Lesung über „Fräulein Nette“
Keine Zierde für den Salon

Senden -

In ihrem Roman „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ nähert sich Karen Duve der Dichterin Annette von Droste Hülshoff an. Die Autorin liest auf Schloss Senden aus ihrem Werk.

Montag, 10.09.2018, 18:02 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 10.09.2018, 18:02 Uhr
Karen Duve liest am Freitag in Schloss Senden aus ihrem Annette-Roman.
Karen Duve liest am Freitag in Schloss Senden aus ihrem Annette-Roman. Foto: Kerstin Ahlrichs/Galiani Berlin

Karen Duve liest am Freitag (14. September) ab 19 Uhr auf dem Schloss Senden aus ihrem neuen Roman „Fräulein Nettes kurzer Sommer“. Im Rahmen der intermedialen Veranstaltungsreihe „Mit Droste im Glashaus“ zeichnet Duve an diesem Abend ein Bild von Annette von Droste-Hülshoff, das die weit verbreitete Vorstellung vom biedermeierlichen Freifräulein ins Wanken bringt.

Die Stimme zu laut, zu tief, dröhnt ungefragt in die Gespräche der Herrenrunden. Eine weibliche Meinung zu Kunst, zu Politik, zum Zeitgeschehen? Nein, Fräulein Nette ist wahrlich keine Zierde für den Salon. Sie übt sich nicht in Zurückhaltung, benimmt sich nicht wie die anderen Damen. Mit großen Schritten stapft sie durchs Gras, den Rocksaum klatschnass von Morgentau und Morast, den Hammer zum Klopfen von Versteinerungen am Gürtel. In der Schürze eine Sammlung von Steinen oder Pflanzen, je nachdem, ob gerade das Mineralisieren oder Botanisieren die größere Leidenschaft ist. Ach, und das Schreiben! Keine Beschäftigung für ein junges Freifräulein von Droste-Hülshoff…

Karen Duves „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ ist, so heißt es in der Pressemitteilung des Verlages, ein so lakonischer wie gnadenlos sezierender Roman über die junge Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und die Welt der letzten Romantiker, die deutsche Märchen sammeln, während die gute alte Ordnung um sie herum zerfällt.

Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt in der Märkischen Schweiz. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Romane „Regenroman“ (1999), „Dies ist kein Liebeslied“ (2005), „Die entführte Prinzessin“ (2005), „Taxi“ (2008) und „Macht“ (2016) waren Bestseller und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2011 erschien ihr Selbstversuch „Anständig essen“, 2014 die Streitschrift „Warum die Sache schiefgeht“. Die Verfilmung ihres Romans „Taxi“ kam im Sommer 2015 ins Kino.

Eine Einführung übernimmt Prof. Dr. Rita Morrien, Universität Paderborn. Der Eintritt beträgt acht Euro (ermäßigt: sechs Euro). Karten sind im Vorverkauf bei Bücher Schwalbe erhältlich.

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