Edith-Stein-Schule feiert 50. Geburtstag
Anerkennung reicht weit ins Umland hinein

Senden -

Die Edith-Stein-Schule steckt in keiner Midlife-Crisis, sondern voller Energie und Ideen. Davon konnten sich die Gratulanten überzeugen, die Glückwünsche zum 50-jährigen Bestehen überbrachten.

Donnerstag, 12.07.2018, 20:20 Uhr

„Cheftrainer“ Rainer Leifken skizzierte den Wandel, den die Schule in 50 Jahren erlebt hat.
„Cheftrainer“ Rainer Leifken skizzierte den Wandel, den die Schule in 50 Jahren erlebt hat. Foto: di

Und noch eine Strophe, packend vorgetragen, nicht enden wollende Lyrik. Dramatisch, fesselnd. Dass ausgerechnet ein Gedicht von Theodor Fontane offenbart, welcher pädagogischer Geist die Edith-Stein-Schule prägt und welche Talente dort zum Vorschein kommen, hat wohl kaum einer der vielen Besucher beim Blick ins Programm geahnt, die zum runden Geburtstag in die Schule strömten. Doch als die klare Stimme von Bushra Fatima (Klasse 7 b), die erst seit knapp zwei Jahren in Deutschland lebt, auswendig mit der kompletten Ballade „John Maynard“ den Saal ausfüllte, wurde deutlich, dass dieser Lernort zweierlei leistet: Fähigkeiten fördern und Selbstbewusstsein stärken.

Wertevermittlung und Erziehungsaufgaben

Womit zwei Grundtugenden hervortraten, die auch Schulleiter Rainer Leifken beschwor. Der „Cheftrainer“, der seinem ganzen Team dankte, skizzierte den Wandel, den die Hauptschule durchlaufen hat, die 1968 die Volksschule abgelöst hat. Mit ambitioniertem Anspruch: Das Leistungsniveau sollte gesteigert, das allgemeine Bildungsniveau und die Bildungschancen sollten verbessert werden. Dieses Ziel bleibt, aber neben der Wissensvermittlung übernimmt die Edith-Stein-Schule immer mehr erzieherische Aufgaben. Im vollen Spektrum, das von der Werteerziehung, Gesundheitserziehung und Suchtprävention bis zur Verkehrserziehung, Medienkompetenz, Integration, Inklusion und zur Berufsorientierung reicht, wie Leifken auffächerte. Den letzten Punkt griff der Rektor besonders auf, denn zum Profil der Edith-Stein-Schule, die weit über Senden hinaus Anerkennung finde, gehöre es, die Absolventen darauf vorzubereiten, was ihnen im betrieblichen Alltag begegnet.

Edith-Stein-Schule Senden feiert 50. Geburtstag

1/19
  • Viele Gratulanten in der Mensa: Die Edith-Stein-Schule feiert 50. Geburtstag.

    Foto: di
  • Die Schüler der 6a beteiligten sich mit einer Sound-Performance.

    Foto: di
  • Volles Haus in der Schulmensa.

    Foto: di
  • „Cheftrainer“: Schulleiter Rainer Leifken.

    Foto: di
  • Rainer Leifken bei seiner Ansprache in der Mensa.

    Foto: di
  • Spielten eine Cover-Version von Passenger: Risana Sivasubramaniam, Loreen Dopp und Michelle Kirst-Helberg mit Henning Moser.

    Foto: di
  • Sebastian Täger übermittelt Grußworte als Bürgermeister.

    Foto: di
  • Bürgermeister Täger überreicht ein Geburtstagsgeschenk an Schulleiter Reiner Leifken.

    Foto: di
  • Bushra Fatima trägt die Ballade "John Maynard" von Theodor Fontane vor.

    Foto: di
  • Spende eines Kooperationspartners der Schule aus der Wirtschaft. Geschäftsführer Peter Tschoepe und Irene Langguth (Inhaberin) überreichen 1000-Euro-Spende an Rainer Leifken.

    Foto: di
  • Vorsitzender der Schulpflegschaft, Andreas Jülich.

    Foto: di
  • Sockentanz der Fünftklässler.

    Foto: di
  • Erster Rektor Otto Kamphues.

    Foto: di
  • Quicklebendiger Jubilar: Die Edith-Stein-Schule feiert den 50. Geburtstag. Foto: di
  • Catering der Extraklasse: Schüler hatten mit Profiunterstützung die Häppchen vorbereitet und kredenzt.

    Foto: di
  • Beim Schulfest wurde viel Action geboten.

    Foto: di
  • Quicklebendiger Jubilar: Die Edith-Stein-Schule feiert den 50. Geburtstag. Foto: di
  • Quicklebendiger Jubilar: Die Edith-Stein-Schule feiert den 50. Geburtstag. Foto: di
  • Quicklebendiger Jubilar: Die Edith-Stein-Schule feiert den 50. Geburtstag. Foto: di

Von Elfenbeinturm-Bildung keine Spur: Nicht nur Werkstätten und Ateliers der Schule, sondern auch Kooperationen mit Unternehmen schlagen eine Brücke ins reale Leben.

An dieser Ausrichtung der Edith-Stein-Schule knüpfte Bürgermeister Sebastian Täger in seinem Glückwünschen an. „Die vielen beruflichen Karrieren, die ehemalige Sendener Hauptschüler beschritten haben, sind ein klarer Beleg für die erfolgreiche pädagogische Arbeit an dieser Schule“, betonte er. Täger würdigte ihre Rolle in einem durchlässigen dreigliedrigen Schulsystem. Der Bürgermeister unterstrich, dass die Leistungen der Edith-Stein-Schule insofern noch höher einzuschätzen seien, als „dass die Rahmenbedingungen alles andere als rosig waren und sind“. Dazu zählte der Rathaus-Chef „fragwürdig schulideologisch betriebene Landespolitik“ früherer Jahre und das generelle Imageproblem dieser Schulform. Entgegen dem Trend habe die Gemeinde als Schulträger „sehr mutig und ganz bewusst“ auf die Vorteile und Stärken des dreigliedrigen Systems gesetzt.

Eine Lanze für die Schulform, die erst selbst besucht hat, und für die Edith-Stein-Schule, die sein Kind durchlaufen hat, brach Andreas Jülich. Der Vorsitzende der Schulpflegschaft dankte dafür, dass es dem ganzen Stab gelinge, „die Kinder auf den Sprung ins kalte Wasser vorzubereiten“.

Otto Kamphues, Rektor von 1968 bis 1976, hob hervor, dass zu einer guten Schule gehöre, dass ein gemeinsames Erziehungskonzept jeden Tag und von allen gelebt werde. Genau wie in der Edith-Stein-Schule. Bushra Fatima will diese Schule übrigens als Fudament für weitere Pläne nutzen. Zu ihren Berufswünschen befragt, sagt die gebürtige Pakistanerin: „Ich glaube, ich möchte Ärztin werden.“

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5902157?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
Rotphasen sorgen für lange Staus – und für Unmut
An den beiden innerstädtischen Bahnübergängen bilden sich im Tagesverlauf immer wieder lange Staus, wenn die Ampeln Rot zeigen.
Nachrichten-Ticker