Tag der offenen Tür im Mennoniten-Gemeindezentrum
Mut und Zusammenhalt tragen Früchte

Senden -

Nahezu ausschließlich in Eigenleistung wurde das Gemeindezentrum der Mennoniten Brüdergemeinschaft errichtet, das beim Tag der offenen Tür vorgestellt worden ist. Die Möglichkeit, das Bethaus der christlichen Glaubensgemeinschaft kennen zu lernen, wurde rege genutzt.

Dienstag, 23.10.2018, 09:52 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 21.10.2018, 12:50 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 23.10.2018, 09:52 Uhr
Regen Gebrauch machte die Bevölkerung am Samstag von der Möglichkeit, das neue Bethaus der Mennoniten Brüdergemeinde am Rande des Wohngebietes Wienkamp zu besichtigen.
Regen Gebrauch machte die Bevölkerung am Samstag von der Möglichkeit, das neue Bethaus der Mennoniten Brüdergemeinde am Rande des Wohngebietes Wienkamp zu besichtigen. Foto: ure

Wenn Alfons Hues sich fühlt wie Angela Merkel während einer Privataudienz beim Papst . . . Dann kann man sich vorstellen, welch großen Eindruck die Brüdergemeinde der Mennoniten auf den stellvertretenden Bürgermeister Sendens gemacht hat. Bei seinem ersten Kontakt mit diesen Christen vor etlichen Jahren in deren Warendorfer Zentrum imponierte ihm deren Wirken zutiefst. „Ich war hin und weg“, so schilderte er am Samstag beim Tag der offenen Tür im neu errichteten Bethaus an der Mühlenstraße sein damaliges Empfinden.

Die Arbeit mit jungen Menschen und wie ihnen geholfen wird „mit Blick auf die Gefährlichkeiten, welche in der Gesellschaft auf sie einströmen“, das habe ihn beeindruckt, ergänzte Hues. So sei es für ihn erschreckend, „wie Menschen ohne zu überlegen in den sozialen Medien diskreditiert werden“. Gerade in Zeiten, in denen die Sinnhaftigkeit der Kirchen zunehmend in Frage gestellt werde, sei die Mennoniten Brüdergemeinde „ein Leuchtturm für den Glauben hier in Senden“.

Das Gemeinsame von ganz Jung bis ganz Alt, welches hier praktiziert werde und woran er mittlerweile regelmäßig bei den adventlichen Feiern teilhaben dürfe, stellt in den Augen von Hues ein Markenzeichen der Mennoniten dar. „Und davor ziehe ich meinen Hut.“

Und davor ziehe ich meinen Hut.

Alfons Hues, stellvertretender Bürgermeister Sendens

Seine Wertschätzung war dem Vertreter von Politik und Rathaus deutlich anzumerken. Dabei würdigte er auch, dass die Türen für die Sendener Bevölkerung jederzeit offen stehen. Besucher sind im Gottesdienst herzlich willkommen, so stand es bereits fettgedruckt auf der Einladung, und wurde am Samstag vom Jugendwart Andreas Sudermann wiederholt. Und dies gelte für Menschen aus allen Nationen.

Der Tag der offenen Tür wurde vom Orchester der Mennoniten mitgestaltet.

Der Tag der offenen Tür wurde vom Orchester der Mennoniten mitgestaltet. Foto: ure

Pfarrer Stefan Benecke von der evangelischen Kirchengemeinde war angetan von der tiefen inneren Überzeugung der Mennoniten. „Immer, wenn ich hier vorbeigefahren bin, habe ich gestaunt, was mit ehrenamtlichem Engagement alles bewerkstelligt werden kann“. Dabei zielte er auf den Umstand ab, dass das gesamte Gebäude mit seiner rund 800 Quadratmeter großen Nutzfläche bei Kosten von 800 000 Euro nahezu ausschließlich in Eigenleistung errichtet worden ist.

Und das in unwahrscheinlich kurzer Zeit. Der erste Spatenstich lag fast genau zwei Jahre zurück am 19. Oktober 2016. Seither wurde dort von morgens früh bis abends spät in die Hände gespuckt, wovor auch Altbürgermeister Alfred Holz bei einer anschließenden Besichtigung Respekt zollte. Aber immer, wenn man der Brudergemeinde zu ihrem Fleiß gratulieren will, reagiert diese mit großer Demut, wie es Pfarrer Benecke in seiner Ansprache schilderte. „Nein, der Herr hat es getan“, bekomme er dann stets zu hören.

Dies wurde von dem Vorsitzenden der Mennonitengemeinde, Klaus Lammert, während der Feier eindrucksvoll unterstrichen. „Wenn wir das alleine aus eigener Kraft machen sollten, so würden wir zehn Jahre brauchen. Kraft, Mut und Zusammenhalt, die uns Gott geschenkt hat, sind entscheidend gewesen.“ Deshalb könne nur er der Adressat von Dank und Gratulation sein.

Für die Zukunft wünschte sich Pfarrer Benecke, dass dieses „christliche Haus ein Ort der Gemeinschaft ist, wo man sich tröstet und ermutigt und entängstigt“. Denn das sei etwas, „was unsere Gesellschaft ganz besonders braucht, gerade in der aktuellen Zeit“.

Offiziell eingeweiht wird das Bethaus mit einem Festakt am Sonntag (28. Oktober) um 10 Uhr.

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