Anwohner kritisieren Bauamt
Natur am Buskamp „unnötig zerstört“

Senden -

Im Auftrag der Gemeinde Senden ist ein etwa 400 Meter langer Graben am Buskamp ausgebaggert worden, an dem sich unter anderem Ringelnattern angesiedelt hatten. Anwohner kritisieren diesen – ihrer Meinung nach – unnötigen Kahlschlag.

Montag, 13.08.2018, 11:08 Uhr

Dieser östlich des Wohngebiets Buskamp verlaufende Graben ist im Auftrag der Gemeinde ausgebaggert und freigeschlagen worden. Dort hatten sich unter anderem Ringelnattern angesiedelt.
Dieser östlich des Wohngebiets Buskamp verlaufende Graben ist im Auftrag der Gemeinde ausgebaggert und freigeschlagen worden. Dort hatten sich unter anderem Ringelnattern angesiedelt. Foto: sff

Ein Graben ist ein Graben, möchte man meinen. Doch so einfach ist die Rechnung nicht immer. Das zeigt eine Meinungsverschiedenheit zwischen Anliegern des Wohngebietes Buskamp und dem Bauamt der Gemeinde Senden. Dabei geht es um den Umgang mit einem breiten, rund 400 Meter langen, östlich des Buskamps verlaufenden Graben. Dort hatten sich diverse Pflanzen und Kleinlebewesen, darunter auch Ringelnattern, angesiedelt. Doch dieses „Biotop“ ist weitgehend zerstört worden.

Im Auftrag der Gemeinde ist der kleine Kanal ausgebaggert, die Böschung komplett freigeschlagen worden. Anwohner zeigen sich irritiert über diesen – wie sie meinen – „unnötigen Kahlschlag“. Dass man die Einleitungsbereiche für das Regenwasser frei schneidet, sei nachvollziehbar. Dass der komplette Graben ausgebaggert werde, sei total unnötig. Der Lebensraum der Tiere und Pflanzen werde komplett zerstört. Außerdem sei im Naturschutzgesetz geregelt, dass Eingriffe nicht in der Zeit von März bis September erfolgen dürfen.

Marcus Thies beurteilt die Situation komplett anders: „Bei dem Graben handelt es sich um einen ehemaligen Wasserlauf, der im Zuge der Erschließung des Baugebietes in ein Rückhaltebecken umgewandelt wurde“, berichtet der Mitarbeiter des Sendener Bauamtes. Es handele sich somit um kein natürliches Biotop, sondern um ein „technisches Bauwerk“. Es diene dazu, das Wasser bei starken Niederschlagsereignissen zurückzuhalten. Es bestehe sonst die Gefahr, dass die Regenwasserkanalisation überflutet werde und dann gegebenenfalls auf der Straße und den Grundstücken steht. „Das Becken muss stets sauber gehalten werden, damit immer ein bestimmtes Mindestvolumen zur Wasseraufnahme vorhanden ist. Beim Ausbaggern handelte es sich um eine reine Unterhaltungsmaßnahme, die wir turnusmäßig durchführen lassen“, erläutert der Mitarbeiter der Sendener Bauverwaltung.

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