Abriss und Neubau an Gettruper Straße
Tanzen und Handel sind Geschichte

Senden -

Der Bungalow, der zuletzt das „Möbelkontor“ beherbergte, und das benachbarte Wohnhaus sollen weichen. Auf dem etwa 2000 Quadratmeter großen Grundstück an der Gettruper Straße entsteht ein Wohnkomplex. Das kündigt der Architekt Markus Stutenkemper auf Anfrage der WN an.

Dienstag, 25.09.2018, 19:34 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 25.09.2018, 19:34 Uhr
Auf dieser historischen Postkarte finden sich Außen- und Innenansicht der Gaststätte „Zur Brücke“. Das markante Bauwerk, das dem Lokal den Namen gab, ist ebenso verewigt wie das Schloss.
Auf dieser historischen Postkarte finden sich Außen- und Innenansicht der Gaststätte „Zur Brücke“. Das markante Bauwerk, das dem Lokal den Namen gab, ist ebenso verewigt wie das Schloss. Foto: Rudi Pressel

Die Gaststätte „Zur Brücke“ ist längst Geschichte. Nun dauert es nicht mehr lange, bis auch das Gebäude, das das einstmals bekannte Lokal beherbergte, ebenfalls ein Kapitel in Sendens Historie wird. Der Bungalow und das angrenzende Wohnhaus weichen, wie kurz vermeldet, einem Neubauprojekt.

Bis der Abrissbagger anrückt, dauert es aber noch eine Weile. Architekt Markus Stutenkemper und die „Sendener Bauträger GmbH“ als Bauherr haben „ganz grob“ angepeilt, die Gebäude im kommenden Sommer einzuebnen. Dass auf insgesamt 2000 Quadratmetern ein reines Wohnprojekt entstehen soll, können die künftigen Eigentümer schon bestätigen. Eine konkrete Planung hat Stutenkemper aber noch nicht in der Schublade. Barrierefreiheit werde aber ein zentrales Thema sein, ebenso soll geprüft werden, ob und wie viel öffentlich geförderte Wohnungen an dieser Adresse entstehen könnten. Gewerbe ist dort jedenfalls nicht geplant, betont der Architekt, der den Bedarf an Wohnraum als hoch einstuft: „Die Nachfrage ist da.“

Die Noch-Eigentümer – die Übergabe soll zum 1. Oktober erfolgen – sind dabei, das verbleibende Sortiment des „Möbelkontors“ zu verkaufen. Am Freitag und Samstag (28./29. September) öffnet sich das Ladenlokal von 14 bis 18 Uhr beziehungsweise 10 bis 18 Uhr ein letztes Mal. Die Nachfrage sei hoch, stellten die Eigentümer fest, die per Aushang oder persönlicher Mitteilung auf die Verkaufstage hingewiesen hatten.

Etwa fünf bis sechs Jahre lang hatte der Verein Modell Senden dort angeboten, was nach Haushaltsauflösungen und handwerklicher Aufarbeitung in die Räume und Regale gelangt ist; zuvor war dort ein Lampengeschäft ansässig. Mit der Insolvenz des Vereins, der Arbeitslosen eine Perspektive schaffen wollte, endet das Thema Handel oder auch Gastronomie an diesem Standort. Es habe zwar Interessenten gegeben, die dort als Unternehmer auf Umsatz gehofft haben – marktgerechte Konditionen für die Immobilie wären dabei aber nicht offeriert worden, schildern die bisherigen Eigentümer.

Stoff für Anekdoten dürfte die gastronomische Geschichte des Gebäudes liefern. Denn die Lokalität habe Gäste aus einem weiteren Radius angezogen. „Zur Brücke“ war nicht etwa bloß Kaffeewirtschaft, sondern eine Gaststätte mit „Gesellschaftsräumen“ für bis zu 450 Personen, Fremdenzimmern und Kegelbahn. Bis in die 1970er Jahre sei ordentlich Party gemacht und getanzt worden, so eine Vertreterin der Eigentümerfamilie. Die Empore, auf der das Möbelkontor Weihnachtsartikel drapierte, diente demnach einstmals als Sektbar.

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