Grüne wollen am Flächenszenario „Windenergie“ festhalten:
„Planung fortsetzen“

Senden -

Nach Ansicht der Grünen ist das im Gemeindeentwicklungsausschuss einstimmig verabschiedete Flächenszenario für die Windenergie-Nutzung rechtssicher. Deshalb solle ungeachtet der angekündigten Neuregelung der schwarz-gelben Landesregierung weiter geplant werden.

Freitag, 15.09.2017, 08:09 Uhr

Die Windkraftvorrangzonen in Ottmarsbocholt sind nach aktuellem Recht mit rund 600 beziehungsweise 700 Metern weit genug von den Ortslagen Ottmarsbocholt beziehungsweise Davensberg entfernt. Sollte der Mindestabstand auf 1500 Meter ausgeweitet werden, würde dies faktisch das Aus für die Windkraftnutzung in diesem Bereich bedeuten.
Die Windkraftvorrangzonen in Ottmarsbocholt sind nach aktuellem Recht mit rund 600 beziehungsweise 700 Metern weit genug von den Ortslagen Ottmarsbocholt beziehungsweise Davensberg entfernt. Sollte der Mindestabstand auf 1500 Meter ausgeweitet werden, würde dies faktisch das Aus für die Windkraftnutzung in diesem Bereich bedeuten. Foto: Christ

Die Sendener Grünen möchten an dem in neun Sitzungen des Arbeitskreises Windkraft erarbeiteten und vom Gemeindeentwicklungsausschuss einstimmig verabschiedeten Flächenszenario für Vorrangzonen zur Windenergienutzung festhalten. Es beruhe auf der aktuellen Rechtslage des Bundes. Daher bestehe kein Anlasse, die Abstände zur Wohnbebauung auf 1500 Meter auszuweiten, so wie es die neue schwarz-gelbe Landesregierung vorsehe, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen.

„Größere Abstände hätten weitreichende Folgen“, sagt Fraktionssprecher Philipp Scholz . „Man muss davon ausgehen, dass einige der ausgewählten Zonen ganz wegfallen, weil sie für die Nutzung der Windkraft zu klein werden. Es besteht damit die Gefahr, dass die für die Errichtung von Windkraftanlagen verbleibende Gesamtfläche deutlich unter dem geforderten Flächenanteil von zehn Prozent bleibt.“

„Es wäre jetzt fatal, nur auf Basis einer Absichtserklärung aus Düsseldorf, von der niemand weiß, ob und wann sie in eine rechtsverbindliche Vorgabe münden wird, die Entscheidung zu treffen, aus dem abgestimmten Konzept auszusteigen und das geltende Recht zu ignorieren“, so Scholz. Diese Vorgehensweise wäre weder der Bevölkerung noch den seit Jahren hingehaltenen Investoren zu vermitteln.

Dass die Initiative „Bürgerwind“ aus Ottmarsbocholt, deren Areal vermutlich von einem erweiterten Abstand betroffen wäre, genau auf diese Verlässlichkeit politischen Handelns pocht und ihre Investition gefährdet sieht, dafür zeigt der grüne Ratsherr Rolf Wiederkehr Verständnis: „Für Gutachten und Planungsarbeit sind sowohl von Investoren als auch von der Gemeinde Senden bereits beachtliche Summen bezahlt worden. Bisher ohne greifbaren Erfolg, denn anders als in den Nachbarkommunen dreht sich in Senden noch kein einziges Windrad. Hier wird die Zukunft durch Verzögerungstaktik verschlafen.“

Helmut Hillringhaus, Fraktionsmitglied der Sendener Grünen, weist auf die wirtschaftlichen und energiepolitischen Aspekte hin: „Wir machen uns unglaubwürdig als Gemeinde, wenn wir uns in der Klimaschutzwoche mit großem Aufwand und vielen Aktionen für den Klimaschutz einsetzen, gleichzeitig aber ohne Not Entscheidungen gegen regenerative Energien treffen. Zudem würden uns erhebliche Gewerbesteuereinnahmen entgehen, wenn Projekte verhindert werden.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5151459?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
Italien-Rückkehrer in Deutschland mit Coronavirus infiziert
Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Coronavirus (SARS-CoV-2, orange), das aus der Oberfläche von im Labor kultivierten Zellen (grau) austritt.
Nachrichten-Ticker