SC Preußen schaut verstärkt nach Bösensell
Stadion-Flächen nur im Tausch

Senden/Münster -

Der SC Preußen will seine Gespräche mit Senden „intensivieren“. Doch was sagt der Eigentümer der potenziellen Fläche für ein Stadion zu diesen Plänen? Im Gespräch mit den WN gibt er Auskunft.

Donnerstag, 19.10.2017, 18:10 Uhr

Als Standort bleibt die Fläche in Bösensell weiter im Blick.
Als Standort bleibt die Fläche in Bösensell weiter im Blick.

Die Entscheidung, die im Rat der Stadt Münster gefallen ist, könnte Auswirkungen auf Senden und vor allem Bösensell haben. Denn entsprechend der vorangegangenen kommunalpolitischen Diskussion hat das Parlament der Großstadt mit Mehrheit von CDU und Grünen beschlossen, dass in Münster kein neues Stadion gebaut werden soll. Die schwarz-grüne Ratsmehrheit stellt dem SC Preußen jedoch in Aussicht, die Arena in Berg Fidel zu sanieren. Diese Option schlägt der Verein nicht aus. Er wolle zweigleisig vorgehen. Doch die Kicker im Zeichen des Adlers suchen verstärkt nach einem Platz für ihren Horst in Bösensell.

SCP will Gespräche mit Senden „intensivieren“

Die Gespräche mit Senden sollen „intensiviert werden“, hieß es am Rande der Ratsentscheidung. „Wir werden jetzt definitiv diesen Weg konsequenter beschreiten“, betonte SCP-Aufsichtsratschef Frank Westermann gegenüber den WN. Er geht davon aus, dass der Dialog mit der Rathausspitze der Stevergemeinde fortgesetzt werden könne. „Das Angebot kam ja von Senden“, lautet der O-Ton des Aufsichtsratsvorsitzenden, der sich auch zum Zeitrahmen des weiteren Vorgehens äußerte. Danach sollen 2018 die Voraussetzungen so weit geschaffen werden, dass an die konkrete Umsetzung gegangen werden könne.

So steckt der SCP sein Vorgehen ab. Doch ob diese Offensive überhaupt mit einem Treffer aufs Tor endet, steht dahin. Jedenfalls: An dem privaten Grundstückseigentümer kommt der Sturm der Preußen nicht vorbei. Die WN fragten den Landwirt, ob er bei dieser Taktik um den Stadion-Standort mitspielt.

Wir sind Landwirte und wollen Landwirte bleiben

Eigentümer der möglichen Stadionfläche in Bösensell

Zumindest, das ergab die Recherche, zückt der private Grundstückseigentümer angesichts der Begehrlichkeiten nicht gleich die rote Karte. „Wir sagen nicht Ja und wir sagen nicht Nein“, lautet der derzeitige Stand. Der Eigentümer der Ackerfläche unterstreicht, dass er aber nicht darauf erpicht ist, die Fruchtfolge mit einem finanziellen Ertrag zu beenden. „Wir sind Landwirte und wollen Landwirte bleiben“, sagt der Senior auf dem Hof, dessen Familiengeschichte bis 1200 zurückreiche. Im Klartext: Wenn sich die Familie vorstellen könnte, sich von Flächen zu trennen, dann im Tausch. Auch dafür liegt die Hürde nicht niedrig, denn an dem geschlossenen Areal, das der Betrieb bewirtschaftet solle sich nichts ändern. Der Landwirt lehnt einen etwaigen Flächen-Flickenteppich ab: „Wenn wir hier weg sollen, dann muss schon was kommen.“ Einen Ortstermin mit der Gemeinde habe es bereits gegeben, direkte Gespräche mit dem SC Preußen nicht.

Geteilte Meinung in der Bürgerschaft

Der Preußen-Adler sucht einen Horst.

Der Preußen-Adler sucht einen Horst. Foto: Schwarze Blanke

Zum Thema Stadion-Neubau auf dem Areal zwischen A 43/Bahngleisen und L 550 gehen die Meinungen in der Bevölkerung weiterhin auseinander. Während die eine Fraktion eine Sportarena, in der womöglich auch Konzerte und andere Events eine Bühne fänden, als Bereicherung betrachtet, fürchtet das andere Lager in der Bürgerschaft, dass mit Fußballspielen und Fans erhebliche Belastungen für den Ortskern einhergehen.

In Sendens politischen Gremien sind noch keine Entscheidungen gefallen, ob und wie sich die Gemeinde verhält und welche Finanz- und Personalressourcen, wenn überhaupt, dafür locker gemacht werden könnten. Eine neue Stellungnahme gibt Bürgermeister Sebastian Täger dazu auf Anfrage nicht ab, da sich die Sachlage nicht geändert habe.

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Im Oberzentrum Münster schaut man offenbar ganz gelassen auf die Debatte um Stadion-Standorte: Als „nachdenkenswerte Variante“ bezeichnet zumindest Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe das Szenario für Bösensell. „Was wäre daran so verwerflich, wenn der Standort 400 Meter hinter der Stadtgrenze liegen würde“, so der Rathaus-Chef der Großstadt.

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