„Sicherheit durch Sichtbarkeit“: Startschuss in Senden
Vorbeugung senkt Risiken

Senden -

Der Startschuss für die Aktion Sicherheit durch Sichtbarkeit fiel in Senden. Seit 30 Jahren läuft die Vorbeugungsaktion im Kreis. Von ihrer Wirksamkeit sind ihre Beteiligten überzeugt. Sie trommeln dafür, dass sich die Risiken für Kinder im Verkehr verringern.

Mittwoch, 07.11.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 07.11.2018, 06:00 Uhr
Spannende Unterrichtsstunde für die 1b der Bonhoeffer-Grundschule: Zu Gast waren (hinten v.li.) Verkehrssicherheitsberaterin Stephanie Schlusemann, Sonja Frieling (Straßenverkehrsamt), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Hans-Jürgen Lobbe (Verkehrswacht) und Reinhard Dittrich (Leiter Verkehrsdienst Polizei Coesfeld). Schulleiter Michael Hiegemann und Klassenlehrerin Beatrix Denzel-Bannwitz würdigen die Präventionsarbeit. Um bleibende Erkenntnisse zu wecken, wurden die Kinder, die einen Reflektor erhielten, einbezogen.
Spannende Unterrichtsstunde für die 1b der Bonhoeffer-Grundschule: Zu Gast waren (hinten v.li.) Verkehrssicherheitsberaterin Stephanie Schlusemann, Sonja Frieling (Straßenverkehrsamt), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Hans-Jürgen Lobbe (Verkehrswacht) und Reinhard Dittrich (Leiter Verkehrsdienst Polizei Coesfeld). Schulleiter Michael Hiegemann und Klassenlehrerin Beatrix Denzel-Bannwitz würdigen die Präventionsarbeit. Um bleibende Erkenntnisse zu wecken, wurden die Kinder, die einen Reflektor erhielten, einbezogen. Foto: Polizei

Für die Klasse 1 b startete der Schultag besonders spannend. Denn in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule waren die Polizei und der „Chef des Kreises Coesfeld“, wie Dr. Christian Schulze Pellengahr begrüßt wurde, zu Gast. Für die Schützlinge von Lehrerin Beatrix Denzel-Bannwitz ging es aber nicht um Verbrecherjagd, sondern um etwas viel Wichtigeres: die eigene Sicherheit. Der Startschuss für die kreisweite Aktion „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ fiel in Senden.

Und sie begann passend zur dunklen Jahreszeit. Denn in dieser Phase ist es für die Erstklässler, die ihren Schulweg zu Fuß bewältigen, besonders wichtig, erkannt zu werden. An heller Kleidung und Reflektoren gehe in Herbst und Winter kein Weg vorbei, lautete der Appell von Polizei, Verkehrswacht und Kreisverwaltung, die bei dieser Präventionskampagne an einem Strang ziehen.

Erkenntnisse in Köpfen verankern

Damit sich diese Erkenntnis tief in den Köpfen der Kinder verankert, vermittelte Verkehrssicherheitsberaterin Stephanie Schlusemann ihre Botschaft mit einer Geschichte zum Mitfiebern und mit „Beweismitteln“. Die Polizistin erzählte zuerst die Erlebnisse der abenteuerlustigen Schmetterlinge Florian und Florinchen, von denen einer bei den Eskapaden durch Senden beinahe angefahren worden wäre. Weil er nicht so hell schillerte wie seine Freundin Florinchen. Beide Exemplare wurden von den Grundschülern anschließend mit farbigen Puzzlestücken zusammengesetzt. Um den Effekt im Straßenverkehr zu veranschaulichen, setzte Schlusemann die Taschenlampe im verdunkelten Klassenraum ein. Auch die Kleidung der Kinder wurde so auf ihre „Strahlkraft“ hin untersucht.

Alle Erstklässler erreichen

Alle rund 1940 Erstklässler der 35 Grundschulen im Kreis Coesfeld sollen in den kommenden Wochen im Rahmen der Präventionskampagneerreicht werden. Die Verkehrssicherheitsberater sowie Bezirksbeamte der Polizei im Kreis Coesfeld unterstützen Verkehrserziehung schon in Kindergärten und später in Grundschulen mit dem Projekt „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ sowie der Radfahrausbildung in Klasse drei.Im laufenden Jahr hat es im Kreis Coesfeld acht Schulwegunfälle gegeben. Sechs Rad fahrende Kinder wurden bei den Unfällen verletzt. 2017 waren es 13 Schulwegunfälle (elf Fahrradunfälle).

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Dass die Kids, auch wenn sie größer werden, die erlebten Erkenntnisse bei der Kleidungswahl beherzigen, ist nicht sicher. Doch auch wenn „der Erfolg der Präventionsarbeit nicht direkt messbar“ sei, wie Reinhard Dittrich, Leiter des Verkehrsdienstes bei der Polizei Coesfeld erklärte – der Aufwand der Verkehrserziehung lohne sich aber auf jeden Fall, betonten die Behördenvertreter gegenüber den WN.

Unfallhäufung als Anlass für Aktion

Vor gut 30 Jahren wurde das Projekt „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ ins Leben gerufen, erinnert sich Hans-Jürgen Lobbe von der Verkehrswacht. Anlass war eine Häufung von Schulwegunfällen, blickt der pensionierte Polizeibeamte zurück, der von der Langzeitwirkung der Aktion überzeugt ist: „Kinder sind formbar. Wenn man ihnen beibringt, auf Sicherheit zu achten, werden sie sich auch als Jugendliche und Erwachsene entsprechend verhalten.“

Um dieses Ziel zu erreichen, falle aber den Eltern ebenfalls eine Schlüsselrolle zu. „Hier in Senden kommen viele Kinder mit Warnweste zur Schule, viele Radfahrer tragen Helme. Viele Eltern gehen hier mit gutem Beispiel voran, sind Vorbilder“, lobt Polizistin Stephanie Schlusemann in einer Mitteilung.

Dem pflichtet Michael Hiegemann, Leiter der Bonhoeffer-Schule, bei, der die Vorbeugungsaktion würdigt und selbst Warnwesten für Schüler akquiriert hat. Zur Vorbildfunktion gehöre nicht nur Kleidung und Helm, sondern auch das Verhalten im Verkehr.

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