„Jazz live“ im Schloss Senden
Zuhörer bekommen echte Sensation geboten

Senden -

Die Zuschauer des Schloss-Konzertes in der Reihe „Jazz live“ bekamen einen sensationellen Musikgenuss geboten.

Sonntag, 18.03.2018, 14:03 Uhr

Der Jazzgenuss beim Konzert im Schloss dürfte nur schwer überboten werden. Das Denkmal bot eine stilvolle Kulisse.
Der Jazzgenuss beim Konzert im Schloss dürfte nur schwer überboten werden. Das Denkmal bot eine stilvolle Kulisse. Foto: dk

Für die Jazzfreunde Sendens dürfte es schwer werden, den Jazzabend vom Freitag im Schloss noch einmal zu überbieten. Denn das, was dort der Gitarrist Philipp van Endert , gemeinsam mit dem Trompeter und dem Flügelhornisten Christian Kappe sowie André Nendza am Bass, an jazzmusikalischer Unterhaltung bot, war schlicht sensationell. Jazz als Kammermusik edelster Machart. Gegen die zahlreichen sogenannten Jazz-Meetings das Jahr über ringsum im Lande, von der Lautstärke her eher der Kranger Kirmes als dem Genuss angepasst, glich der Abend im historischen Ambiente eher einem sanft schmelzenden Sorbet als dem Gletscherkalben wie gewohnt.

Sendens Rathaus-Kulturväter in Sachen Jazz müssen ein feines Gespür gehabt haben, als sie diese musikalische Delikatesse aus dem riesigen Supermarkt-Angebot an Bands und Combos herausgefischt haben.

Schloss Senden hat sich für den Abend als Konzertkulisse herausgeputzt.

Schloss Senden hat sich für den Abend als Konzertkulisse herausgeputzt. Foto: dk

Jedenfalls starrten die Besucher trotz nicht gerade opulenter Sitzmöglichkeit, auf engstem Raum zusammengepfercht, schier ungläubig auf das Trio vor ihnen. Die Tristesse des Umbruchs ringsum bald vergessend, lauschten sie verzückt einer Musik, die sie selbst zumeist nur noch von uralten „His Masters Voice“-Platten her in Erinnerung hatten. Plötzlich lebten sie alle wieder, ihre Geister schwebten durch die Dunkelheit: Größen der vergangenen 40er und 50er Jahren, Jazzgrößen à la Miles Davis oder Roy Eldrige. Philipp van Enderts sensibler, fast schon intimer Umgang mit den Ressourcen einer Musik, die zumeist erst nach Kriegsende über den großen Teich zu uns herüber geschwappt und beinahe schon vergessen war, lässt diese Klänge aufleben. Und wie! – Nicht auf Dezibel, sondern mit Feeling serviert. Jazz als Kammermusik. Ausschließlich zum Genuss.

Man musste die Vita der drei Instrumentalisten nicht kennen, ihre Entwicklung als Stipendiaten an den renommiertesten Musikhochschulen Europas nachlesen und die vielen in- und ausländischen Preise, die jeder des Trios in den letzten Jahren und Jahrzehnten schon gewonnen hat, aufzählen, um die einsame Klasse zu erkennen. Der kunstvolle Aufbau weltbekannter Jazz-Kompositionen auf fast schon symphonischer Schiene reichte für einen unvergesslichen Kultur-Abend im alten Schloss zu Senden.

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