Boule-Freunde: Von der Holtruper Straße zur Stever
Adieu sagen voller Vorfreude

Senden -

Seit 20 Jahren gibt es die Boule-Freunde in Senden. Und genauso lange treffen sie sich auf dem alten Sportplatz an der Holtruper Straße. Die angestammte Fläche müssen sie aufgeben, weil dort das Altenpflegeheim gebaut wird.

Samstag, 15.09.2018, 07:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 07:00 Uhr
Präzisionssport mit schweren Kugeln: Die Boule-Freunde Senden treffen sich noch an der Holtruper Straße. Zum letzten Mal wurde dort das Sommerfest gefeiert.
Präzisionssport mit schweren Kugeln: Die Boule-Freunde Senden treffen sich noch an der Holtruper Straße. Zum letzten Mal wurde dort das Sommerfest gefeiert. Foto: Johannes Wunsch

Sie schieben keine ruhige Kugel – finden aber Ruhe. Entspannung und Ehrgeiz – das muss sich nicht ausschließen. Die Boule-Freunde Senden jedenfalls gehen mit sportlichem Eifer ans Werk, aber der Spaß und der gemeinsame Genuss stehen im Vordergrund. Wobei das Genießen, ebenso wie die Wurf-Kunst mit den Kugeln, ja auch in Frankreich seine Heimat hat – sofern das Klischee noch stimmt. Etwas Flair vom „Leben wie Gott in Frankreich“ wehte jetzt jedenfalls wieder über die Fläche am alten Holtruper Sportplatz, als dort mit Quiche, Salat, Baguette und Wein das alljährliche Boule-Fest gefeiert wurde. Zum letzten Mal!

Der Abschied von ihrer Heimstätte fällt den frankophilen Sendenern – die auch mal einen waschechten Franzosen in ihren Reihen begrüßen konnten – aber nicht schwer. Zwar treffen sich die Boule-Spielerinnen und -Spieler seit 20 Jahren auf dem Sportplatz, der nun bebaut wird. Doch ein neues Domizil ist schon in Sicht: Auf dem Schulhof der Geschwister-Scholl-Schule entsteht eine Fläche, die für den Boule-Sport aufbereitet wird. Eine Filet-Fläche – am Rande des Schulhofs und nahe der Stever. Vielleicht, so ein Gedanke des Boule-„Clubs“, schließen sich dann auch noch weitere Mitstreiter an, die der Jagd auf das Schweinchen, wie die Zielkugel genannt wird, frönen. In Teams treten die Spieler gegeneinander an, um mit ihrer Kugel möglichst nah am „Cochonnet“ zu landen.

An der Realschule steht ihnen dafür künftig ein kreisrundes Spielfeld mit 18 Metern Durchmesser, Bäumen und Sitzegelegenheit zur Verfügung. Grauer feiner Schotter in einer leichten Körnung, durch den Wasser versickert, bildet die Oberfläche, erklärt Beate Malsch, Architektin beim Bauamt, die als Projektleiterin der Schulhofumgestaltung fungiert. Bei der Schulleitung sei die Idee, ein Boule-Feld anzubieten, auf Zustimmung gestoßen, so Malsch weiter. Bis Ende des Jahres, so ihre Angaben, soll die Baumaßnahme beendet sein.

Angenehme Treffen mit Ulrike Machers und Bernd Stratmann bestätigt auch Werner Holtermann, einer der Initiatoren der Boule Freunde in Senden.

Mit Ehefrau Gisela Holtermann reist er seit Jahrzehnten nach Bedoin am Fuße des Mont Ventoux. Nicht nur Wein, der zu Hause auf Flaschen gezogen wird, zählte zu dem, was sich Werner Holtermann aus dem Urlaub bewahrte – sondern auch die Liebe zu Boule (oder Pétanque, wenn es wettkampforientierter gespielt wird).

Während der Sendener bei der Auswahl des Weins ein glückliches Händchen bewies, entpuppte es sich als wagemutig, in der zweiten Heimat Provence mit Einheimischen beim Boule an den Start zu gehen. Das Gefälle, so lässt Holtermann durchblicken, war beträchtlich. „Die werden mit Kugeln an den Händen geboren“, sagt er über die französischen Kollegen desselben Sports.

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Die Boule Freunde Senden treffen sich jeden Sonntag ab 11 Uhr an der Holtruper Straße. Neulinge sind willkommen.

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