Dauerbaustelle: Anwohner warten auf Fachfirma
„Still ruht der See“ an der Heide

Ottmarsbocholt -

Die Geduld von Anwohnern auf der Heide wird strapaziert. Ein Fortschritt bei einer Baustelle ist jetzt aber in Sicht.

Donnerstag, 10.05.2018, 08:05 Uhr

Große landwirtschaftliche Fahrzeugen passieren die Heide. Deshalb wünschen sich die Anwohner einen sicheren Geh- und Radweg.
Große landwirtschaftliche Fahrzeugen passieren die Heide. Deshalb wünschen sich die Anwohner einen sicheren Geh- und Radweg. Foto: sff

„Gut Ding will Weile haben“, sagt ein altes Sprichwort. Doch für Georg Mann und seine Nachbarn an der Heide dauert diese „Weile“ viel zu lang: „Schon seit circa zwei Jahren will die Gemeinde in Zusammenarbeit mit uns Bürgern einen Geh- und Radweg erstellen. Doch seit Langem liegt die Baustelle still. Ich finde das beschämend“, so der Ottmarsbocholter.

Die Bushaltestelle und Teile des Weges sind mittlerweile zwar fertig gestellt worden. Doch die Anwohner kommen nicht weiter, weil von einer Fachfirma in einem Teilbereich noch das Hochbord in Beton gesetzt, Schotter eingetragen und die Asphaltierung vervollständigt werden muss, berichtet Mann. „Das Material ist vor Ort. Jetzt warten wir mit fünf Nachbarn darauf, dass die vorbereitenden Arbeiten endlich abgeschlossen werden und wir weitermachen könne.“ Der Geh- und Radweg sei den Anwohnern wichtig, weil die Straße von großen landwirtschaftlichen Fahrzeugen und von Autofahrern als Verbindung zur B 58 genutzt werde.

Mit Blick auf die Vorgeschichte sieht Klaus Mende die Situation an der Heide aus einer anderen Perspektive. Zunächst sei der Straßenrand auf der gegenüberliegenden Seite von den dort wohnenden Nachbarn in Eigenleistung gepflastert worden, berichtet der Sachbereichsleiter der Gemeinde Senden. Erst darauf hin sei der Wunsch an die Verwaltung herangetragen worden, auch die andere Straßenseite entsprechend auszubauen. „Wenn die Gemeinde diese Arbeiten durchgeführt hätte, hätten wir auch die anderen Bürger, die bereits Eigenleistung erbracht hatten, aufgrund des Kommunalen Baugesetzbuches mit Beiträgen belasten müssen“, schildert Mende die rechtliche Seite. Aus diesem Grund sei von den Kommunalpolitikern entschieden worden, „dass die Gemeinde das Material stellt und die Anwohner entsprechende Eigenleistungen erbringen müssen“. Im Folgenden sei dann allerdings ein Nachbar „ausgeschert“, so dass diese Lösung infrage gestellt worden sei. Diesen Umstand räumt auch Georg Mann ein: „Ein Anwohner hat sich gesperrt. Er will mit der Sache nichts zu tun haben. Deshalb stand das Projekt etwa ein halbes Jahr lang still.“ Im Oktober habe ein Unternehmen allerdings kurzzeitig wieder weiter gearbeitet. „Still ruht der See seither“, kommentiert der Ottmarsbocholter.

„Wir haben eine Hochzeit bei den Baumaßnahmen. Konjunkturelle läuft es heiß“, begründet Mende die lange Pause an der Heide. Kleine Baustellen müssten oft länger warten, wenn die Firmen ihre Mitarbeiter für größere Projekte brauchten. Nach dem monatelangen Stillstand an der Heide sollen die noch ausstehenden Facharbeiten jedoch in der kommenden Woche wieder aufgenommen und abgeschlossen werden, sodass die bereitwilligen Anwohner „mit ihren Eigenleistungen loslegen können“, kündigt der Sachbereichsleiter an.

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