Supermarktparkplatz
Knöllchen – aber nicht für Kunden

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Wenn die Parkscheibe fehlt, werden 20 Euro fällig. Dass der Edeka-Parkplatz bewirtschaftet wird, hat zunächst einige Aufregung beschert. Doch inzwischen habe sich die Regelung bewährt, so sieht es Händler Andreas Tinz.

Mittwoch, 08.11.2017, 17:11 Uhr

20 Euro werden bei Knöllchen fällig, doch bei Supermarkt-Kunden und Patienten der Praxis in dem Gebäudekomplex werde Kulanz walten gelassen, hieß es.
20 Euro werden bei Knöllchen fällig, doch bei Supermarkt-Kunden und Patienten der Praxis in dem Gebäudekomplex werde Kulanz walten gelassen, hieß es. Foto: di

Er hat lange gerungen, gehadert mit diesem Schritt. Bis zu einem Schockerlebnis. Es war ein Donnerstag im Februar, als Andreas Tinz morgens keinen einzigen freien Parkplatz vor seinem Edeka-Supermarkt vorfand. Was aber nicht bedeutete, dass der Laden voller Kunden war. Vielmehr wurden einige der Stellplätze regelmäßig „zweckentfremdet“, wie der Einzelhändler schildert. Er musste die Reißleine ziehen. Jetzt wird die Fläche bewirtschaftet, es hagelt auch regelmäßig Knöllchen. Dabei lassen die Parkwächter und der Supermarkt-Chef jedoch Kulanz walten, wenn es sich um seine Kunden oder Patienten der Arztpraxis handelt, beteuert Tinz.

Diese Regeln gelten auf dem Edeka-Parkplatz.

Diese Regeln gelten auf dem Edeka-Parkplatz. Foto: di

„Ich hatte keine Alternative“, betont der Unternehmer, der auf WN-Anfrage eine erste Bilanz der neuen Regelung zieht: Danach muss in jedem Wagen eine Parkscheibe liegen und die Höchstparkdauer ist auf eineinhalb Stunden begrenzt.

Appelle allein reichten nicht

Bevor die neue Vorgabe „scharf geschaltet“ wurde, hat der Edeka-Händler diese per Aushang angekündigt. Eine Veränderung des Gewohnten, wonach die private Stellfläche jahrzehntelang wie ein öffentlicher, aber nicht reglementierter Parkplatz betrachtet worden war. Mitarbeiter von Einrichtungen, Praxen und Betrieben aus dem Supermarkt-Komplex an der Münsterstraße und Nachbargebäuden blockierten zahlreiche Parkplätze, berichtet Tinz. Mit Appellen sei diesem Problem nicht beizukommen gewesen, so der Händler, der darauf angewiesen ist, dass seine Kunden vor dem Laden eine Lücke finden.

Veränderung sorgt für Aufregung

Ohne Aufregung ging der Wandel nicht vonstatten. „Es war ziemlich emotional“, fasst Tinz die Reaktionen bei Bürgern und Kunden zusammen. Manche von ihnen hätten sich auch erbost verabschiedet und schlügen nun einen weiten Bogen um den Supermarkt, nachdem sie aufgefordert worden waren, die neue Regelung zu befolgen oder gar zur Kasse gebeten wurden. 20 Euro werden fällig, wenn eine Parkscheibe fehlt oder das zeitliche Limit überschritten wird.

Parkwächter will Brücken bauen

Der Parkwächter im Dienste der Betreibergesellschaft PRM kommt freundlich, aber bestimmt daher, wenn er Autofahrer auf die geltenden Spielregeln hinweist. „90 Prozent der Leute sind einsichtig“, lautet die Bilanz des Kontrolleurs. Der Rest der Autofahrer schlage auch mal drastischere Töne an. Während der Parkwächter für sich beansprucht, „Brücken zu bauen“. Ein junger Mann, der mit seinem schwarzen Wagen geparkt, die Hinweisschilder aber übersehen oder ignoriert hat, kommt gerade vom Altenheim zurück, als das Bußgeld hinter die Wischer gesteckt wird. Es wandert in die Mülltonne, weil der Mediziner den „Tipp“ befolgt, noch ein paar Einkäufe zu tätigen.

Für Supermarktbetreiber eine Gratwanderung

Für Tinz und die Mitarbeiter der von ihm beauftragten Parkraumbewirtschafter ist es eine Gratwanderung, Ordnung zu schaffen, aber keine Kunden zu verprellen. Insgesamt, so das Fazit, gelinge dies.

Gewerbeverein bringt Idee eines Parkdecks ins Spiel

Supermarktbetreiber Andreas Tinz steht nicht alleine mit seinem Eindruck, dass Parkplätze im Ortskern knapp sind. Zwar gelte dies nicht rund um die Uhr, so aber zu Stoßzeiten und besonders am Markttag. Mit Blick auf die Umgestaltung der Mitte Sendens im Zuge des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) pochen die Kaufleute und Unternehmer auf den Erhalt der Stellplätze. Wenn einzelne von ihnen wegfallen, müsste in zumutbarer Nähe Ersatz geschaffen werden, darauf pocht Manfred Tiemann, Vorsitzender der Gilde. Dass dies gemeinsames Ziel von Verwaltung und Politik sei, hob Carsten Busche vom Bauamt hervor. Für Tiemann hat die Idee Charme, auf dem Parkplatz am Anton-Aulke-Ring (Rathaus) ein Parkdeck zu bauen. Dies läge relativ zentral und könnte den Ortskern entlasten, damit dort mehr Platz für Aufenthaltsqualität und Gestaltung bliebe.

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Das Parkproblem, das in Senden aber nicht nur vor dem Supermarkt an der Münsterstraße herrsche, werde durch seine Maßnahmen nur verschoben, gibt der Einzelhändler zu bedenken, der auch von den entstehenden Kanalterrassen mehr Parkdruck erwartet. Er weiß: Vor allem an Markttagen wie heute werde es im Herzen von Senden ohnehin schon eng.

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