Lara Bender engagiert sich ein Jahr lang als Freiwillige in Tansania
Karneval kommt mit nach Afrika

Ottmarsbocholt -

Die 18-jährige Lara Bender fliegt am 9. Juli nach Tansania, wo sie ein Jahr lang als Freiwillige im Dienst des Bistums an einer Vor- und Grundschule tätig sein wird. Ihre Begeisterung für den Ottmarsbocholter Karneval möchte sie in die pädagogische Arbeit mit den Kindern einfließen lassen.

Donnerstag, 28.06.2018, 17:16 Uhr

Lara Bender fühlt sich gut vorbereitet, wenn sie sich am 9. Juli auf den Weg nach Tansania macht.
Lara Bender fühlt sich gut vorbereitet, wenn sie sich am 9. Juli auf den Weg nach Tansania macht.

Lara Bender ist glücklich und voller Vorfreude. Doch es macht sich auch ein bisschen Wehmut breit. Aber ihr Entschluss steht fest, und damit geht für sie ein Traum in Erfüllung: Am 9. Juli setzt sich die 18-Jährige in den Flieger, der sie nach Tansania bringt. Das nächste Jahr verbringt die Abiturientin dann gut 11 000 Kilometer entfernt von ihrem Zuhause in Ottmarsbocholt. „Das wollte ich schon lange. Ich habe die Interneteinträge der Freiwilligen verfolgt, die sich in Tansania engagieren“, erzählt sie. Einige kennt sie sogar, denn aus der Region machen sich viele junge Menschen auf den Weg, um über das Bistum Münster einen Freiwilligendienst in Afrika oder Lateinamerika zu absolvieren.

Tansania war das Land, das auf Benders Wunschliste ganz oben stand. „Ich spreche zwar ein bisschen Spanisch, aber seit ich eine Dokumentation über Tansania gesehen habe, stand mein Entschluss fest, nach Afrika zu gehen“, berichtet sie. Nun büffelt sie eine neue Sprache: Kisuaheli. „Einige Ehemaligen unterrichten uns, damit wir schon mal eine Basis haben, wenn wir ankommen“, sagt die 18-Jährige. Insgesamt fühlt sie sich durch die zwei Seminare, an denen sie gemeinsam mit weiteren 28 Freiwilligen teilgenommen hat, bestens vorbereitet. „Ich gehe mit einer positiven Aufregung und Freude und weniger mit Angst nach Tansania, denn wir haben im Vorfeld viel erfahren“, verrät sie.

Ein Jahr lang wird sie in Iringa an einer Vor- und Grundschule als Aushilfslehrerin Sport unterrichten und den IT-Lehrer unterstützen. „Zudem können wir noch verschiedene AG’s anbieten“, berichtet Bender. Gemeinsam mit drei weiteren Freiwilligen wird sie auf dem Gelände, auf dem es auch noch ein Waisenhaus gibt, leben. „Das Projekt ist gut entwickelt, denn es besteht schon seit 2002. Die ersten Freiwilligen aus dem Bistum haben noch beim Bau der Schule geholfen“, weiß sie. Ihre Familie hat sie vorgewarnt, dass sie sich nicht jeden Tag via Handy melden wird, auch wenn die Technik vieles möglich macht. „Ich finde es wichtig, anzukommen. Und das funktioniert nur, wenn ich mich auf die Menschen vor Ort einlasse und nicht in Gedanken zu Hause bin.“

Sicherlich wird sie ihre Familie und Freund vermissen. Und noch etwas: das Tanzen in der Karnevalsgarde. „Ich bin in Ottmarsbocholt mit dem Karneval groß geworden und mit meiner Tanzgarde sehr verwachsen“, gibt sie zu. Doch sie hat schon eine Idee, wie sie dem Heimweh zur närrischen Zeit entgegenwirken kann. Sie plant, den Karneval mit nach Iringa zu nehmen. „Ich kann mir vorstellen, mit den Kindern und den anderen Freiwilligen einige Tänze einzuüben, Kostüme zu basteln und am Rosenmontag zu feiern.“ Ganz auf ihre Eltern und die beiden Geschwister muss sie wohl nicht verzichten. „Sie überlegen, ob sie in den Osterferien nach Tansania kommen und mich in Iringa besuchen, denn sie wollten immer schon mal nach Afrika.“ Doch nun geht es erst einmal allein los.

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