Claudia Wulf und Andrea Sauer nähern sich Hans Christian Andersen
Märchenhaft innige Gefühle

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Dem Leben und Werk von Hans Christian Andersen näherten sich Claudia Wulf und Andrea Sauer (Piano) beim ihrem Rezitationsabend mit Musik an. Vortragskunst und Flügelspiel ergänzten sich und begeisterten die vielen Besucher im Sendener Rathaus.

Freitag, 14.09.2018, 17:08 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 13.09.2018, 13:52 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 14.09.2018, 17:08 Uhr
Brachten Leben und Werk von Hans Christian Andersen näher: Andrea Sauer (Piano, l.) und Claudia Wulf (Rezitation).
Brachten Leben und Werk von Hans Christian Andersen näher: Andrea Sauer (Piano, l.) und Claudia Wulf (Rezitation). Foto: Axel Engels

Für einige Stunden dem Alltag entfliehen in die Welt der Fantasie – dies schenkten am Mittwoch Claudia Wulf und Andrea Sauer den sehr vielen Besuchern ihres musikalisch-literarischen Abends, den sie dem Leben und Werk von Hans Christian Andersen gewidmet hatten. Zuerst einmal muss man den beiden Protagonistinnen dafür danken, dass sie solch einen innigen und abwechslungsreichen Abend zusammengestellt haben, schließlich ist Hans Christian Andersen ein sehr produktiver Schriftsteller gewesen, dementsprechend groß ist sein literarisches Oeuvres.

Wie schon bei ihrem Abend über Mascha Kaléko haben sie es wiederum geschafft, einen tiefen Einblick in das Denken und Fühlen dieses durch seine Märchen wohlbekannten Künstlers zu präsentieren. Gleichzeitig aber zeigten sie ihn noch von einer oftmals unbekannten Seite, denn seine Poesie ist vielen eben nicht so bekannt wie seine Märchen.

Claudia Wulf bot natürlich mit biographischen Daten einen kompetenten Einstieg, aber mit der ausdrucksstarken Rezitation einiger Gedichte bereicherte sie diesen Weg durch das Leben von Hans Christian Andersen um eine inspirierende Facette. Denn wenn sie „Das sterbende Kind“ in der Übersetzung von Ludolph Schley rezitierte, spürte man ihre eigene Ergriffenheit von den in Versen gekleideten tiefen Gefühlen.

Humoristisch eingefärbt und doch mit einer verborgenen Botschaft versehen erlebte man „Die Teekanne“ mit ihr in einer bewegenden Art. Der Ausspruch von Hans Christian Andersen „Das Leben ist das schönste Märchen, denn darin kommen wir selber vor“ zog sich wie ein roter Faden durch den ganzen Abend, von dem man keine Minute missen möchte.

Einen großen Anteil an der besonderen Atmosphäre dieser Einführung in das Leben und Werk von Hans Christian Andersen hatte die Pianistin Andrea Sauer. Sie hatte, dem Stimmungsgehalt der Lyrik folgend, einige Werke ausgesucht, die einfach bestens passten. Sie wählte aus der „Peer-Gynt-Suite Nr. 1 op. 46“ von Edvard Grieg das „Andante dolorose“ mit dem Titel „Aeses Tod“ sowie aus der „Peer-Gynt-Suite Nr. 2 op. 55“ das allseits bekannte „Solvejgs Lied“, deren einzelne Teile dann der Rezitation angepasst, einzeln mit inniger Melodieführung erklangen. Den Zusammenhang zur Romantik erlebte man in zwei Stücken aus den „Kinderszenen op. 15“ von Robert Schumann. „Von fremden Ländern und Menschen“ mit seiner eleganten Melodie über filigranen Begleitfiguren sowie die „Träumerei“ passten bei ihrer versierten Spielweise einfach bestens in diesen gefühlsvollen Abend.

Das Publikum war am Ende ganz begeistert von der Premiere dieser musikalisch-poetischen Lesung, die einen ganz neuen Zugang zu Hans Christian Andersen bot.

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