Insolvenz „Modell Senden“: Anzeige erstattet
Staatsanwaltschaft ermittelt

Senden -

Im Zusammenhang mit der Insolvenz des Vereins „Modell Senden“ sind Anzeigen bei der Staatsanwalt Münster eingegangen. Die Ermittlungen sind soeben angelaufen.

Donnerstag, 06.09.2018, 15:54 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.09.2018, 15:54 Uhr
Auf den Entrümpelungs- und Entsorgungskosten für das ehemalige „Zentrum Lenz“ wird voraussichtlich die Gemeinde Senden hängen bleiben.
Auf den Entrümpelungs- und Entsorgungskosten für das ehemalige „Zentrum Lenz“ wird voraussichtlich die Gemeinde Senden hängen bleiben. Foto: sff

Die Pleite des Vereins „Modell Senden“ als Träger des Arbeitslosenzentrums „Lenz“ könnte neben dem Anfang Juli eröffnete Insolvenzverfahren ( WN berichteten) nun auch noch ein gerichtliches Nachspiel zur Folge haben.

„Privatpersonen haben Mitte Juni Anzeige erstattet wegen Betrugs, Insolvenzverschleppung und anderer Delikte“, erklärte Martin Botzenhardt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster, auf Anfrage der Westfälischen Nachrichten. „Wir haben die Ermittlungen aufgenommen, stehen aber noch ganz am Anfang des Verfahrens“, führte der Jurist aus. Der Vorwurf der Insolvenzverschleppung sei jedoch schon zum jetzigen Zeitpunkt auszuschließen, da die entsprechenden Paragrafen auf Vereine nicht anwendbar seien, sagte der Oberstaatsanwalt.

Der für die Sendener Gemeindekasse entstandene Schaden dürfte sich in sehr engen Grenzen halten. Im Zuge des laufenden Insolvenzverfahren stand die Frage im Raum, in wie weit die Gemeinde finanziell betroffen ist – etwa durch eine Bürgschaft. Recherchen der Gemeindeverwaltung hätten ergeben, „dass für den vor 30 Jahren gegründeten Verein ,Modell Senden‘ keine Bürgschaften geleistet worden sind“, berichtete Fachbereichsleiter Holger Bothur auf WN-Anfrage. Auch sonst bestünden keine Verpflichtungen des Vereins gegenüber der Gemeinde: „Wir sind Vermieter der Immobile Industriestraße 7, an der das ,Zentrum Lenz‘ beheimatet war. Es gibt keine offenen Mietforderungen“, so der Fachbereichsleiter weiter. Gleichwohl bleibe die Gemeinde wohl auf den Kosten für die Entrümpelung der Gebäude und die Entsorgung des Sperrmülls und anderer Abfälle hängen. Der Kostenrahmen werde geprüft, dürfte allerdings nicht allzu üppig ausfallen, da ein Teil der anfallenden Arbeiten durch „eigenes Personal“ erledigt werden könne.

Neben dem finanziellen Schaden sieht Bothur einen wesentlich schwerer wiegendes Aspekt der Pleite. „Mit dem Lenz geht uns in Senden ein sozialer Mehrwert verloren: die Betreuung von Arbeitslosen.“ Daher sei die Gemeinde in Kooperation mit dem Kreis Coesfeld auf der Suche nach einem neuen Träger, der Arbeitsqualifikationsmaßnahmen vor Ort in Senden für das Jobcenter durchführt. Ebenso sei es Wünschenswert, einen Träger für eine Möbelkammer und ein Sozialkaufhaus in Senden zu finden.

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