Bauhof steckt im Winterdienst
Schneefront verlangt geballte Kräfte

Senden -

Alle verfügbaren Kräfte des 19-köpfigen Bauhofs bietet die Gemeinde für den Winterdienst auf. Personal und Maschinen werden aber nach einer strikten Priorisierung eingesetzt: Vorrang haben Hauptstraßen, Schulwege und Bushaltestellen.

Montag, 11.12.2017, 18:12 Uhr

Tatkräftiger Einsatz: Heikle Passagen wie die Brücke über die B 235 fordern viel Handarbeit. Auch die Kehrmaschine kam zum Einsatz. Für Radfahrer blieb es aber schwierig.
Tatkräftiger Einsatz: Heikle Passagen wie die Brücke über die B 235 fordern viel Handarbeit. Auch die Kehrmaschine kam zum Einsatz. Für Radfahrer blieb es aber schwierig. Foto: di

Während die meisten Sendener noch die Bettdecke hochgezogen hatten, hatten die meisten Männer vom Bauhof schon ihren orangenen Blaumann angezogen. Das Team der Gemeinde stand bereit, am Sonntag rückte es gegen fünf Uhr erstmals aus. Die weiße Pracht – sie kam mit Macht. Und sie blieb. Der Bauhof hat seitdem aufgeboten, was zur Verfügung steht. Fast alle aus der 19-köpfigen Belegschaft sind im Einsatz, bestätigt Klaus Mende , stellvertretender Fachbereichsleiter und Chef des Bauhofs.

Das ist politisch gewollt.

Klaus Mende über den Einsatz des Bauhofs, der nicht flächendeckend tätig werden kann

Dort organisiert vor allem Erich Holtschulte den Winterdienst. Was damit anfängt, dass Rohstoff vorhanden sein muss. Mit Salz und Splitt habe sich die Gemeinde gut eingedeckt. Und zwar mit Sackware statt Schüttgut, was beim Lagern von Vorteil sei, wie Mende ausführt. Engpässe, wie sie vor Jahren mal in einigen Kommunen für Schlagzeilen gesorgt haben, befürchtet Mende nicht. Das Bauhof-Team sei bei der Akquise „immer sehr kreativ“.

Die Kehrmaschine befreite wieder den Rad- und Fußweg zwischen Walskamp und Dorffeld von Schnee.

Die Kehrmaschine befreite wieder den Rad- und Fußweg zwischen Walskamp und Dorffeld von Schnee. Foto: di

Der Einsatz an der Schneefront verlangt hingegen vor allem tatkräftiges Zupacken und eine Priorisierung beim Einteilen der Kräfte wie der sechs Kommunalfahrzeuge. Hauptverkehrsstraßen und Schulwege stehen dabei ganz oben an. Im Umkehrschluss heißt das, dass nicht bis in alle Seitenstraßen von Wohngebieten geräumt und gestreut werden kann, stellt Mende klar. Die Abstufung nach vorrangigen Abschnitten im Gemeinde sei auch „politisch ausdrücklich erwünscht“, so der Leiter des Bauhofs.

Er erinnert daran, dass jeder Bürger – von denen bisher auch keine Klagen über den Winterdienst eingegangen seien – die Pflicht habe, vor der eigenen Haustür zu kehren.

Vorsicht und angepasste Fahrweise lautet die Maxime im Straßenverkehr. Mit dem Wintereinbruch haben die Autofahrer in Senden offenbar diese Devise befolgt und den Fuß vom Gas genommen, denn die Polizei meldet keine Unfälle im Gebiet der Stevergemeinde.

Für Radfahrer wurde es beispielsweise an der B 235 schwierig.

Für Radfahrer wurde es beispielsweise an der B 235 schwierig. Foto: di

Wo allerdings auch für Radfahrer der Schnee Hürden aufbaute. Der Radweg entlang der B 235 sowie die Brücke vom Walskamp zur Münsterstraße stellten (letztere trotz des Bauhof-Einsatzes) immer noch eine Herausforderung dar.

Ihren Unterricht haben die Schüler aber erreicht. Witterungsbedingte Ausfälle bestätigen beispielsweise Geschwister-Scholl-Realschule und Joseph-Haydn-Gymnasium auf Anfrage jedenfalls nicht. Auch die Fahrschüler seien pünktlich eingetroffen. Die Entscheidung, ob Kinder wegen heikler Wetterlage zu Hause bleiben, obliegt übrigens den Eltern. Dass sie dieses Recht beanspruchen, erwartet Ulrike Machers, Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule, nicht. Denn: Als jahreszeitengemäß bezeichnet sie die weiße Pracht.

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