Wohnheim für 24 Menschen mit Assistenzbedarf entsteht am Davertweg
St. Georg startet Neubau-Projekt

Ottmarsbocholt -

Das Sozialwerk St. Georg möchte im April mit dem Neubau eines Wohnheims für Menschen mit Assistenzbedarf am Davertweg beginnen. Es soll im Sommer 2019 bezugsfertig sein. Anschließend wird Haus Davert abgerissen, um Platz für ein Senioren-Wohnprojekt zu schaffen.

Dienstag, 13.03.2018, 15:03 Uhr

Auf dem Gartengelände von Haus Davert entsteht ein neues Wohnheim für 24 Menschen mit Assistenzbedarf. Die Eröffnung ist für Sommer 2019 geplant. Anschließend soll der Altbau abgerissen werden, um Platz für ein Senioren-Wohnprojekt zu schaffen.
Auf dem Gartengelände von Haus Davert entsteht ein neues Wohnheim für 24 Menschen mit Assistenzbedarf. Die Eröffnung ist für Sommer 2019 geplant. Anschließend soll der Altbau abgerissen werden, um Platz für ein Senioren-Wohnprojekt zu schaffen. Foto: sff/Sozialwerk St. Georg

Der Boden für den Neubau ist bereitet. Bäume, Büsche, Sträucher und alle Utensilien sind aus dem Garten von Haus Davert entfernt worden. „Uns fehlt nur noch die endgültige Baugenehmigung durch den Kreis Coesfeld, die wir in diesem Monat erwarten“, berichtet Dieter Kornmann auf WN-Anfrage. Der Geschäftsführer des Sozialwerkes St. Georg geht davon aus, dass nach der Ausschreibung, der erste Bagger „im April, spätestens Anfang Mai“ anrücken wird. Ziel sei es, den Neubau des „Wohnheims für Menschen mit Assistenzbedarf“ im Sommer 2019 zu eröffnen. Anschließend soll ein Senioren-Wohnprojekt am Davertweg entstehen. Die ursprünglich geplanten sieben Tagespflegeplätze werden dort jedoch nicht verwirklicht.

In Haus Davert leben 17 Klienten des Sozialwerkes. Brandschutz und Barrierefreiheit entsprechen allerdings nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Aus diesem Grund entsteht im heutigen Garten ein modern ausgestattetes Domizil, das 24 Klienten in vier Vierer-Wohngemeinschaften sowie in acht Einzelappartements Platz bietet. Nach dem Umzug wird Haus Davert abgerissen. Es soll – ebenso wie die benachbarte Trauerhalle – einem sozial geförderten Senioren-Wohnprojekt von St. Georg weichen.

Südansicht (Blick aus Richtung der St. Urbankirche) des geplanten Wohnheims für Menschen mit Assistenzbedarf

Südansicht (Blick aus Richtung der St. Urbankirche) des geplanten Wohnheims für Menschen mit Assistenzbedarf

Bis dahin müssen noch einige Stolperstein beziehungsweise Hürden überwunden werden. Nach Kornmanns Worten sind Grundstücksangelegenheiten mit der Kirchengemeinde zu regeln. Ferner müsse die Baugenehmigung eingeholt sowie ein Ersatz für die Trauerhalle geschaffen werden. Geht alles glatt, könnte die Abrissbirne gegen Ende 2019/Anfang 2020 anrücken und der Bau des Senioren-Wohnprojektes beginnen, das dann im Frühjahr 2021 fertiggestellt werden könnte.

Anders als im Erstkonzept vorgesehen, wird das Sozialwerk auf Tagespflege am Davertweg verzichten. „Wir wollten ursprünglich sieben Plätze in dem Gebäude integrieren“, räumt Kornmann ein. Es sei jedoch zeitlich nicht möglich gewesen, fristgerecht in 2017 einen entsprechenden Bauantrag zu stellen. „Seit Anfang 2018 gelten neue energetische Anforderungen. Hätten wir diese erfüllen müssen, wäre das Projekt um einen sechsstelligen Betrag teurer geworden. Die Mehrkosten hätten wir miettechnisch nicht umlegen können“, so der Geschäftsführer. Aus dieser „Kosten-Nutzen-Abwägung“ heraus habe St. Georg das Projekt beschleunigt.

Gleichwohl ist die Tagespflege in Ottmarsbocholt nicht vom Tisch. Denn das benachbarte Grundstück von Haus Stoffers, das sich im Besitz der Gemeinde Senden befindet, könnte optional zur Verfügung gestellt werden. Zurzeit dient das gegenüber der St. Urbankirche gelegene Gebäude Geflüchteten als Unterkunft.

„Im politischen Raum muss darüber nachgedacht werden, ob dort eine Einrichtung geschaffen wird, in der auch Tagespflege angeboten wird“, sagt Bürgermeister Sebastian Täger auf WN-Anfrage. Diese könnte dann in der Trägerschaft von St. Georg, aber auch eines anderen sozialen Dienstes, realisiert werden. Zuvor sei ein Strukturkonzept zu erarbeiten, „das den Bedürfnissen der Ottmarsbocholter gerecht wird“, betont der Bürgermeister.

Die Mehrkosten hätten wir miettechnisch nicht umlegen können.

Dieter Kornmann zum Wegfall der Tagespflegeplätze
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