Weit verzweigte Familie Rave gibt sich in Ottmarsbocholt ein Stelldichein
Stammbaum wächst seit 800 Jahren

Ottmarsbocholt -

Ein großes Wiedersehen feiern Raves aus ganz Deutschland am Wochenende in Ottmarsbocholt und Münster. Der Stammbaum der Familie reicht bis ins Jahr 1220 zurück und umfasst insgesamt 2613 Personen.

Dienstag, 05.06.2018, 12:00 Uhr

Detaillierte Stammtafeln dokumentieren die Geschichte der Raves bis in das 13. Jahrhundert zurück. Zum 15. Familientag erwarten Klemens und Josef Rave am nächsten Wochenende über 80 Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Niederlanden.
Detaillierte Stammtafeln dokumentieren die Geschichte der Raves bis in das 13. Jahrhundert zurück. Zum 15. Familientag erwarten Klemens und Josef Rave am nächsten Wochenende über 80 Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Niederlanden. Foto: ure

Von den Raves gibt es in Ottmarsbocholt eine ganze Menge. 22 wohnen hier in acht Familien. Und alle haben die gleiche Stammtafel. Am nächsten Wochenende wird die Anzahl der Raves im Dorf noch um ein Mehrfaches höher sein. Denn dann geben sich über 80 Raves aus ganz Deutschland und den Niederlanden hier ein Stelldichein. Anlass ist ein Familientag der Sippe, der nach 1938 jetzt zum 15. Mal stattfindet – und nach 1998 nun zum zweiten Mal in Ottmarsbocholt und in Münster.

Der Stammbaum der Raves hat einen gewaltigen Umfang. Er reicht fast 800 Jahre zurück und umfasst 2613 Personen (1706 Raven und 913 Ehepartner). 650 davon leben derzeit noch, die Älteste ist 101 Jahre alt. Die Vorfahren lassen sich zurückverfolgen bis in das Jahr 1220. Es ist ausgesprochen selten – ja, man kann es als eine Rarität bezeichnen – dass Nachweise für eine Familiengeschichte derart lange erhalten geblieben sind. Denn ganz oft hat der Dreißigjährige Krieg eine Zäsur bedeutet, weil bei Plünderungen und Verwüstungen wertvolle Schriftstücke vernichtet wurden. Wenn sich der Ursprung der Raves trotzdem noch rekonstruieren ließ, so dürfte dies darauf zurückzuführen sein, dass viele von diesem Geschlecht in staatlichen und kirchlichen Stellen tätig waren, wo Bücher geführt wurden (etwa als Bürgermeister oder Küster). Und dort waren diese Akten offensichtlich auch besser geschützt. Das ist jedenfalls die Erklärung, die zwei der Ottmarsbocholter Raves, nämlich Josef und Klemens, in einem Pressegespräch für die lange Historie haben. Josef Rave ist von 1984 bis 2008 Sippenvater und Familiensprecher gewesen.

Die erste Erwähnung ihres Namens findet sich auf einer Urkunde des Ägidiiklosters in Münster im Jahre 1220. Bis heute sind 27 nachfolgende Generationen lückenlos festgehalten worden, die sich über die ganze Welt verteilen. Einen aus der Familie Rave hat es ins australische Melbourne verschlagen, einen anderen nach Japan. Und zwei inzwischen verstorbene Nonnen hatten ihre Lebensaufgabe in Argentinien gefunden.

Den kompletten Stammbaum zu Papier zu bringen, das war zu Zeiten, als es noch keinen digitalen Druck gab, eine Heidenarbeit. Und man brauchte dafür unglaublich viel Platz. Josef und seine Frau Theresia Rave benötigten in den 1990er Jahren die halbe Wohnung, um alle Blätter unter- und nebeneinander auszulegen. Und das, obwohl die Ahnen-Aufstellung bereits im 18. Jahrhundert in zwei separate Stammbäume geteilt worden war, weil die Namensanordnung schlichtweg ausuferte. Um die Übersichtlichkeit weiter zu verbessern, wurde Ende des vorigen Jahrhunderts schließlich der umfangreiche niederländische Zweig in eine dritte Stammtafel ausgegliedert.

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