Pflegeeinrichtung und Wohnen an Holtruper Straße
Großprojekt erhält Filetfläche

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Ein Pflegeheim und barrierefreie Wohnungen sollen auf dem Gelände des Sportplatzes an der Holtruper Straße entstehen. In einer Anliegerversammlung wurden Informationen, Anregungen und Bedenken ausgetauscht. Der Ton blieb sachlich.

Donnerstag, 28.09.2017, 16:59 Uhr aktualisiert: 29.09.2017, 09:42 Uhr
Die Planung für die Fläche des Sportplatzes an der Holtruper Straße stellte Architekt Jürgen Verwohlt vor, der auch die Fragen der gut besuchten Anliegerversammlung beantwortete.
Die Planung für die Fläche des Sportplatzes an der Holtruper Straße stellte Architekt Jürgen Verwohlt vor, der auch die Fragen der gut besuchten Anliegerversammlung beantwortete. Foto: di

Es geht um eine 12 000 Quadratmeter große Filetfläche – und um die soziale Infrastruktur Sendens. Entsprechend hoch liegen die Maßstäbe und ist die Aufmerksamkeit dafür, was auf dem Areal des alten Sportplatzes an der Holtruper Straße geschieht. Dass das Interesse der künftigen Nachbarn groß ist zu erfahren, was auf der teils Asche-roten Grünfläche passiert, zeigte sich am Mittwochabend bei der Anliegerversammlung im Rathaus.

Die Plätze im dortigen Sitzungssaal waren ausgelastet, als Investor, Betreiber und Gestalter sowie die Verwaltung das Konzept vorstellten und sich Fragen stellten. „Allumfassende Informationen“ hatte Bürgermeister Sebastian Täger in Aussicht gestellt. Er betonte ebenso wie Carsten Busche vom Bau- und Planungsamt, dass die Anliegerversammlung ein zusätzliche Angebot sei, Informationen und Bedenken auszutauschen, das über die formale Beteiligung im Rahmen der Bebauungsplanänderung hinausgeht.

Die Anliegerversammlung im Ausschusssaal des Rathauses war sehr gut besucht.

Die Anliegerversammlung im Ausschusssaal des Rathauses war sehr gut besucht. Foto: di

Die Hauptrolle des durchaus umfassend Informierenden übernahm Jörg Verwohlt. Der Architekt entpuppte sich als gewiefter Kommunikator, der die zunächst skeptisch gestimmten Anlieger auch auf der menschlichen Ebene abholte. Indem er herausstellte: Für ihn als 52-Jährigen ebenso wie für viele Menschen im Umfeld des Projektes gelte, dass sie selbst auch früher oder später auf Pflege und Betreuung angewiesen sind. „Wir sitzen alle in einem Boot“, gab der Architekt als Devise aus. Bis er zu diesem vereinnahmenden Motto gelangte, hatte er die Planungen mit Blick auf Funktion und Ästhetik ausführlich erklärt.

Wir stellen das ins Internet.

Carsten Busche will Planung, Gutachten und Zusagen aus der Versammlung auf der Gemeinde-Homepage zugänglich machen

Die Fragen der Anlieger zielten vor allem auf die Folgen bei Verkehr und Parken in dem Quartier sowie die optische Wirkung, die von den Gebäuden ausgeht. Verwohlt betonte, dass die Erschließung über die Holtruper Straße (ohne Holtruper Stiege) erfolgt. Eine Anbindung an den Hiegenbusch sei – außer etwa für die Feuerwehr, die Poller beseitigen könne – für Autos nicht vorgesehen. Das Tempo auf dem Gelände werde beschränkt: „Das wird keine Rennstrecke.“

Die Befürchtung, von den Neubauten werde eine erdrückende Wirkung auf die Bestandsgebäude ausgehen, suchte der Stamm-Architekt der Heilig-Geist-Stiftung zu zerstreuen. Er beteuerte, der Grüngürtel am Grundstücksrand bleibe bestehen, alles was an Bepflanzung der Säge zum Opfer falle, werde ersetzt. Die Anwohner plädierten gleichwohl dafür, die Höhe der Wohngebäude zu reduzieren, was als Anregung ins Protokoll und in den weiteren politischen Prozess genommen wird.

Übersicht über die Planung.

Übersicht über die Planung.

Pflegeheim und 48 Wohnungen

Auf dem Gelände des Sportplatzes Holtruper Straße entsteht ein stationäres Pflegeheim mit 69 Plätzen, davon sechs Kurzzeitpflege; diese erhöhte Zahl (ursprünglich: 40) ergibt sich aus dem Pflegebedarfsplan, den der Kreis während der Planung erstmals aufgelegt hat.

► In drei weiteren Gebäuden befinden sich 48 barrierefreie Wohnungen (55 bis 67 Quadratmeter) mit Betreuungsangebot sowie die zwölf Tagespflege-Plätze und ein Pflegebüro.

Das Heim umfasst drei Vollgeschosse mit Staffelgeschoss (14,50 Meter Höhe), die Wohngebäude drei Vollgeschosse (10,50 Meter).

► Ein Café im Heim steht auch Besuchern zur Verfügung, es habe „halböffentlichen Charakter“, hieß es.

► Die Hälfte aller Wohnungen wird öffentlich gefördert, Zielgruppe sind in erster Linie Personen „60plus“.

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Ein optionales Gebäude, das nah an die Wohnbebauung an der Holtruper Stiege grenzt, wird erst mal nicht errichtet, wie in der Versammlung erklärt wurde. Diese Entscheidung, so die Verwaltung auf WN-Anfrage, fiel am 13. September im nichtöffentlichen Teil des Gemeindeentwicklungsausschusses.

Sorgen bezogen sich auch auf die Beseitigung des Asche-Belags. Dieser sei nicht belastet und werde fachgerecht entsorgt hieß es. Entsprechende Gutachten, sowie Planung und Protokoll werde er ins Netz stellen, kündigte Busche an.

Beim Thema Parkdruck, der in die Straßen benachbarter Wohngebiete schwappen könnte, folgte der Architekt den Bedenken nicht. Auf dem Gelände stünden 81 Stellplätze (mehr als bauordnungsrechtlich erforderlich) zur Verfügung. Auch schallschutztechnische Einwände wies Verwohlt zurück.

Er pochte seinerseits auf hohe Gestaltungsqualität und langfristige Pflege durch den Bauherrn: „Wir legen großen Wert auf Akzeptanz.“

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