Vortrag zur Klimaschutzwoche:
„Wir brauchen Energierevolution“

Senden -

„Hat unser Planet überhaupt noch eine Zukunft?“: Auf diese Frage ging Prof. Dr. Volker Quaschning im Rahmen seines Vortrags zur Klimaschutzwoche ein. Sein Fazit: Radikales Umdenken ist dringend vonnöten.

Mittwoch, 20.09.2017, 09:09 Uhr

Stehen für den Klimaschutz zusammen (v.l.): Rüdiger Brechler (Energie-Agentur NRW), Sarah Rensner (Klimaschutz Kreis Coesfeld), Prof. Dr. Volker Quaschning, Bürgermeister Sebastian Täger, Sendens Klimaschutzmanagerin Petra Volmerg.
Stehen für den Klimaschutz zusammen (v.l.): Rüdiger Brechler (Energie-Agentur NRW), Sarah Rensner (Klimaschutz Kreis Coesfeld), Prof. Dr. Volker Quaschning, Bürgermeister Sebastian Täger, Sendens Klimaschutzmanagerin Petra Volmerg. Foto: dk

Der Schlusspunkt des Sendener Klimatags am Dienstag endete mit einem rhetorischen Paukenschlag: „Stehen Sie auf ! Sie haben einen Planeten zu retten. Wir brauchen keine laue Energiewende. Wir brauchen eine Energierevolution. Notfalls auch mit noch einer neuen Partei. Denn Energiewende mit aktueller deutscher Politik ist nicht machbar.“ Mit dieser Klatsche gegen die Berliner Energiepläne fasste der Hauptredner des Sendener Klimatages, Prof. Dr. Volker Quaschning , seine eh schon erschreckenden Prophezeiungen zu der Kernfrage: „Hat unser Planet überhaupt noch eine Zukunft“, zusammen.

Der studierte Elektrotechniker und Experte für Photovoltaiksysteme und klimaverträgliche Energieversorgung von der Technischen Universität Berlin sprach am im Foyer der Steverhalle vor einem Kreis hochinteressierter Bürger. Er berief sich dabei auf die 2015 vom Pariser UN-Klimagipfel festgesetzte Begrenzung der Erderwärmung bis 2040 um höchstens 1,5 Grad. Quaschning bezweifelt dessen Einhaltung. Er führte seien Zuhörer auf einer Zeitreise zurück zur letzten Eiszeit vor 20 000 Jahren und der Erderwärmung seitdem um gut 3,5 Grad mit einem Meeresanstieg in diesem Zeitraum um 120 Metern. Und ergänzte sarkastisch: „Ein Brexit wäre damals kein Thema gewesen.“

Schlimmer noch: „Allein seit 1900 – also nur einem Wimpernschlag erdgeschichtlicher Entwicklung – hat die Erwärmung schon wieder um ein Grad zugenommen. „Wir bewegen uns in einem Rekordtempo nach oben. Wenn nicht bald was geschieht, diese schnelle Erwärmung zu stoppen, dürfte der Nordpol Mitte des Jahrhunderts bereits eisfrei sein. Und sollte dann noch Grönland schmelzen, steigt der Meeresspiegel um sieben Meter. Was bedeutet: Dann gehen wir unter“, führte Quaschning aus-

Er fordert den totalen Stopp von Energiegewinnung durch Kohle und Öl. Verlangt den Einsatz regenerativer Energien zur Stromgewinnung. Wärmeaustauschpumpen für private Haushalte und eine stärkere Dämmung von Altbauten. „Wer spricht denn da noch von fehlenden Milliarden, wenn die Schäden allein des letzten Hurrikans in Texas mehr als 200 Milliarden Dollar betragen.“ Quaschning fordert Fahrverbote für Benzin- und Dieselmotoren ab 2025, sowie die Elektrifizierung der Fernstraßen für den Schwerlastverkehr. „Der Stromverbrauch für E-Fahrzeuge wird sich verdoppeln. Folglich müssen wir Sonne und Wind nutzen.“ Schließlich versöhnlicher: „Draußen vor der Steverhalle stehen mehr Elektrofahrzeuge als in ganz Berlin. Und doch fahre ich gleich mit dem Zug wieder zurück.“

Sie haben einen Planeten zu retten.

Prof. Dr. Volker Quaschning
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5165729?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
2:0 gegen Magdeburg: Preußen Münster beendet Sieglosserie
Er kann es noch; Rufat Dadashov (2.v.l.) erzielte wie in Meppen ein Tor, dieses Mal zur 1:0-Führung
Nachrichten-Ticker