Regionale-Projekt startet am Montag:
Bagger macht die Stever „lebendig“

Senden -

Der offizielle Startschuss für die Renaturierung der Stever zwischen dem Wehr Schulze-Bremer und dem evangelischen Gemeindezentrum ist gefallen: Am Montag (17. Juli) rollt der Bagger an.

Mittwoch, 12.07.2017, 17:07 Uhr

Den Startschuss für das Projekt „Lebendige Stever“ gaben (vorne, v.l.): Landrat Dr. Schulze Pellengahr, Bürgermeister Sebastian Täger, Projektleiter Erwin Oberhaus, Beigeordneter Klaus Stephan, Regionale-Geschäftsführerin Uta Schneider und Hermann Mollenhauer von der Unteren Wasserbehörde (Kreis Coesfeld).
Den Startschuss für das Projekt „Lebendige Stever“ gaben (vorne, v.l.): Landrat Dr. Schulze Pellengahr, Bürgermeister Sebastian Täger, Projektleiter Erwin Oberhaus, Beigeordneter Klaus Stephan, Regionale-Geschäftsführerin Uta Schneider und Hermann Mollenhauer von der Unteren Wasserbehörde (Kreis Coesfeld). Foto: sff

Der Himmel gab seinen Segen und schuf mit Regen das (eigentlich) passende Ambiente für den Start des Gewässerprojektes „Lebendige Stever“. Doch es plästerte am Mittwochnachmittag dermaßen, dass die Behördenvertreter und Politiker es vorzogen, im Trockenen zu bleiben. Statt des vorgesehene offiziellen „ersten Spatenstichs“ am Steverufer hinter dem Lebenshilfe-Wohnheim wurde das Großprojekt im evangelischen Gemeindezentrum vorgestellt.

Egal, ob es regnet oder nicht regnet, der Bagger kann arbeiten“ kündigte Projektleiter Erwin Oberhaus den Baubeginn für Montag (17. Juli) an. Zunächste wird ein Baustraße angelegt, die vom Kreisverkehr am Busbahnhof zur Stever führt. Bis Ende November sollen dann auf einem rund 300 Meter langen Abschnitt zwischen dem Wehr Schulze-Bremer und dem Gemeindezentrum zwei Sekundärauen sowie ein barrierefreier Aufenthaltsbereich zum „Erleben der Stever“ entstehen (WN berichteten). Gleichzeitig werde der Regenwasserkanal der Vogelsiedlung verlegt, informierte Oberhaus.

Projektleiter Erwin Oberhaus gab einen Überblick über die an der Stever vorgesehene Renaturierung.

Projektleiter Erwin Oberhaus gab einen Überblick über die an der Stever vorgesehene Renaturierung. Foto: sff

„Viele Sendener kennen die Stever noch als einen Fluss, der Hochwasser verursacht. Darum wollen wir mit dem Projekt nicht nur die Ökologie stärken, sondern haben auch den Hochwasserschutz im Auge“, sagte Sebastian Täger . „Lebendige Stever“ habe darüber hinaus eine „große Bedeutung“, hob der Bürgermeister hervor. „Es trägt zur Attraktivierung des Ortes bei und ist im Zusammenhang mit der Neugestaltung am Dortmund-Ems-Kanal zu sehen.“ Altbürgermeister Alfred Holz habe sich in seiner Amtszeit „vorausschauend und weise“, so Täger, im Rahmen des ISEK und der Regionale um EU- und andere Mittel bemüht. Auf diese Weise habe die Gemeinde touristische Aspekte, Verbesserungen für den Ort, Ökologie und Maßnahmen zur Erfüllung der europäischen Wasserrahmenrichtlinien verbinden und mit hohen Förderanteilen finanzieren können.

„Lebendige Stever“ sei ein „Herzstück“ in dem interkommunalen Projekt „Wasser-Wege-Stever“, betonte Regionale-Geschäftsführerin Uta Schneider. Der Erfolg sei der Tatsache zu verdanken, „dass Landwirte, Fachbehörden und Wasser- und Boden-Verbände auf Augenhöhe zusammengearbeitet haben“, so Schneider.

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr bezeichnete das Sendener Projekt als „zukunftsweisend und sehr beachtlich“. Er sei gespannt, wie sich die Umgestaltung der Stever in der Natur präsentiere.

Gerd Gebauer, Vorsitzender des Gemeindeentwicklungsausschusses, sprach einen sensiblen Teilaspekt an: „Der Dümmer wird noch eine Heidenaufgabe. Der Bereich darf nicht zu tief absacken, muss aber so große sein, dass er Hochwasser auffangen kann.“ Insgesamt sei Senden „auf dem Weg, eine gute Flusslandschaft zu werden“, sagte Gebauer.

3,4 Millionen Euro Fördermittel fließen

„Lebendige Stever“ ist ein Teil des Regionale-Projektes „Wasser-Wege-Stever“, das sich von Nottuln über Senden, Lüdinghausen, Nordkirchen bis nach Selm, Olfen und Haltern erstreckt. In den folgenden beiden Jahren wird die Stever in Senden auf einer Strecke von rund 3,6 Kilometern von der Bauerschaft Wierling bis zum Schloss renaturiert. Es werden unter anderem Querbauwerke beseitigt, Sekundär-Auen sowie Plätze zum Verweilen angelegt und Maßnahmen zum Hochwasserschutz ergriffen.

Auch der Dümmer und der Wortbach sind einbezogen in das rund vier Millionen Euro teure Projekt, das mit rund 3,4 Millionen Euro (80 Prozent) im Rahmen des Landesentwicklungsprogramms „Regionale 2016“ gefördert wird.

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