Silvester
Böller und Raketen: Rücksicht nehmen ist Pflicht

Senden -

Wer das neue Jahr mit Böllern und Raketen begrüßen möchte, muss insbesondere im Bereich von Kirchen, Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern Rücksicht nehmen und einen vorgeschriebenen Mindestabstand von 50 beziehungsweise 200 Metern wahren.

Samstag, 30.12.2017, 01:45 Uhr aktualisiert: 30.12.2017, 16:50 Uhr
Jede Menge Unrat entsteht Jahr für Jahr in der Silvesternacht durch Böller, Raketen und Sektflachen. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Verursacher ihren Müll selbst fachgerecht entsorgen.
Jede Menge Unrat entsteht Jahr für Jahr in der Silvesternacht durch Böller, Raketen und Sektflachen. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Verursacher ihren Müll selbst fachgerecht entsorgen. Foto: Große Hüttmann

Alle Jahre wieder steigen mit buntem Feuerregen explodierende Raketen in den Himmel, um das neue Jahr zu begrüßen. Böller und knallende Sektkorken geben der ausgelassenen Partystimmung einen ganz eigenen, unüberhörbaren „Klang“. Einem Sendener graut allerdings jetzt schon vor dem „Tag danach“: „37 abgebrannte Raketen habe ich im vergangenen Jahr auf meinem Grundstück eingesammelt“, sagt der Mann, der namentlich nicht erwähnt werden möchte, und im Umfeld des Altenheims wohnt.

Dort und an einigen anderen Stellen in der Gemeinde ist nicht nur mit großer Vorsicht zu böllern. Es ist gar nicht gestattet: „Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern ist verboten“, hieß es auf WN-Anfrage bei der Sendener Verwaltung.

Sicheres Silvester

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  • Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann rät, in der anste-henden Silvesternacht nur geprüfte und zugelassene Feuerwerksartikel zu benutzen. „Insbesondere über das Internet werden immer wieder illegale Böller und Raketen gekauft, die eine unberechenbare Wirkung haben. Wer diese verbotenen Pyrotechnikartikel zündet, riskiert seine Gesundheit und sogar sein Leben“, warnt Minister Laumann.

    Foto: colourbox.com
  • Jedes Jahr kommt es in der Silvesternacht zu schweren Unfällen, bei denen Menschen Augenlicht, Hörvermögen oder Hände verlieren. Die Ursache ist meist: ein zu leichtfertiger Umgang mit gefährlichen Knall-körpern.

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  • Verbraucher können geprüftes und zugelassenes Feuerwerk unter an-derem am CE-Kennzeichen und der Kennnummer der Prüfstelle erken-nen. Der Kauf im namhaften Einzelhandel gibt zusätzlich Sicherheit.

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  • Auch in diesem Jahr sind wieder die Expertinnen und Experten der Be-zirksregierungen unterwegs, um gefährliches Feuerwerk aus dem Ver-kehr zu ziehen, bevor es in die Hände der Verbraucher gelangt. Dabei kontrollieren sie auch die Einhaltung der Vorschriften für den Verkauf von Feuerwerk. Feuerwerksartikel der Kategorie F2 (Raketen, Kano-nenschläge, Böller) dürfen nur an Personen ab 18 Jahren verkauft oder weitergegeben werden.

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  • Der Verkauf ist in diesem Jahr vom 28. bis zum 30. Dezember erlaubt, das Abbrennen nur am 31. Dezember und 1. Januar.

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  • Beim Kauf und Zünden von Feuerwerksartikeln sollten folgende Tipps beachtet werden:

    • beim Kauf auf das CE-Kennzeichen achten
    • Sicherheitshinweise genau lesen und beachten
    • Sicherheitsabstand, insbesondere zu Personen, einhalten
    • Böller nach dem Anzünden sofort wegwerfen
    • sich nach dem Zünden von Raketen und Fontänen schnell entfernen
    Foto: Oliver Werner
    • bei Raketen auf eine sichere „Abschussrampe“ achten.
    • Raketen und Fontänen nie unter Vordächern, Bäumen etc. zünden
    • „Blindgänger“ nie erneut zünden – am besten mit Wasser übergießen
    Foto: dpa
    • Keine Basteleien mit Feuerwerkskörpern – dies ist eine häufige Unfallursache
    • Fenster und Türen geschlossen halten, damit angezündete Feuerwerkskörper nicht in das Gebäude gelangen können
    • Haustiere in einen möglichst ruhigen Raum bringen
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  • Einen Handzettel mit den wichtigsten Tipps stellt das Ministerium kostenlos zur Verfügung: https://www.mags.nrw/broschuerenservice

    Weitergehende Informationen sind auch bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) erhältlich: https://www.bam.de/

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In der Nähe von Gebäuden oder Anlagen, die besonders leicht in Brand geraten können, dürfen Feuerwerkskörper nur in ausreichendem Abstand und unter Berücksichtigung der Windrichtung abgebrannt werden. Im Klartext: Bei der Zündung von Böllern und Raketen (Kategorie II) ist ein Mindestabstand von 50 beziehungsweise sogar 200 Metern zu bestimmten Gebäuden einzuhalten.

Das gilt in Senden zum Beispiel für das Altenheim St. Johannes, für die katholischen Kirchen, das evangelische Gemeindezentrum und den Spieker in Ottmarsbocholt. Darüber hinaus sollte ein Sicherheitsabstand auch zu Bäumen und Autos eingehalten werden. Ferner rät die Gemeindeverwaltung dazu, in der Silvesternacht vorsorglich sämtliche Lüftungsklappen und Fenster der Wohnung zu schließen. Dies gelte auch für Büro- und Betriebsräume, Läger, Schuppen und Garagen.

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Und was ist mit dem Unrat, der zurückbleibt ? „Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass jeder seinen Schmutz selbst entsorgt“, sagt Walter Hau­schopp, Chef des Sendender Liegenschaftsamtes. Für die Reinigung der Gehwege gelte jedoch die Straßenreinigungspflicht des Anwohners. „Und auch auf dem privaten Grundstück ist es leider so, dass der Eigentümer selbst in der Pflicht ist“, ergänzt Mitarbeiter René Günther.

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