„Mit Droste im Glashaus“ auf Schloss Senden
Annettes Lyrik verlässt ihr gewohntes Korsett

Senden -

Texte, die Epochen überdauern: Die Lyrik von Annette von Droste-Hülshoff entfaltet als Sprechgesang von Babette Winter zum Dub-Sound der Senior Allstars eine ungewöhnliche Wirkung.

Freitag, 12.10.2018, 18:57 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 08.10.2018, 17:08 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 18:57 Uhr
Die Lyrik von Annette von Droste-Hülshoff entfaltet als Sprechgesang von Babette Winter zum Dub-Sound der Senior Allstars eine ungewöhnliche Wirkung.
Die Lyrik von Annette von Droste-Hülshoff entfaltet als Sprechgesang von Babette Winter zum Dub-Sound der Senior Allstars eine ungewöhnliche Wirkung. Foto: hha

In neonleuchtendes Scheinwerferlicht getaucht und in fast widersprüchlich erscheinender Harmonie mit Reggae-Beats lässt Babette Winter allein mit der Kraft ihrer Stimme Welten aus Poesie entstehen, die die Mauern von Schloss Senden erbeben lassen und dem Publikum einen Schauer über den Rücken jagen. Denn im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mit Droste im Glashaus“ erwachten die Werke von Annette von Droste-Hülshoff am Schloss Senden bei den Dub-Bässen der münsterischen Instrumentalband „The Senior Allstars“ und Winters Sprechgesang am Samstag zu neuem Leben – und begeisterten mit ihrer Aktualität im ungewöhnlichen Kontext die Zuschauer.

Kämpferisch, selbstbewusst und melancholisch: Stimmung und Themen der Gedichte und Novellen der Droste, die in der Burg Hülshoff als adeliger Spross aufwuchs, sind nicht die eines verwöhnten Edelfräuleins, sondern drehen sich um Freiheitssehnsucht, religiöse Zweifel und die Unterdrückung der Frau. Ihr Ausbrechen aus dem Korsett von Regeln und Konventionen ihrer Zeit, das deutlich wurde an Versen wie „Ich gehöre nicht zu den Frauen, die sich vor Freundschaften mit Männern fürchten“ und „Ich weiß auch, was es heißt, sich auf Leben und Tod mit dem Schicksal herum zu schlagen“, setzten die „Senior Allstars“ und Spoken-Word- Künstlerin Winter stimmgewaltig und eindringlich mit Schlagzeug, Gitarre, Bass und Keyboard in Szene. Mit Jubelrufen und Beifallsstürmen belohnt wurden sie von dem enthusiastischen, wenn auch nicht zahlreich erschienenen Publikum.

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