„Glinka Trio“ glänzt beim Rathauskonzert
Musikgenuss erreicht höchstes Niveau

Senden -

Dem noch jungen „Glinka Trio“ dürfte noch eine große Karriere bevorstehen, lässt sich nach dem virtuosen Spiel erwarten, das die Gäste beim Rathauskonzert in Senden begeisterte.

Mittwoch, 26.09.2018, 16:56 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 24.09.2018, 17:45 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 26.09.2018, 16:56 Uhr
Das „Glika Trio“ überzeugte mit virtuoser Kammermusik beim Rathauskonzert.
Das „Glika Trio“ überzeugte mit virtuoser Kammermusik beim Rathauskonzert. Foto: Axel Engels

Passend zum Eröffnungswerk ihres Programms hat sich das „Glinka-Trio“ seinen Namen gewählt. Meriam Dercksen, Klarinette, Seif El Din Sherif , Klavier, und Peter Amann Fagott verwöhnten am Sonntag im Rahmen der Rathauskonzerte die vielen Liebhaber feinster Kammermusik, schenkten ihnen auf ganz hohem künstlerischen Niveau ein an positiven Überraschungen reiches Musikerlebnis. Aber vor dem musikalischen Genuss galt es erst einmal einem Mann zu danken, der so viel für die Reihe der Rathauskonzerte gemacht hat. Mit großem Engagement und Sachkenntnis hat der vor kurzem verstorbene Professor Heino Schubert einen großen Anteil an dieser weit über Senden bekannten Reihe.

In einer kurzen Ansprache erinnerte Kulturamtsleiter Günter Melchers an diesen allseits beliebten Künstler, würdigte seine Arbeit und wichtigen Impulse, die er auch nach seinem Ausscheiden aus dem offiziellen Organisatorenteam auf privater Ebene gab. Nach einer Schweigeminute betraten dann die drei Musiker das Podium, um

Mit dem „Trio Pathétique d-Moll“ eröffneten die Musiker ihr facettenreiches Programm. Schon im ersten Satz wurde deutlich, dass sich die drei in einem natürlich gewachsenen Dialog bestens ergänzten. Da stimmte einfach jedes noch so kleine Detail, wurde fern spieltechnischer Einschränkungen mit Sensibilität und Feingefühl musiziert. Michael Glinka gilt nicht umsonst als „Vater der russischen Musik“, der im Rahmen seines fast dreijährigen Italienaufenthalts bedeutende Kammermusikwerke geschaffen hat. Darin haben natürlich die mediterranen Einflüsse ihre Spuren hinterlassen und diese vom Belcanto bestimmte Melodiegestaltung kam im Spiel des „Glinka Trio“ wunderbar zum Vorschein. Seif El Din Sherif schuf mit feinster Pianistik den farbenreichen Grund, auf dem sich die von Miriam Dercksen und Peter Amann warm timbriert gespielten Melodien in all ihrer Schönheit entfalten konnten. Dieser positive Eindruck setzte sich fort bei dem „Kegelstatt Trio KV 498“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Hier bestachen Grazie und Anmut im langsamen Andante-Satz, Eleganz beim Menuetto sowie Spielfreude und Lebendigkeit beim Rondeaux. Mit ludwig van Beethovens „Gassenhauer Trio B-Dur für Klarinette, Fagott und Klavier op. 199“ ging es nach der Pause überaus unterhaltsam weiter. Stolz und gleichsam pathetisch erklang der erste Satz, den das „Glinka Trio“ wie vom Staub der Zeit befreit spielte. Sehr poetisch fassten die drei Musiker den langsamen Satz auf, bevor es mit wohl eingesetzter Virtuosität zum namensgebenden dritten Satz mit den 9 Variationen über das zu Beethovens Zeiten äußerst beliebte Thema „Pria ch’io l’impegno“ aus demJoseph Weigles Oper „L’amore marinaro“ ging. Für Begeisterung bei allen Konzertbesuchern sorgte auch am Ende „Worlds Beyong“ von Daniel Schyder. Modernere Kompositionen finden wohl immer ein aufgeschlossenes Publikum, wenn sie mit so viel Esprit und Leidenschaft gespielt werden. Der mittlerweile in New York lebende Schweizer Komponist hat in fünf Sätzen eine Brücke gebaut zwischen ganz unterschiedlichen musikalischen Welten. Klassische Elemente mischten sich mit Jazz, war sogar Raum für südamerikanische Rhythmen. Die Komposition machte einfach Spaß, war man einfach fasziniert von diesen in Musik gesetzten Stimmungsbilder. Das „Glinka Trio“ mag vielleicht erst am Anfang seiner Karriere sein, aber bei solch brillantem Spiel wird der Weg der drei Musiker sicherlich noch sehr weit führen.

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