Orgelreinigung in St. Laurentius
Ein Puzzlespiel mit 1512 Pfeifen

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Die Orgel von St. Laurentius bekommt eine Grundreinigung verpasst. 1512 Pfeifen werden per Druckluft von Dreck befreit und gestimmt. Ein Fachmann aus Dortmund bringt der Königin der Instrumente neue Flötentöne bei.

Donnerstag, 05.10.2017, 10:10 Uhr

Prächtig: Die „Show-Fassade“ der Orgel in St. Laurentius.
Prächtig: Die „Show-Fassade“ der Orgel in St. Laurentius. Foto: di

Markus Kaltenhauser hat einen Traumjob – er bringt einer Regentin die Flötentöne bei. Denn mit nicht weniger als der „Königin der Instrumente“ verbringt der Dortmunder sein Arbeitsleben. Der aristokratische Umgang wurde dem bodenständigen Spross einer Orgelbauerfamilie gleichsam in die Wiege gelegt, denn auch sein Vater war ein Spezialist für die musikalische Königsklasse. Kaltenhauser ist noch bis gegen Ende des Monats damit beschäftigt, die Orgel von St. Laurentius zu sanieren – was vor allem Reinigen und Stimmen umfasst.

250 bis 300 Arbeitsstunden sind veranschlagt

250 bis 300 Arbeitsstunden hat der Handwerker mit geschickten Fingern und zuverlässigem Gehör dafür veranschlagt. Als kleiner Familienbetrieb versichert er sich für größere Aufträge wie den aus Senden der Unterstützung von zwei Kollegen aus Holland. Jacob und Jan van der Veer unterstützen den Dortmunder. Die westfälisch-niederländische Kooperation hatten schon die Väter Kaltenhauser und van der Veer begonnen.

Orgelsanierung in St. Laurentius

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  • Zerlegt, gereinigt und gestimmt: Die Orgel in der Pfarrkirche St. Laurentius wird saniert. Foto: di
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  • Zerlegt, gereinigt und gestimmt: Die Orgel in der Pfarrkirche St. Laurentius wird saniert. Foto: di

In St. Laurentius gibt es genug Arbeit für die drei Spezialisten. Die „Königin“ verharrte dort auf ihrem Thron, als die Bautrupps zur Restaurierung des Kirchenschiffs anrückten – das Instrument wurde in Folie gehüllt und hinter eine schützende Holzwand verbannt.

Prächtige Fassade – nichts als Bluff

Nun, da die anderen Gewerke im Endspurt stecken, nehmen Kaltenhauser und Kollegen das Puzzlespiel auf, das hinter der Fassade lauert. Denn das Innenleben ist es, was die Orgelfachleute weitgehend zerlegen. Das prunkvolle Äußere, der sogenannte Prospekt, ist nichts Bluff – eine metallisch wirkende Fassade. Dahinter ruht der eigentliche Klangkörper mit seinen 25 Registern à 54 Tönen an den Manualen und sechs Registern mit 27 Pfeifen, die per Pedale bedient werden. Ein Puzzle aus 1512 Pfeifen, deren tongebende Größe von sieben Millimetern bis über fünf Meter reicht.

Die liegt zwischen VW Golf und Passat.

Orgelbaumeister Markus Kaltenhauser über das Instrument in St. Laurentius

Von Größe und Güte her würde der Dortmunder die Sendener Laudenbach Orgel in die Mittelklasse („zwischen Golf und Passat“) einordnen. Das historische Instrument, das in den 1980er Jahren generalüberholt und modernisiert worden sei, passe gut zur Größe der Pfarrkirche.

Beim Stimmen zählt das Gehör

Fürs spätere Stimmen hat der Orgelbaumeister zu Anfang den „Kammerton A“ gemessen und registriert. Um die Pfeifen, die aus einer Zink-Blei-Legierung hergestellt wurden, zu justieren, greift der Fachmann zu einem Messer oder Hammer. Damit verändert er die Öffnungen der Pfeifen, bis es für ihn passt. Nicht etwa moderne Technik, sondern sein Gehör zählt, stellt Kaltenhauser klar. Er selbst hat mal Klavierunterricht erhalten, zum echten Orgelspiel reiche es aber nicht. Als Fundament sei es dennoch wichtig gewesen, musikalische Kenntnisse in seinen Beruf mitzubringen.

Seine akustische Wahrnehmung pflegt und schont der Dortmunder. Der sich als BVB-Fan auferlegt, nicht zu oft ins laute Stadion zu gehen. Das verlangt der Umgang mit Königinnen von ihm.

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