Wienkamp-Erweiterung: Mehrheit im Ausschuss
Bauprojekt nimmt Hürde

Senden -

Das Bauprojekt „Erweiterung Wienkamp“ hat im Gemeindeentwicklungsausschuss eine Hürde genommen: Eine Mehrheit der Mandatsträger stimmte dafür, im laufenden Bauleitverfahren eine frühzeitige Beteiligung der Bürger und der Behörden einzuleiten. Strittig war, ob der Hochwasserschutz dort ausreicht.

Donnerstag, 20.09.2018, 20:32 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 20.09.2018, 20:32 Uhr
Auf diesem Acker sollen 14 Grundstücke für Einzel- oder Doppelhäuser mit ein bis zwei Wohneinheiten und zwei Mehrfamilienhäuser entstehen.
Auf diesem Acker sollen 14 Grundstücke für Einzel- oder Doppelhäuser mit ein bis zwei Wohneinheiten und zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Foto: di/Gemeinde Senden

Die Erweiterung des Wienkamps rückt näher. Nicht in riesigen Schritten. Doch wenn der bisherige Vorlauf betrachtet wird, dürfte das Vorhaben bereits den Endspurt erreicht haben. Im Gemeindeentwicklungsausschuss wurde am Dienstagabend entschieden, im Rahmen des laufenden Bauleitverfahrens die frühzeitige Beteiligung der Bürger und Behörden einzuleiten. Die Entscheidung fiel bei drei Nein-Stimmen, die die Vertreter von Grünen und UWG abgegeben haben.

Druck auf den „Speckgürtel“

„Wir sind froh, dass es los geht“, betonte Prof. Dr. Martin Lühder für die CDU-Fraktion. Denn: „In Senden wird Wohnraum gebraucht“, führte er weiter aus. Die enorme Nachfrage im Oberzentrum Münster „drückt auch in den Speckgürtel“, formulierte Lühder.

Uwe Kasten (FDP) pflichtete bei, dass der Wienkamp II eine „aus städtebaulicher Sicht sehr geeignete Fläche“ sei. Dieser Einschätzung folgte auch Georg Hülk (SPD), der allerdings monierte, dass ihm die Quote öffentlich geförderter Wohnungen zu gering ausfällt. Dr. Christian Vogdt hatte als Vertreter des Projektentwicklers von einem Anteil von 30 Prozent gesprochen, was sich aber nur auf die beiden Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohneinheiten bezieht.

Furcht bei Hochwasser und um Bäume

Philipp Scholz hieb in eine ähnliche Kerbe: Er habe sich eine kompaktere, „nicht so flächenfressende Bebauung“ gewünscht, sagte der Vertreter der Grünen. Die Ablehnung durch seine Fraktion begründete Scholz überdies mit Bedenken beim Hochwasserschutz: Nicht nur die rechtlich geforderten Abstände zur gefährdeten Linie nach der Bemessung der stärksten Regenereignisse der vorigen 100 Jahre sollten berücksichtigt werden. Vielmehr seien extremere Wetterlagen nicht mehr auszuschließen. Ein Kritikpunkt, auf den auch Thomas Hageney (UWG) pochte. Was die Gemeinde jedoch nicht gelten ließ: Die verlängerte Straße Wienkamp verlaufe auf einem Niveau, das auch dem Szenario „hq extrem“ gewappnet sei, beteuerte Beigeordneter Klaus Stephan. Denn diesem Straßenniveau müssten sich auch die Häuslebauer anpassen. Wer einen Keller möchte, müsse entsprechende bautechnische Vorkehrungen treffen. Stephan deutete überdies an, dass die Aufweitung des Dümmers eine Möglichkeit sein könnte, Hochwasserverläufe abzufedern.

Eine weitere Sorge von manchen Politikern und den Wienkamp-Anliegern, die einen Kahlschlag vor ihrer Haustür erlebt hatten: Die Bäume am Leinpfad könnten bedroht sein. Das Bauprojekt wahre ausreichend Abstand zu ihrem Schutz, hielt Alexander Fritz vom Planungsbüro Drees und Huesmann den Bedenken entgegen. Er stellte in der Sitzung den Bebauungsplanentwurf vor.

Keine Chance für Baustraße

Breiten Raum in der Debatte nahm das Thema Baustraße ein. Während Scholz, Kasten und Hageney diese als dringend nötig betrachteten, stuften die anderen Sprecher diese Bedeutung als weniger hoch ein. Eine solche Entlastungsverbindung sei zwar wünschenswert, doch: „Die Anwohner müssen einsehen, dass auch andere bauen wollen“, beschied Lühder.

Die Verwaltung hätte die Forderung einer Entlastung von Bauverkehr gerne erfüllt. Doch die Verhandlungen über den dafür notwendigen Grundstückserwerb scheiterten. „Aus eigentumsrechtlichen Gründen kommen wir nicht weiter“, bedauerte Bürgermeister Sebastian Täger. Er gab zu bedenken, dass die Gemeinde die Begleiterscheinungen, die mit der Erweiterung einhergehen, gerne verhindert hätte – indem die gesamte Wienkamp-Fläche in einem Guss geplant und bebaut worden wäre. Aber, und diese Einschätzung der Bezirksregierung liegt viele Jahre zurück, das ließ der damalige Regionalplan nicht zu.

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