Klimastammtisch Senden feiert Premiere
„Jeder kann etwas beitragen“

Senden -

Was kann lokal getan werden, um das globale Problem zu bekämpfen? Beim ersten Klimastammtisch der Gemeinde Senden sprudelten viele Ideen hervor. Die Veranstaltung soll nach dem erfolgreichen Start regelmäßig stattfinden.

Mittwoch, 28.03.2018, 19:03 Uhr

Petra Volmerg, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Senden, hatte sich gut auf die Veranstaltung vorbereitet.
Petra Volmerg, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Senden, hatte sich gut auf die Veranstaltung vorbereitet. Foto: Gemeinde Senden

Ein gut gefüllter Sitzungssaal im Rathaus, erwartungsvoll gespannte Bürger und Mandatsträger aus der Politik und eine gut vorbereitete Klimaschutzmanagerin Petra Volmerg waren die besten Voraussetzungen für den ersten Klimastammtisch der Gemeinde Senden. Die Veranstaltung ist als Auftakt zu einem regelmäßigen Austausch zwischen interessierten Bürgern und Vertretern aus der kommunalen Politik sowie Bürgern untereinander zu verstehen, der sich mit dem globalen Klimawandel und den Folgen befasst.

Aber es geht ganz besonders auch um das, „was ein Sendener Bürger selber tun kann, um im Alltag der Vergiftung unserer Atmosphäre entgegenzuwirken“, heißt es in der Pressemitteilung. „Klimaschutz fängt im Kopf an“, bestätigt Volmerg im Gespräch mit den Teilnehmern, „jeder kann etwas beitragen, um seine persönliche Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten.“

Nach einer kurzen Einführung über den Klimawandel im Allgemeinen geht es rasch ins Detail. Wer weiß schon, dass jeder Bürger in Deutschland im Schnitt knapp neun Tonnen Kohlendioxid pro Jahr in die Atmosphäre abgibt? Durchs Autofahren, Heizen, Stromverbrauch und, und, und. Dabei liege Deutschland beim absoluten CO-Ausstoß auf Platz 6 der weltweiten Klimasünder, dieses Gas schiebt den Treibhauseffekt an und lässt die globale Temperatur ansteigen. Es ist die Stellschraube schlechthin, die jeder einzelne für sich beeinflussen kann und muss.

„Die regenreichen Winter, trockenen Sommer und vermehrten Starkregenereignisse sind nur Vorboten dessen, was auf uns zukommt,“ warnt Volmerg, „Fauna und Flora können sich nicht schnell genug auf diese Veränderungen einstellen!“ Dass es mit den neun Tonnen Kohlendioxid nicht so weitergehen kann, betont auch Helmut Hillringhaus, einer der Teilnehmer und Fraktionsmitglied der Grünen. „Wir müssen global unterhalb von zwei Tonnen kommen, und zwar in den nächsten 25 Jahren, sonst wird uns die Erderwärmung eine Schlinge um den Hals legen. Zum Heizen, für die Mobilität und zur Stromerzeugung müssen wir langfristig vollständig von fossilen Energieträgern weg.“

Dazu trugen die versammelten Bürger in der Diskussionsrunde so zahlreiche Vorschläge zusammen, dass Petra Volmerg kaum so schnell mitschreiben konnte. Unter anderem wurde die Attraktivierung des Radverkehrs genannt und hierbei besonders auf die Qualität der Radwege und die Radwegeführung hingewiesen. Die noch karge und deshalb ausbaufähige Infrastruktur von Ladesäulen für Elektroautos wurde ebenso angemahnt, wie der teure und unflexible öffentliche Nahverkehr. Der große Erfolg des ersten Bürgerbusses spreche ja für sich, so die Teilnehmer. Zwar ist die S 90 eine der meistgefragten Buslinien im Umkreis, ist sie jedoch zu den Stoßzeiten oft sehr voll und zu bestimmten Zeiten in die Rückrichtung leer.

Weitere Ziele sind beim ersten Klimastammtisch ins Auge gefasst worden: so wird angeregt, eine Mitfahr-App auf der neuen Homepage der Gemeinde zu verlinken, um den Pendlerverkehr von täglich 7000 Arbeitnehmern zu reduzieren.

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