Kriterien für Grundstücksvergabe überarbeitet
Neue Regeln beim Run auf Flächen

Senden -

Den Traum von den eigenen vier Wänden hegen viele Familien. Doch während Bauland begehrt bleibt, sind die Flächen rar. Bei der Vergabe ihrer eigenen Parzellen legt die Gemeinde nun veränderte Kriterien zugrunde. Ein Grund für die neue Gewichtung ist, dass die alte Regelung nicht dem EU-Recht entsprach.

Donnerstag, 27.09.2018, 16:22 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 26.09.2018, 17:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 27.09.2018, 16:22 Uhr
Als Standort für Häuslebauer steht Senden hoch im Kurs. Vor allem Gemeinde-Grundstücke waren stets begehrt.
Als Standort für Häuslebauer steht Senden hoch im Kurs. Vor allem Gemeinde-Grundstücke waren stets begehrt. Foto: Dirk Frerichmann

Bauland bleibt begehrt. Und in Senden scheint der Run auf die Flächen besonders hoch zu sein. Allein für diesen Ortsteil stehen 750 Interessenten auf der Liste, die im Rathaus geführt wird. Darunter dürften zwar einige Karteileichen sein, die bereits eine Parzelle gefunden oder ihre Pläne geändert haben, wie Kämmerer Walter Hauschopp gegenüber den WN erklärt. Aber: Das ändert nichts daran, dass die Nachfrage um ein Vielfaches höher ausfällt als das Angebot. Die Frage, welcher Bewerber in Senden zum Zug kommt, wird jetzt neu geregelt.

Am heutigen Donnerstag entscheidet der Rat über die veränderten Kriterien bei der Grundstückvergabe. Alles spricht dafür, dass das Gemeindeparlament die Entscheidung des zuständigen Fachgremiums übernimmt: Im Haupt- und Finanzausschuss hatte das neue Vergabesystem am Dienstagabend eine einstimmige Mehrheit erhalten. Künftig ergeben unterschiedlich gewichtete Kriterien eine Punktzahl, die die Reihenfolge des Zugriffs bestimmt. Ein Grund, weshalb Senden, wie andere Kommunen auch, dieses Thema aufgegriffen hat, bestand darin, dass das bisherige Verfahren nicht im Einklang mit dem EU-Recht stand. Denn: Bewohner aus Senden waren, unzulässigerweise, bevorzugt worden.

Beim neuen System schlagen soziale Faktoren stärker durch. Viele Punkte (jeweils 15) lassen sich mit minderjährigen Kindern sammeln. Auch der Einsatz im Ehrenamt schlägt positiv zu Buche. Wer sich mindestens 100 Stunden pro Jahr für eine Hilfsorganisation wie Feuerwehr, DLRG oder DRK, die auch einen Sitz in Senden hat, engagiert, bekommt 15 Punkte gutgeschrieben. Für Auswärtige gilt, dass sie bekunden können, dass sie beispielsweise ihren „Job“ bei der Freiwilligen Feuerwehr ihres jetzigen Wohnortes auf den Löschzug in Senden verlagern wollen. Auch Übungsleiter oder Vorstandsmitglieder von Sportvereinen erhalten einen 15-Punkte-Bonus. Honoriert wird ebenfalls die Betreuung von schwerbehinderten oder pflegebedürftigen Familienmitgliedern. Sein Punktekonto verbessert überdies, wer seinen Arbeitsplatz in Senden hat oder Wohnraum, den er bisher in der Gemeinde nutzt, durchs Häuslebauen für andere Mieter zur Verfügung stellt.

Die neuen Kriterien gelten bereits für den Espelbusch – Vermarktung noch in diesem Jahr – und für die Huxburg, deren Baugrundstücke frühestens Ende 2019 angeboten werden, so der Kämmerer.

 

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