Abschiebung: Die Sicht der Behörden
Polizei unterstützt Ausländerbehörde nur bei Bedarf

Senden -

Nicht jeder Asylbewerber kann dauerhaft im Kreis Coesfeld beziehungsweise in Senden bleiben. Abschiebungen haben aber immer eine längere Vorlaufzeit.

Mittwoch, 19.07.2017, 17:07 Uhr

Im Kreis Coesfeld leben rund 15 000 Ausländer aus 140 Staaten der Erde. Die Hauptherkunftsländer sind neben Polen (1900 Personen), Syrien (1500), der Türkei (1000) und dem Kosovo (650), Serbien (500), Afghanistan (450) und Russland (400). 2000 dieser Menschen sind anerkannte Flüchtlinge.

Waren es 2015 noch rund 3000 Menschen, die im Kreis Coesfeld zumindest vorübergehend eine Zuflucht gefunden haben, ging die Zahl 2016 auf etwa 1000 Flüchtlinge zurück.

In Senden leben aktuell rund 450 Asylbewerber (333 in Senden, 53 in Bösensell und 71 in Ottmarsbocholt).

Nicht jeder, der kommt, kann dauerhaft bleiben. Das heißt, nicht jeder erlangt den Status eines anerkannten Flüchtlings.

Wird der Antrag auf Asyl abgelehnt, haben diese Personen die Möglichkeit, freiwillig auszureisen. Tun sie das nicht, werden sie noch einige Zeit geduldet, danach droht ihnen die Abschiebung. Wie bei Said T. Zu den Gründen seiner Abschiebung wollte die Ausländerbehörde des Kreises Coesfeld wegen des Datenschutzes keine Angaben machen.

Flüchtlinge haben aber die Möglichkeit, gegen die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu klagen: „Sind die Entscheidungen bestandskräftig, kann das Verfahren unter bestimmten Voraussetzungen – bei einer Änderung der Sach- und Rechtslage – wieder aufgenommen werden“, erklärt Josef Voß , Leiter der Ausländerbehörde des Kreises Coesfeld, „bei einer anstehenden Abschiebung kann auf dem Wege des Eilverfahrens Rechtsschutz beantragt werden.“ Generell gelte: „Eine Abschiebung geschieht immer mit einer gewissen Vorlaufzeit“, beschreibt Voß das Verfahren, „in der Regel gibt es eine Ausreisefrist von einem Monat nach Bekanntgabe des Bescheides.“ Danach müsse der Betroffene damit rechnen, jederzeit abgeschoben zu werden. „Die Benennung einer termingenauen Abschiebung hingegen ist rechtlich nicht zulässig“, erklärt Christoph Hüsing, Pressesprecher des Kreises Coesfeld.

Im vergangenen Jahr hat die Ausländerbehörde des Kreises 246 Abschiebungen durchgeführt, bis Anfang Juni 2017 waren es 41 Abschiebungen. Unterstützung durch die Polizei holen sich die Mitarbeiter der Ausländerbehörde nur bei Bedarf.

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