„Hospiz trifft Schule“
Grundschüler begreifen das Leben mit dem Tod

Senden -

Sie lernten etwas über das Leben und zogen das Thema Trauer und Tod aus einer Tabuzone, in der es vielfach verharrt. Das Projekt „Hospiz trifft Schule“ wurde zum achten Mal in der Bonhoeffer-Schule auf die Beine gestellt.

Freitag, 09.11.2018, 16:48 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 15:56 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.11.2018, 16:48 Uhr
Vom Hospizkreis Senden begleiteten Angnes Finkenbrink, Andrea Wolthaus, Getrud Bäumer, Carola D´Amico und Maria Buß die Klasse 3 c der Bonhoefferschule mit Lehrer Jan Rutsch.
Vom Hospizkreis Senden begleiteten Angnes Finkenbrink, Andrea Wolthaus, Gertrud Bäumer, Carola D´Amico und Maria Buß die Klasse 3 c der Bonhoefferschule mit Lehrer Jan Rutsch. Foto: di

Das Thema ist oftmals mit einem Tabu belegt – schwappt aber dennoch auch in die Lebenswelt der Grundschüler hinein. Denn der Tod gehört zum Leben, lautet die Überzeugung des Hospizkreises Senden. Und mit ihrem Projekt „Hospiz trifft Schule“ fördern die Frauen dieses Kreises die Beschäftigung mit Aspekten wie Sterben, Tod und Trauer, vor denen Kinder sonst eher ferngehalten werden.

Sich einem Themenfeld auf kindgerechte Art und Weise zu nähern, das sich selbst für Erwachsene oft als heikel erweist – diese Möglichkeit hat auch Jan Rutsch, Lehrer der Klasse 3 c der Bonhoefferschule, gerne ergriffen. Erstmals. Die zuvor gehörte Einschätzung aus dem Kollegium – „das ist ein tolles Projekt“ – teilt nun auch der junge Pädagoge.

Drei Tage lang stand nur das Hospizkreisprojekt, das sich schrittweise über das Wachsen und Werden, Krankheit und Leid dem Thema Tod und Trauer näherte, auf dem Stundenplan. Eingebunden wurde eine Folge der Sendung „Willi will´s wissen“, breiter Raum wurde den Äußerungen der Schüler gegeben: Sei es in Gesprächen oder in Gestalt von Bildern. Darin setzten die Grundschüler beispielsweise ihre Vorstellung davon um, ob und wie sie es nach dem Tod mit den Menschen weitergeht.

Rutsch sah darin nicht nur die Möglichkeit, dass Kinder sich unbefangen mit einem elementaren Thema befassen können, sondern als Lehrer habe er auch viel über seine Schüler erfahren: „Sie haben sich geöffnet.“

Zum Abschluss des Projektes, das im nunmehr achten Jahr angeboten wurde, verließen die Schüler den Klassenraum und suchten den Waldfriedhof auf. Dort erfuhren sie etwas über unterschiedliche Bestattungsformen und hielten länger am Sternenfeld auf dem Waldfriedhof inne. Dass dort Eltern einen Anlaufpunkt für ihre Trauer über ein Kind finden, das vor der Geburt gestorben ist, berührte auch die Drittklässler.

Sie stellten Lichter auf, hielten sich an den Händen und sangen „Der Himmel geht über allen auf“. Navid und Ibrahim waren sich am Ende des Projektes einig: „Der Tod ist ein wichtiges Thema.“ Und Simone pflichtet bei: „Besonders der Besuch auf dem Friedhof war spannend.“

Zum Ausklang kamen auch die mit ins Boot, die zum Abschlussnachmittag eingeladen waren.

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