Renaturierungsprojekt in der Alvingheide:
Freiheit für den Helmerbach

Bösensell -

Behördenvertreter und Anwohner haben gemeinsam den ersten Spatenstich für die Renaturierung des Helmerbachs in der Bauerschaft Alvingheide gesetzt. Neben der Ökologie dient das Projekt auch dem Hochwasserschutz.

Freitag, 10.08.2018, 17:58 Uhr

Zum symbolischen „ersten Spatenstich“ zur Renaturierung des Helmerbaches fanden sich Behördenvertreter sowie Vertreter der Anwohnerfamilien an der Uferböschung zusammen.
Zum symbolischen „ersten Spatenstich“ zur Renaturierung des Helmerbaches fanden sich Behördenvertreter sowie Vertreter der Anwohnerfamilien an der Uferböschung zusammen. Foto: Dieter Klein

Im Moment verdient der Helmerbach im Verlauf der Bauerschaft Alvingheide nicht einmal den Namen Bach. Denn bis auf ein paar schlammige Pfützen ist das Gewässer ausgetrocknet. Zurzeit nutzen allemal ein paar Feldmäuse den schmalen Graben, um ungesehen von hungrigen Greifvögeln ihre Verwandtschaft besuchen zu können.

„Das Gewässer soll naturnah gestaltet und aufgeweitet werden. Die Maßnahme, die sich über ein rund 600 Meter langes Teilstück erstreckt, wird voraussichtlich bis Ende Oktober/Anfang November abgeschlossen“, berichtet Projektleiter Marco Pfeil . Am Dienstagabend erfolgte der „erste Spatenstich“. Dazu fanden sich vor Ort Behördenvertreter, unter anderem vom „Wasser- und Bodenverband Obere Berkel“ mit ihrem Verbandsvorsteher Josef Schulze Frenking-Backmann, Vertreter der bauausführenden Firma Vornholt sowie Mitglieder der Anwohner-Familien Klabautschke, Große Austrup und Schulze Dernebockholt zusammen.

Der Helmerbach soll durch die Renaturierung wieder frei zu seinem ehemaligen Altlauf finden können. Aus diesem Grund werden rund 1500 Kubikmetern ausgebaggert. „Der anfallende Boden ist für die Ausbringung auf Ackerflächen geeignet und kann in größeren Teilmengen an Landwirte abgegeben werden“, berichtet der Projektleiter. Interessierte können sich unter ✆ 02 51 / 4 17 51 69 melden.

Der Bachlauf wird nicht nur ausgebaggert, so dass er wieder natürlich verlaufen kann. „Gleichzeitig wird ein Querbauwerk, ein sogenannter Sohlabsturz, entfernt, der die Durchgängigkeit für Fische und Kleinstlebewesen bisher unmöglich machte“, führt Pfeil aus. Auch werden in dem projektierten Bereich innerhalb der Bauerschaft Alvingheide an einigen Stellen die Ufer abgesenkt, damit sich der Helmerbach wie gewünscht mäanderartig ausbreiten, und so möglicherweise eine Auenlandschaft bilden kann. Die hierfür erforderliche Fläche wurde gegen eine Nutzungsausfallentschädigung von einem Anlieger bereitgestellt.

Laut Aussage von Carsten Bohn von der baubegleitenden AG der Wasser- und Bodenverbände Westfalen-Lippe soll das Projekt gleichzeitig zusätzlichen „Retensionsraum“ schaffen. Hochwasserereignissen können dann durch ein größeres Auffangvolumen abgemildert werden. Die Finanzierung des im Gesamtkomplex 100 000 Euro teuren Projekts ist gesichert: 80 Prozent werden über die Bezirksregierung vom Land NRW gefördert. Die restlichen 20 Prozent Eigenanteil des Wasser- und Bodenverbandes werden durch den Verkauf der durch die ökologische Aufwertung erzielen „Ökopunkte“ finanziert, erläutert Pfeil.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5962480?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
So werden Familien vom Kinderhospizdienst unterstützt
Seit Jahren ein starkes Team (v. l.): Anke Hubschmid vom Kinderhospizdienst und Sonja Geier mit Lotta und Lasse.
Nachrichten-Ticker