Kabarettist Carsten Höfer begeistert auf der Rathaus-Bühne
Lebensberater der Herzen

Senden -

Glatt, elegant in dunklen Zwirn, sprachbegabt und charmant begeisterte der Kabarettist Carsten Höfer am Mittwochabend im Bürgersaal des Rathauses sein überwiegend weibliches Publikum.

Freitag, 25.05.2018, 16:30 Uhr

Carsten Höfer ein tiefenpsychologisch geschulter Frauenversteher, der den „Noch-Nicht-Second-Männern“ in Senden reichlich Tipps gab. Allerdings bestand das Publikum überwiegend aus Frauen.
Carsten Höfer ein tiefenpsychologisch geschulter Frauenversteher, der den „Noch-Nicht-Second-Männern“ in Senden reichlich Tipps gab. Allerdings bestand das Publikum überwiegend aus Frauen. Foto: Dieter Klein

Ein Lob vorweg: In Senden haben schon viele gute Kabarettisten gastiert. Der eine ätzend scharf, der andere schlüpfrig bis seicht. Nur einen Gentleman wie Carsten Höfer, der es tatsächlich schaffte, sein Publikum zwei Stunden lang „wiehern zu lassen“, gab‘s noch nie. Pardon: Doch schon einmal: Ihn selbst! Als der „Frauenversteher“ begeisterte der Top-Kabarettist schon einmal das verwöhnte Sendener Publikum.

Und als allwissender Frauenversteher stieg er auch am Mittwochabend wieder auf die Bühne im Bürgersaal des Rathauses – nun aber offiziell als „Secondhand-Mann“, so der Titel des neuen Programms. Glatt, elegant in dunklen Zwirn, sprachbegabt, charmant, lächelnd: „Sie sehen selbst. Ich, der Secondhand Mann, der geschiedene, folglich gebrauchte Mann, bin auch schon obenrum kahl. Bei gebrauchten Autos sagt man ‚Der Lack ist ab‘. Bei mir sind‘s die Haare!“

Das Publikum – es überwiegt Sendens Weiblichkeit – klatscht begeistert. Danach noch oft. Eigentlich ununterbrochen. Denn der „gebrauchte Mann“ lässt nichts aus, was ihn durch eine „Rückrufaktion“ gefährden könnte. Berühmte „Frauenversteher“ geistern durch die Gedanken: Casanova, Rasputin, Helmut Berger. . .“

Höfer schlägt sie zweifellos alle. Eben weil er sich nicht selbstverliebt als den Traum-Gockel jeder Frau hält, sondern gleich damit beginnt, (logischerweise) als Frauenversteher die imaginäre Gedankenwelt der Frau zu sezieren und die daraus gewonnene geistige DNA für sich selbst zu nutzen. Und das in so liebenswert unkomplizierter, geradezu naiv kindlicher Pipi-Langstrumpf-Didaktik, dass es eine Freude ist, ihm zuzuhören.

Niemand wird beleidigt. Kein Geschlecht bloßgestellt. Der „Secondhand-Mann“, der Mann mit der staatlich gestempelten Scheidungsurkunde, habe doch alle Fehler bereits begangen, also hinter sich. Er sei damit unbestritten der bessere Liebhaber. Er wisse, wie er Fehler im Ansatz vermeiden müsse, um das eheliche Glück nicht zu gefährden.

Am Beispiel eines geplanten romantischen Abendessens mit der Liebsten beim Italiener stellt Höfer alle möglichen Eventual-Fallen auf und erklärt gleich dazu, was dem Mann das Hineintapsen mit fatalen Folgen verhindern hilft. Mit komödiantischer Tiefenpsychologie rät er dem „Noch-Nicht-Second-Mann“: „Achten Sie auf jede Wortstellung. Sagte sie: ‚So dick‘ oder ‚Zu dick‘? War es eine Frage oder eine Feststellung? Am besten sagen Sie: „Ach Du mein Schatz: Du bist, so wie Du bist, die perfekte Frau meines Lebens. Die ich so immer lieben werde. . .“ Carsten Höfer ist zweifellos der „Lebensberater der Herzen“.

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