Gefahr für spielende Kinder:
Schlammwüste am Hagenkamp

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Der gesamte Bereich zwischen Hagenkamp und Stever wird sicherheitshalber abgesperrt. Im Zuge der Renaturierung des Flusses werden dort mehrere Tausend Tonnen Schlamm zwischengelagert.

Dienstag, 30.01.2018, 16:01 Uhr

Tonnenweise holt der Bagger Schlamm aus den Nebenarmen (Teichen) der Stever. Dadurch wird das Flussbett etwa einen Meter tiefer gelegt. Auf diese Weise entsteht ein größerer Rückstaubereich für starke Regenereignisse (Hochwasserschutz).
Tonnenweise holt der Bagger Schlamm aus den Nebenarmen (Teichen) der Stever. Dadurch wird das Flussbett etwa einen Meter tiefer gelegt. Auf diese Weise entsteht ein größerer Rückstaubereich für starke Regenereignisse (Hochwasserschutz). Foto: sff

In vollen Zügen packt sich die Schaufel den wabernde Schlamm der Stever. Immer wieder reißt der Bagger den Arm in die Höhe und transportiert den muffige Modder in den wartenden Anhänger. Wenig später zockelt der Traktor mit der unappetitlichen Fracht los, um sie auf der 150 Meter entfernten Steverwiese abzukippen. Mit jeder Ladung verwandelt sich das Areal mehr und mehr in eine schwarz-graue Schlammwüste. Aus diesem Grund soll der gesamte Bereich zwischen Hagenkamp und Stever ab Donnerstagmittag (1. Februar) komplett gesperrt werden.

Stever-Aue: Die Renaturierung der Stever

„Der erste der beiden Teiche ist von der Firma Eggers bereits ausgebaggert worden. Jetzt haben die Arbeiten an dem in Richtung Wehr Schulze-Bremer gelegenen Seitenarm begonnen. Aus Sicherheitsgründen werden die Rad- und Fußwege sowie die gesamte Fläche inklusive Spielplatz abgesperrt“, berichtet Erwin Oberhaus . „Wir bitten die Eltern darauf zu achten, dass ihre Kinder fernbleiben und nicht dort spielen“, betont der Projektleiter der Sendener Bauverwaltung. Der Baustellenverkehr und die lagernden Schlamm-Massen, die noch viel Wasser enthalten, bergen nicht zu unterschätzende Gefahren, warnt Oberhaus vor leichtsinnigem Verhalten.

Die Stever-Aue am Hagenkamp verwandelt sich mehr und mehr in eine Schlammwüste.

Die Stever-Aue am Hagenkamp verwandelt sich mehr und mehr in eine Schlammwüste. Foto: sff

In den kommenden Wochen soll der Schlamm trocknen, damit er Ende März als feste Masse (rund 4500 Kubikmeter) abtransportiert und entsorgt werden kann. Parallel dazu beginnt der Rückbau des Stauwehrs Schulze-Bremer an der Steverstraße. Entschlammung und Rückbau dienen zum einen der Renaturierung der Stever und zum anderen dem Hochwasserschutz (WN berichteten). Ferner soll Ende Februar/Anfang März ein Teilbereich des Wortbaches entschlammt werden. Diese Vorhaben im Rahmen des Regionale-Projektes „Lebendige Stever“ umfassen eine Auftragssumme von fast 600 000 Euro. Rund 80 Prozent finanziert das Land Nordrhein-Westfalen. Der Rest wird über die Gemeinde abgerechnet.

Während am Hagenkamp fleißig gebaggert wird, ruht die nur etwa 300 Meter entfernt liegende Stever-Baustelle auf Höhe des Lebenshilfe-Wohnheims. Dort soll – wie berichtet – ein barrierefreier, gepflasterter Aufenthaltsbereich mit Sitzbänken angelegt werden. Grund für den aktuellen Stillstand: Während der Bauphase habe sich herausgestellt, berichtet Oberhaus, dass die Gründung der Fläche noch einmal überplant werden muss. Nichtsdestotrotz geht der Projektleiter davon aus, dass sowohl die Arbeiten im Bereich des Wohnheims als auch am Wehr Schulze-Bremer und am Hagenkamp bis Ende Mai/Anfang Juni abgeschlossen sind.

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