Globetrotter berichten am Herdfeuer 2
Radtour bis zum Nordkap

Ottmarsbocholt -

Wer im Urlaub Herausforderungen abseits ausgetretener Pfade sucht und sich dabei auch vor einer gewissen Einsamkeit nicht bange macht, der bekam am Freitagabend beim Herdfeuerabend des Heimatvereins Inspirationen für eine wahrlich spektakuläre Reise.

Montag, 19.11.2018, 16:26 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 18.11.2018, 16:24 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 19.11.2018, 16:26 Uhr
Beim Herdfeuerabend des Heimatvereins begeisterte Helmut Baumeister (rechts) mit einem Reisebericht über eine dreimonatige Radtour zum Nordkap. Der Münsteraner umrahmte seinen Vortrag mit Gitarrenmusik und plattdeutschen Liedern.
Beim Herdfeuerabend des Heimatvereins begeisterte Helmut Baumeister (rechts) mit einem Reisebericht über eine dreimonatige Radtour zum Nordkap. Der Münsteraner umrahmte seinen Vortrag mit Gitarrenmusik und plattdeutschen Liedern. Foto: ure

Wer im Urlaub Herausforderungen abseits ausgetretener Pfade sucht und sich dabei auch vor einer gewissen Einsamkeit nicht bange macht, der bekam am Freitagabend beim Herdfeuerabend des Heimatvereins Inspirationen für eine wahrlich spektakuläre Reise. Finnland und Norwegen mit dem Nordkap und der Mitternachtssonne: Um diese von unendlichen Wäldern geprägte Landschaft mit Leib und Seele genießen zu können, haben sich Helmut und Renate Baumeister drei Monate Zeit genommen. An die 5000 Kilometer legten die Münsteraner dabei auf dem Fahrradsattel zurück – und das ohne elektrische Unterstützung.

„Wo ist denn der Motor?“ lautete die spontane Frage von einem der 30 Zuhörer, als während des Vortrags ein Lichtbild die fahrbaren Untersätze des energiegeladenen Ehepaares zeigte. „Hier“, antwortete Helmut Baumeister, wobei der Pensionär, der im Januar 70 Jahre alt wird, auf seine Oberschenkel wies.

Von Mai bis August hatten sich die beiden eine in Helsinki startende Skandinavien-Tour vorgenommen, die ihnen körperlich vermutlich noch mehr abverlangt haben dürfte als ein Ultra-Marathon-Lauf. Aber das ist es, was der in seinem Berufsleben bei der Uni in der Kernphysik tätig Gewesene jetzt in seinem Ruhestand als Stimulans braucht. Wobei das Radfahren an sich für ihn gar nicht unbedingt das Entscheidende ist. „Die Begegnung mit den Menschen – welche in den extrem dünn besiedelten Ländern Skandinaviens allerdings kaum möglich war - und mit den Schätzen von Natur und Kultur, darauf kommt es uns letztlich an“. Im vergangenen Sommer unternahm man die achte Tour. Hatte man sich sonst meist in südliche Gefilde aufgemacht wie etwa dem Schwarzen Meer oder Sizilien mit dem lavaspuckenden Ätna, waren es in diesem Jahr die Verlockungen des nördlichsten Punkt Europas, der auf der Straße erreicht werden kann.

Da das Nordkap auf einer Insel liegt, ist dies erst durch einen 1999 eröffneten, 6870 Meter langen Unterwassertunnel überhaupt möglich geworden. An der tiefsten Stelle liegt er 212 Meter unter dem Meeresspiegel. Bei der Einfahrt mit atemberaubendem Gefälle von bis zu zehn Prozent, bei der Ausfahrt dann gleich starke Steigungen. Was müssen das für Gefühle sein? Angesichts dessen spielen die beiden Globetrotter mit dem Gedanken, die Reise noch einmal zu wiederholen. Dem Vernehmen nach sollen einzelne Zuhörer von den famosen Schilderungen so angesteckt geworden sein, dass sie dann am liebsten mitfahren würden. Allerdings: Ohne ein E-Bike hätten sie doch wohl arge Bedenken, ob sie das Pensum nicht überfordern würde.

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