Verein Modell Senden musste Reißleine ziehen
Insolvenzverfahren ist eröffnet

Senden -

Der Verein „Modell Senden“, Träger von Möbelkontor und Werkstätten, steckt im Insolvenzverfahren, das am 1. Juli eröffnet worden ist. Neun Mitarbeitern musste gekündigt werden. Der Verein ist in eine Schieflage geraten, weil Fördermittel nicht mehr ausgezahlt werden konnten.

Dienstag, 17.07.2018, 14:44 Uhr

Der Verkauf ruht: Das Möbelkontor hat geschlossen. Und ein Zettel im Eingang deutet darauf hin, dass es für immer sein könnte.
Der Verkauf ruht: Das Möbelkontor hat geschlossen. Und ein Zettel im Eingang deutet darauf hin, dass es für immer sein könnte. Foto: di

Unter dem Aktenzeichen 78 IN 20/18 wird ein Vereinsleben „abgewickelt“. Ausgerechnet für den Verein, der sich der Hilfe für benachteiligte Menschen verschrieben hatte, war keine Hilfe mehr in Sicht. Das „Modell Senden e. V., Verein für ökonomische Initiativen in der Sozialarbeit“ musste die Reißleine ziehen. Der Vorstand selbst hatte Insolvenzantrag gestellt. Das offizielle Verfahren über bestehende Verpflichtungen und noch verbleibendes Vermögen des Vereins wurde am 1. Juli eröffnet.

Ein nicht sehr kompliziertes, aber ungewöhnliches Verfahren für Thorsten Groeneveld von der Kanzlei Zbik (Gescher/Darup), der zum Insolvenzverwalter bestellt worden ist. Dass ein Verein, der sich sozialen Aufgaben gestellt hat, zahlungsunfähig wird, sei „sehr selten“, so der Jurist gegenüber den WN. Wie Groeneveld bestätigt, liegen sowohl Zahlungsunfähigkeit als auch Überschuldung als Insolvenzgründe vor.

Der Verein Modell Senden, der sich lange Zeit Anerkennung über Senden hinaus verschafft hatte, sei in eine Schieflage geraten. Ohne die Umstände konkret erläutern zu dürfen, schildert der Mitarbeiter der auf Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei den Verlauf so: Dem Verein, der Menschen selbst im Laden „Möbelkontor“ und in Werkstätten beschäftigte und auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereitete, seien Fördermittel (die besonders vom Kreis Coesfeld stammten) weggebrochen. Denn die Zuweisungen seien an pädagogisches Personal geknüpft gewesen, das zuletzt nicht mehr zur Verfügung stand; wozu unter anderem Krankheitsgründe geführt haben sollen.

Die Förderung für die Maßnahmen deckte zu einem gewissen Teil auch Defizite ab, die durch den Betrieb des Einzelhandels („Möbelkontor“) aufliefen. Als die Förderung fehlte, seien die finanziellen Lücken immer größer geworden, weshalb im Mai per Insolvenzantrag die Notbremse gezogen worden sei.

Von der Zahlungsunfähigkeit seien keine Menschen betroffen, die in einer womöglich noch laufenden Maßnahme steckten, da für diese seit März keine Mittel mehr geflossen seien, erklärt der Jurist aus dem Zbik-Team.

Wohl aber sei neun Mitarbeitern des Vereins gekündigt worden, die im Laden oder den Werkstätten tätig waren. In den Monaten April, Mai und Juni seien ihre Löhne noch aus der Insolvenzgeld-Kasse der Bundesanstalt für Arbeit gezahlt worden, so Groeneveld.

Er äußert vorsichtige Zuversicht, dass die inhaltliche Arbeit des Modells Senden/Zentrum Lenz weitergeführt werden könne. „Da sind wir in guten Gesprächen“, so der Jurist. An das ausdauernde Engagement für Langzeitarbeitslose, das vom Verein Modell Senden geleistet wurde, soll möglichst angeknüpft werden, hofft der Insolvenzverwalter.

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