Ehepaar Gerd und Inge Schüttpelz wird elektrisch mobil
„Wir erfahren Senden neu“

Senden -

Gerd (89) und Inge (79) Schüttpelz haben ihren Führerschein abgegeben und sich einen gemeinsamen elektrischen Rollstuhl angeschafft. Nun entdeckt das Ehepaar Senden auf ganz neue Weise, bleibt mobil und kann Kontakt zu Freunden halten.

Freitag, 01.06.2018, 17:26 Uhr

Inge und Gerd Schüttpelz sind glücklich und zufrieden mit ihrem „Vital Phönix“, den sie für Einkaufsfahrten, Arztbesuche und Ausflüge in die Natur nutzen.
Inge und Gerd Schüttpelz sind glücklich und zufrieden mit ihrem „Vital Phönix“, den sie für Einkaufsfahrten, Arztbesuche und Ausflüge in die Natur nutzen. Foto: sff

Den Führerschein abzugeben, das war für Gerd Schüttpelz eine „Vernunftentscheidung“, die er, wie er sagt, schweren Herzens getroffen hat: „Ich habe zusammen mit meiner Tochter lange überlegt, ob ich es tun soll“, erinnert sich der 89-Jährige. „Bis heute bin ich in der Verkehrssünderkartei in Flensburg nicht bekannt. Und außerdem hatte ich einen so schönen Dacia in der Garage stehen. Das Auto abzugeben, hat mir in der Seele wehgetan“, gibt der Sendener unumwunden zu. Seine Frau Inge (79) war schon im vergangenen Jahr vom Pkw auf einen elektrischen Rollstuhl umgestiegen, so dass beide ohne eigenes Auto nicht mehr gemeinsam mobil sein konnten.

Doch seit kurzem ist das Ehepaar wieder auf vier Rädern glücklich vereint: auf einem zweisitzigen Elektromobil. Es handele sich um das einzige Gefährt dieser Art in Senden, betont das Ehepaar, das zusammen fast 170 Lebensjahre auf dem Zweisitzer vereinigt.

„Am Steuer sitze ich, weil ich der Chef bin, der Kommandant“, lacht der 89-Jährige zwinkernd. Richtig Spaß macht ihm, das Hupen: „Aufgepasst, jetzt kommen wir . . .“

Doch für die Eheleute ist der „Vital Phönix“ weit mehr als ein Spaß-Mobil. „Für uns ist der Zweisitzer ganz wichtig, weil wir kein Auto und auch keine Fahrräder mehr haben. Jetzt können wir alle Einkäufe und Arztbesuche wieder gemeinsam erledigen. Das gibt uns wieder ein gutes Lebensgefühl“, sind sich beide einig, dass der Schritt, den Führerschein abzugeben, gar nicht so schlimm war, wie befürchtet. Außerdem kann das Ehepaar nun schöne Tage in der Natur in trauter Zweisamkeit genießen – Ausflüge zur Stever und zur Kleingartenanlage etwa. „Wir erfahren Senden ganz neu“, freut sich Inge Schüttpelz.

Die Seniorin war schon im vergangenen Jahr oft mit ihrem elektrischen Einsitzer unterwegs. „Den hat sich mein Mann manchmal ausgeborgt“, bemerkt die 79-Jährige verschmitzt. Schließlich ergab sich die Gelegenheit, „den Zweisitzer innerhalb der Familie günstig zu erwerben“. Nach vierwöchiger Probezeit fiel die Entscheidung, den Phönix zu behalten. Schnell ist der „Vogel aus der Asche“ mit seinen sechs Stundenkilometern nicht gerade, doch sorgt er beim Ehepaar Schüttpelz aufgrund seiner Nützlichkeit und des gemeinsamen Spaß-Faktors durchaus für „erhebende Momente“. „Wieder gemeinsam unterwegs zu sein – das ist schön“, schwärmt die Seniorin. Und sicherer als mit dem Pkw oder dem Fahrrad sei der „Phönix“ ohnehin, blickt Gerd Schüttpelz auf seine Bypass-Operationen zurück.

Das Sendener Ehepaar legt großen Wert darauf, im Alter mobil zu bleiben. Denn Gerd Schüttpelz ist seit 1971 als Tischtennistrainer beim DJK aktiv und möchte zwei Mal in der Woche zu seinen Sportskameraden in die Halle. Zusammen mit seiner Inge war er viele Jahre lang mit den Wanderfreunden Senden auf Tour. Mittlerweile können die Schüttpelz zwar nicht mehr mitlaufen. „Aber wir fahren mittwochs um 10 Uhr zu Maria, zum Café am Brunnen, um uns mit den Wanderfreunden zu treffen. Es ist uns wichtig, Kontakt zu den Leuten zu halten“, betont das Ehepaar.

Das Auto abzugeben, hat mir in der Seele wehgetan.

Gerd Schüttpelz
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