Künstlerin Gisela Holtermann räumt ihre Werkstatt am Laurentius-Brunnen
Atelier soll Wohnraum werden

Senden -

Nach 29 Jahren räumt die Künstlerin Gisela Holtermann ihre Werkstatt am Laurentius-Brunnen. Das ehemalige Ackerbürgerhaus ist baulich in einem schlechten Zustand. Es soll saniert werden und künftig neuen Wohnraum bieten.

Mittwoch, 05.09.2018, 16:12 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 05.09.2018, 16:12 Uhr
Schweren Herzens räumt die Künstlerin Gisela Holtermann ihre Werkstatt am Brunnen. Einen Teil ihrer Bilder möchte sie im Rahmen einer Verkaufsausstellung veräußern. Das ehemalige Ackerbürgerhaus, in dem ihr Atelier beheimatete ist, soll saniert und in ein Wohnhaus umgewandelt werden.
Schweren Herzens räumt die Künstlerin Gisela Holtermann ihre Werkstatt am Brunnen. Einen Teil ihrer Bilder möchte sie im Rahmen einer Verkaufsausstellung veräußern. Das ehemalige Ackerbürgerhaus, in dem ihr Atelier beheimatete ist, soll saniert und in ein Wohnhaus umgewandelt werden. Foto: sff

Wehmut ergreift Gisela Holtermann , wenn sie in diesen Tagen durch ihr Atelier am Laurentius-Brunnen schreitet. Denn nach 29 Jahren muss sie ihrer Kreativwerkstatt im historischen Haus Frerichmann Ade sagen: „Es tut weh, obwohl ich den Abschied geahnt habe. Der Zahn der Zeit hat am Mauerwerk genagt“, sagt die Künstlerin.

Diese Narben möchte Annette Wiesmann heilen: „Das Gebäude stammt wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert. Wir wollen schauen, ob wir es sanieren können, um dort neuen Wohnraum zu schaffen“, berichtet die Eigentümerin auf WN-Anfrage. Ob das gelingt, sei offen und müsse geprüft werden. „Wir stehen noch ganz am Anfang und müssen erst mal einen Bauantrag stellen“, sagt Wiesmann. Sollte eine Sanierung nicht infrage kommen, müsse über den Abriss des Gebäudes nachgedacht werden.

Die Sachlage sieht auch Holtermann mit klaren Augen. Gleichwohl hängen unzählige Erinnerungen an dem historischen Gemäuer. „Der Ort hat eine ganz besondere Atmosphäre. Als ich 1989 hier einzog, war es so, als hätte der Bildhauer Alexander Frerichmann seine Werkstatt gerade erst verlassen. Steinmetzwerkzeug lag noch hier drinnen“, blickt Holtermann zurück. Der 1960 verstorbene Frerichmann war ein anerkannter Künstler seiner Zeit. Er stammte gebürtig aus Senden und arbeitete in Berlin, Rom, Münster und zuletzt in seinem Heimatort. Einzelne Reliefe und Statuen in dem zwischen Brunnenplatz, Eintrachtstraße und Herrenstraße gelegenen einstigen Ackerbürgerhaus erinnern auch heute noch an das Wirken des Bildhauers.

Für Holtermann war der Ort „ein Refugium, in dem ich Muße fand. Hier, in der kreativen Atmosphäre, war ich allein mit der Kunst“, sagt die Malerin, die neben ihren Bildern auch durch ihre Objekte aus Zigarrenkisten über Sendens Grenzen hinaus bekannt geworden ist.

Die Künstlerin nimmt nun Abschied auf Raten: Am 8. und 15. September (jeweils ein Samstag) öffnet sie ihre Werkstatt am Brunnen, jeweils von 10 bis 18 Uhr, voraussichtlich zum letzten Mal für die Öffentlichkeit. An diesen Tagen lädt sie alle Interessierten zu einer Verkaufsausstellung ein. Künstlerisch geht ihr Wirken nun zu Hause, im heimischen Atelier, weiter.

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