Schulhund an der Geschwister-Scholl-Schule
Alle lieben Anton

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Anton ist ein junger athletischer Boxer-Rüde – aber die Ruhe selbst. Damit bringt er die Eigenschaften mit, zum Schulhund ausgebildet werden zu können. Das Lernklima in der Geschwister-Scholl-Schule verbessert der Vierbeiner schon jetzt.

Mittwoch, 10.01.2018, 19:01 Uhr

Schulhund Anton haben nicht nur die Schüler der Klasse 6 a von Barbara Hüsgen ins Herz geschlossen. Der ruhige Boxer wird über insgesamt 40 Trainingsstunden zum Therapiehund ausgebildet.
Schulhund Anton haben nicht nur die Schüler der Klasse 6 a von Barbara Hüsgen ins Herz geschlossen. Der ruhige Boxer wird über insgesamt 40 Trainingsstunden zum Therapiehund ausgebildet. Foto: di

Anton erobert die Herzen im Sturm. Dafür läutet der Vierbeiner aber keine Charmeoffensive ein – selbst das Schnarchen aus seiner Ecke trägt dazu bei, dass das Klassenklima harmonischer, lustiger und „chilliger“ wird. Wobei sich der athletisch-schlanke Boxer längst nicht immer auf seine Decke fläzt und ratzt. Nein, Anton ist aktiv, hat viele Aufgaben. Und viele Freunde. Der Rüde mit dem robusten Naturell – er scheint die Ruhe selbst zu sein – versieht seinen Dienst als neuer Schulhund der Geschwister-Scholl-Realschule.

Robuster Rüde und die Ruhe selbst

Genauer gesagt befindet sich der zweieinhalbjährige Rüde in der Ausbildung. Doch die Effekte sind schon spürbar. „An Anton-Tagen gehen wir lieber zur Schule“, ist sich eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern aus der Klasse 6 b beim Pressetermin einig. Welche Qualitäten Anton mitbringt, erkennt auch der WN-Redakteur sofort: Den Boxer bringt wohl nichts aus der Fassung. Jedenfalls scheint er resistent gegen quirlige Hektik eines Schulbetriebs und sehr empfänglich für die Streicheleinheiten der Schüler.

Charakter zählt, nicht die Rasse

Anton bringt den passenden Charakter mit, haben Gutachten gezeigt, als Barbara Hüsgen erwogen hatte, den Boxer in die Schulhund-Ausbildung zu stecken. Auf das Naturell kommt es an, nicht auf die Rasse, pflichtet Kai-Uwe Klabes bei, der als Trainer von der Braun-Klabes-Hundeschule, die Ausbildung von Anton übernimmt. Einmal pro Woche kommt er dafür nach Senden, wo auch die Schulgremien gefragt worden waren. Für die Schüler macht Unterricht mehr Spaß, sie büffeln motivierter, wenn der Boxer den Part übernimmt, einen von mehreren Beuteln mit Matheaufgaben zu suchen, womit er die Aufgaben auswählt, so ein Beispiel. Die Schülern lernen auch das Verhalten des Hundes kennen und nutzen ihn als Anschauungsobjekt – so in Biologie.

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Doch Anton gibt auch viel zurück. Zum Beispiel Kraft und Selbstbewusstsein. Eine Schülerin, die von sich selbst findet, dass sie für ihr Alter zu klein ist, beschreibt die Wirkung so: „Anton macht mir Mut. Ich denke dann: Lass die anderen labern . . .“

Ängste abbauen, Konzentration stärken

Der Hund hilft anderen Schülern, ihre Angst vor einer Klassenarbeit abzubauen, weil er Ruhe und Wärme ausstrahlt. Ebenso fördert der Schulhund in spe das Lernklima, wenn es den Realschulsprösslingen schwer fällt, sich auf den Unterricht zu konzentrieren, lauten die Erfahrungen von Lehrerin Barbara Hüsgen .

Sie bringt Anton seit Ende der Herbstferien zwei bis drei Mal pro Woche mit zur Schule. In den Pausen ist es geradezu begehrt, sich um den kräftigen, aber wohltemperierten Rüden zu kümmern. Verantwortung zu übernehmen fällt Kindern, die darin zuvor Schwächen hatten, plötzlich nicht mehr schwer, so das Resümee der Lehrerin.

An Anton-Tagen gehen wir lieber zur Schule.

Schüler der Klasse 6 a

Anton entschärft auch schwierige Gespräche zwischen Lehrern und Schülern oder trägt dazu bei, Fronten bei Problemen in der Gruppendynamik aufzulockern. „Der Hund ist ein sozialer Katalysator“, beschreibt Hüsgen, die Deutsch, Englisch und praktische Philosophie unterrichtet. Als sie mit Anton durch die Flure geht, springt ihr eine tierische Mission ins Auge: Ein etwa 15-jähriges Mädchen kämpft auf den Treppen mit den Tränen. Ein klarer Fall für Anton  . . .

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