Reitermesse: Pfarrer Benedikt Ende segnet die Haustiere
„Und Gott sah, dass es gut war...“

Bösensell -

Einige Begegnungen der besonderen Art erlebte Pfarrer Benedikt Ende, als er am Sonntag bei der Reitermesse in Bösensell Haustiere segnete.

Freitag, 31.08.2018, 17:54 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 27.08.2018, 11:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 31.08.2018, 17:54 Uhr
„Es gibt einen Herrgott der Pferde“ schrieb einmal ein bekannter deutscher Erzähler. Zum Reitergottesdienst kamen jedoch nicht allein Pferdehalter mit ihren Tieren. Es wurden auch ungewöhnliche Haustiere vorgestellt.
„Es gibt einen Herrgott der Pferde“ schrieb einmal ein bekannter deutscher Erzähler. Zum Reitergottesdienst kamen jedoch nicht allein Pferdehalter mit ihren Tieren. Es wurden auch ungewöhnliche Haustiere vorgestellt. Foto: Dieter Klein

Reitermesse mit Segnung der Haustiere: Das ist nichts Ungewöhnliches. Es sei denn, man erlebt einen solchen Gottesdienst mit über 350 Besuchern in Bösensell. Selbst Pfarrer Benedikt Ende staunte: „Ihr Bösenseller seid schon ein ganz besonderer Menschenschlag.“ Und das meinte er respektvoll anerkennend.

Doch zunächst begann die Open-Air-Messe wie erwartet. Der Reitplatz vor der Halle war abgegrenzt und blumengeschmückt. Strohballen bildeten den Altar. Matthias Brüggemann sorgte für Musik. Im weiten Rund Stuhlreihen für die Gläubigen. Viele hatten ihre Hunde dabei – vom Minipinscher bis zum weißen Schäferhund. Logisch: Auch ein paar putzmuntere Kläffer gaben ihre Kommentare ab. Die meisten der angeleinten Vierbeiner zeigten sich jedoch gut erzogen und zurückhaltend. Bis auf „Coco“, eine gemütliche schwarze Dackelhündin. Die sich – völlig unbeeindruckt von Mensch und Artgenossen – Messdienern und Pfarrer anschloss und durch alle Stuhlreihen hin zum Altar dackelte. „Der Hund von Bernd . Hat hier wohl das Sagen“, flüsterte jemand unter den Besuchern. (Mit Bernd war Bernd Ahlbrand gemeint, Vorsitzender des Reitervereins).

„Gott schuf die Tiere – und Gott sah, dass es gut war“, betete der Pfarrer und predigte von der „Spur Gottes in den Tieren“.

Reitergottesdienst mit Tiersegnung

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  • Foto: Dieter Klein
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  • Reitergottesdienst mit Tiersegnung Foto: Dieter Klein
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Dann, nach Aufforderung, kamen die Bösenseller mit ihren Vierbeinern zum Altar und ließen sich und ihre Hunde segnen. Schließlich wandte sich der Priester an die Kinder und fragte sie nach ihren Lieblingstieren. „Was sind deine Tiere? Hast du welche dabei?“. Der so angesprochene Bub schüttelte den Kopf: „Ging nicht. Ich habe Fische!“ „Warum Fische?“ „Weil die so schön bunt sind!“ Verständnisvolle Überraschung. Der zweite Junge schüttelte gleich den Kopf: „Ich liebe Bienen. Aber die konnte ich ja wohl auch nicht mitbringen.“ Und dann der Clou: „Ich liebe Spinnen. Viele Spinnen. Hab‘ ich aber auch nicht mit.“ Pfarrer Ende zuckte förmlich zusammen und wollte nur noch wissen: „Ja, was findest Du denn an Spinnen so schön?“ Die Antwort überraschend wie spontan: „Damit kann ich die Mama so schön ängstigen . . .“ Heiteres Gelächter, vermischt mit unterdrücktem Mitleid für die Mutter, folgte auf dem kecken Knabenspruch.

Zum Schluss der Messe zogen die jungen Reiter des Vereins ihre Ponys und Pferde aus den Ställen und brachten sie zum Segen in die Nähe des Geistlichen. Der hielt sich mit Weihwasser und Buchsbaumwedel hinter der Absperrung zurück. Zum Glück. Denn so manches Ross stampfte unwillig. Wohl nicht des Wassers, sondern der ruckartigen Begegnung wegen. Nach der Segnung wurde es gemütlich. Bei Bier und Grillwurst zogen Düfte über den Platz, die auch die letzten, inzwischen längst eingeschlafenen Hunde aus ihren Träumen rissen.

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