden -

Mehr als drei Jahre lang lag das Verfahren zur Erweiterung des Wohngebietes Wienkamp aufgrund von Bürgerprotesten auf Eis. Mehrheitlich hat der Gemeindeentwicklungsausschuss am Donnerstagabend einer überarbeiteten Planung zugestimmt.

Freitag, 30.06.2017, 16:06 Uhr

16 Häuser sollen – laut neuem Entwurf – in der östlichen Verlängerung des Wienkamps entstehen. Einige Ausschussmitglieder sehen die über 600 Meter lange Zufahrt durch das bestehende Wohngebiet kritisch, ebenso den Hochwasserschutz und den Schutz der alten Baumreihe.
16 Häuser sollen – laut neuem Entwurf – in der östlichen Verlängerung des Wienkamps entstehen. Einige Ausschussmitglieder sehen die über 600 Meter lange Zufahrt durch das bestehende Wohngebiet kritisch, ebenso den Hochwasserschutz und den Schutz der alten Baumreihe. Foto: Gemeinde Senden

Wegen massiver Bürgerproteste hatte die Gemeinde Senden Anfang 2013 eine Erweiterung des Wohngebietes Wienkamp in östliche Richtung auf Eis gelegt. Am Donnerstagabend wurde das Vorhaben auf Grundlage einer überarbeiteten Planung erneut auf den Weg gebracht.

Bei einer Gegenstimme aus den Reihen der Grünen beschloss der Gemeindeentwicklungsausschuss (GEA), die Wiederaufnahme der damals eingeleiteten Flächennutzungsplan-Änderung. Ferner sprach sich das Gremium mit den Stimmen von CDU und SPD , gegen UWG, Grüne und FDP, für einen Entwurf aus, der den Bau von 14 Ein- und zwei Mehrfamilienhäusern mit je fünf Wohneinheiten vorsieht. Ein von den Grünen vorgeschlagener Alternativentwurf, der eine kompakte Bebauung mit sechs öffentliche geförderten und 18 weiteren Wohneinheiten in vier Gebäuden vorsieht, wurde nicht in Erwägung gezogen.

Projektentwickler Dr.  Christian Vogdt trat zu Beginn des Tagesordnungspunktes einigen bereits in der Vergangenheit geäußerten, grundsätzlichen Bedenken entgegen: Die Grenzen des Überschwemmungsgebietes (100-jähriges Hochwasser) am Dümmer seien von der Bezirksregierung überarbeitet worden. „Wir wissen seit 2016, welche Flächen zur Verfügung stehen“, so Vogdt. Ferner seien zum Erhalt des alten Baumbestands am Dortmund-Ems-Kanal Gespräche mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) geführt worden. Außerdem sehe der Planentwurf auch die Möglichkeit des geförderten Wohnungsbaus vor.

Alois Lompa vom Planungsbüro Drees & Huesmann stellte zwei Entwurf-Alternativen im Detail vor. Beide sehen eine Erschließung des Gebietes über die über 600 Meter lange, nahezu gerade Zufahrt ins bestehende Wohngebiet vor.

Philipp Scholz (Grüne) verwies auf den Gegenvorschlag seiner Fraktion: „Der Baumschutz hat für uns oberste Priorität“, betonte er. Deshalb sollte ein Schutzsteifen zwischen der bestehenden Baumreihe und dem neuen Gebiet Wienkamp II eingerichtet werden. Zum besseren Hochwasserschutz sollte nördlich eine Retentionsfläche freigehalten werden. Schließlich verringere die von den Grünen vorgeschlagene kompakte, aber hochwertige Bauweise die Belästigung der Anwohner während der Bauphase.

Bezüglich der von Vogdt und Lompa vorgestellten Planung hielt Thomas Hageney (UWG) den Hochwasserschutz für nicht ausreichend und schlug zur Entlastung des Verkehrs eine nördliche Erschließung über eine Dümmer-Brücke vor. Georg Hülk (SPD) sprach sich ebenfalls für eine „Zuwegung im Norden“ aus. Uwe Kasten (FDP) machte darauf aufmerksam, dass die bereits jetzt schwierige Verkehrssituation an der Einmündung des Wienkamps auf die B 235 durch 34 zusätzliche Wohneinheiten weiter verschärft würde.

„Ich habe Zweifel, ob eine zusätzliche Erschließung notwendig ist“, warf Sascha Weppelmann (CDU) ein. Wienkamp II sei schließlich nur ein kleiner zusätzlicher Bereich. Bezüglich der alten Bäume am Kanal sei eine Entscheidung schwierig: „Sie sind gar nicht in unserem Besitz.“ Zu ihrem Erhalt, „sollte man die Bestätigung einholen, dass sie nicht beseitigt werden“.

Der von Vogdt und Lompa vorgelegte Entwurf muss nun ausgearbeitet werden. Es folgen weitere politische Beratungen und der öffentliche Abstimmungsprozess, in dem Anregungen, Bedenken und Kritik geäußert werden können.

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