Regierungspräsidentin besucht Senden
Begegnung am „Begegnungshaus“

Senden -

Die Chefin der Bezirksregierung ermunterte die Gemeinde Senden, erneut einen Förderantrag für Sanierung und Umbau von Haus Palz zu stellen. Das Denkmal soll als Haus der Begegnung fungieren.

Dienstag, 29.05.2018, 17:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 29.05.2018, 14:40 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 29.05.2018, 17:00 Uhr
Großer Bahnhof für die Behördenchefin: An dem Rundgang mit Dorothee Feller nahmen Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie der Eigentümer und Angehörige des Heimatvereins Senden teil.
Großer Bahnhof für die Behördenchefin: An dem Rundgang mit Dorothee Feller nahmen Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie der Eigentümer und Angehörige des Heimatvereins Senden teil. Foto: di

Die Investitionssumme ist hoch, die Förderung auch. Sanierung und Umbau des Hauses Palz schlagen, inklusive Erwerb der Liegenschaft, mit circa 2,8 Millionen Euro zu Buche. Geradezu zum „Schnäppchen“ würde die Verwandlung zu einem Haus der Begegnung , wenn der Griff in einen Fördertopf gelingen würde, der einen Zuschuss in Höhe von 90 Prozent beschert. Der Fonds „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier NRW“ wird auch im laufenden Jahr aufgelegt. Die Chancen, dass Senden diesmal zu den Profiteuren gehört, stehen nicht schlecht, sagte Dorothee Feller am Montag bei ihrer Visite vor Ort. Freilich, einer Entscheidung vorgreifen wollte die Regierungspräsidentin nicht.

Viel Platz und zentrale Lage

Ihr Antrittsbesuch führte die Chefin der Landesbehörde auch zum und ins Haus Palz. Dass das Denkmal, das mit üppigem Platzangebot und zentraler Lage punktet, nach zwölfjährigem Leerstand wiederbelebt werden könnte, begrüßt die Behördenchefin. Zumal in dieser Nutzungsform: Ein Haus der Begegnung sei „sehr wichtig“ für Vereine, die dort ein „Zuhause“ finden und eine Anlaufstelle für ihre Arbeit bieten könnten. Das ehrenamtliche Engagement der Vereine sollte durch Projekte wie Haus Palz anerkannt werden.

Das Ehrenamt darf man nicht nur in Sonntagsreden anerkennen.

Dorothee Feller würdigt den Einsatz besonders des Heimatvereins, der ein „Zuhause“ bekommen sollte

Dass der Einsatz fürs Gemeinwesen wertgeschätzt werde, dürfe „nicht nur in Sonntagsreden“ beschworen werden, sondern „muss sich auch zeigen“. Konkret im Blick hatte Feller bei dieser Aussage besonders den Heimatverein Senden, der schon viel Hingabe, Zeit und Sachverstand in das Projekt Haus Palz gesteckt hat, wie die Behördenchefin zuvor erfahren hatte. Dass dieses Vorhaben auch in der Bürgerschaft verankert worden sei und von ihr mitgetragen werde, ergänzte Bürgermeister Sebastian Täger gegenüber der Regierungspräsidentin. Sie bemerkte beim Rundgang durch das einstige Wohnhaus, dass die Vorarbeiten für das Begegnungshaus-Projekt weit gediehen sind. Denn Architekt Eckhard Scholz veranschaulichte nicht nur alle Details aus der Baugeschichte des Denkmals, sondern führte mit Inbrunst und im Indikativ auch aus, wie und wo das Gebäude umkrempelt wird.

Ortstermin an Haus Palz

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  • Architekt Eckhard Scholz erläutert Dorothee Feller des Besonderheiten des Denkmals.

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  • Regierungspräsidentin Dorothee Feller im Gespräch mit Architekt Eckhard Scholz.

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  • Eckhard Scholz erläutert die Umbaupläne.

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  • Regierungspräsidentin Dorothee Feller im Gespräch mit Eigentümer Wilhelm Palz.

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  • Die Regierungspräsidentin wurde mit einem großen Bahnhof empfangen.

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  • Der Heimatverein Senden hat das Haus Palz untersucht und Umbaupläne erstellt.

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  • Untersuchungen von Haus Palz durch den Heimatverein.

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  • Impressionen aus dem Inneren des Denkmals.

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  • Aufgang zur Upkammer in Haus Palz.

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  • Schäden wurden begutachtet.

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  • Eckhard Scholz, Bürgermeister Täger und Heimatverein bei einem Ortstermin.

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  • Haus Palz an der Münsterstraße gilt als ältestes Gebäude im Ortskern Sendens.

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  • Viele Gestaltungsmöglichkeiten bietet der großzügige Dachboden.

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  • Untersuchungen an der Substanz von Haus Palz.

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  • Haus Palz könnte als Haus der Begegnung fungieren.

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  • Untersuchungen an Haus Palz.

    Foto: di

Erste Anlauf scheiterte

Im ersten Anlauf scheiterte im vorigen Jahr dieser Plan, weil die Fördermittel nicht nach Senden flossen. Der Grund dafür „lag aber nicht in der Qualität des Projektes“, hob die Regierungspräsidentin hervor. Vielmehr sei der Topf angesichts einer Fülle von Anträgen „überzeichnet“ gewesen. Feller ermutigte die Gemeinde Senden, erneut einen Antrag zu stellen. Die Ausschreibung passe haargenau auf das Vorhaben, gab auch Täger Zuversicht als Devise aus.

Ältestes Gebäude im Ortskern

Haus Palz stammt von 1572 und ist das älteste Gebäude im Ortskern.

Von 1807 bis 1813 fungierte es als Zollstation am Dümmer, so Angaben von Heimatverein und Architekt.

1859 hat Familie Palz das Haus erworben, das 1992 in die Denkmalliste eingetragen wurde und seit 2005 leer steht.

Vereine, die das Gebäude nutzen, sollen Pflege und Unterhalt der Liegenschaft mit übernehmen.

Die Nutzfläche beträgt 560 Quadratmeter.

...

Gleichsam als Plan B wies die Chefin der Behörde am münsterischen Domplatz zudem darauf hin, dass andere Zuschusskanäle in Betracht kommen könnten. Das Zusammenleben stärken und Identifikation mit der Heimat zu stiften – dies seien Aufgaben, die die Regierung in Düsseldorf besonders begleiten möchte, sagte Feller. Was Agnes Wiesker und ihre Mitstreiter des Heimatvereins gerne vernahmen.

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