Tagung und Informationsaustausch im Landhotel Sendes
Windkraftgegner führen viele Argumente ins Feld

Bösensell -

Auf ein großes Echo stieß die Einladung zu einer Informationstagung zum Thema Windkraft und Energiewende. Etwa 160 Zuhörer verfolgten im Landhotel Sendes die Ausführungen der Referenten verschiedener Fachrichtungen.

Dienstag, 27.11.2018, 12:42 Uhr aktualisiert: 27.11.2018, 17:18 Uhr
Auf große Resonanz stieß die Einladung zu Informationstagung zum Thema Windkraft, die im Landhotel Sendes stattgefunden hat.
Auf große Resonanz stieß die Einladung zu Informationstagung zum Thema Windkraft, die im Landhotel Sendes stattgefunden hat. Foto: Heiner Brinkmann, Borchen

Vor vollbesetztem Saal mit circa 160 Teilnehmern fand die Vortragstagung zum Thema Energiewende und Windkraft statt – die Resonanz verdeutlichte das große Bedürfnis nach Informationen. Das Vortragsangebot, so heißt es in der Pressemitteilung, traf den Nerv der Tagungsgäste, wie die Veranstalter der Bürgerinitiativen aus Greven, Nordkirchen und Lüdinghausen feststellen konnten.

Mehr Spielraum bei den Abstandsregelungen

In seinem Statement zur Begrüßung verdeutlichte der Landtagsabgeordnete Dietmar Brockes die aktuellen politischen Leitlinien der Landesregierung, um die Energiewende noch erfolgreich zu gestalten. Von besonderer Bedeutung seien die einzuhaltenden Abstände von Windenergieanlagen (WEA) zur Wohnbebauung (leider wohl nicht im Außenbereich), die Belastung durch Schall und Infraschall sowie der Schutz von Natur und Landschaft. Lösungsansätze der Landesregierung seien der Bundesregierung vorgelegt worden mit der Forderung der Wiedereinführung der Länderöffnungsklausel, um den Ländern mehr Spielraum für Abstandsregelungen zu gewähren und um die Vermeidung der Waldnutzung für WEA festzulegen sowie Privilegien von WEA im Außenbereich zu verändern.

Bedrohung von Tierarten und Schäden an Menschen

Ein wahres Feuerwerk an Argumenten gegen die Praxis der Stromerzeugung aus heute circa 30 000 Windkraftanlagen lieferte Prof. Dr. Werner Mathys aus Greven. Die Bilddokumentationen über veränderte und zerstörte Landschaften selbst in Naturschutz-Regionen als Folge einer verfehlten Energiepolitik ist von den Tagungsgästen betroffen zur Kenntnis genommen worden. Der von Teilen der Politik geforderte weitere Ausbau der WEA würde zu einer Industrialisierung mit existenzieller Bedrohung vieler geschützter Tierarten führen, wie der Referent mit Bildern getöteter Vögel und Fledermäuse und Anderer durch riesige Rotoren zeigen konnte. Der erzeugte Strom sei nicht mehr grün, sondern rot vom Blut unzähliger Lebewesen. Auch die Gesundheitsschädigungen vieler Menschen in der Nachbarschaft von WEA seien vielfach höher als angenommen und würden von Behörden und der Politik weitgehend ausgeblendet.

Zu den Referenten zählte Dietmar Brockes (MdL).

Zu den Referenten zählte Dietmar Brockes (MdL). Foto: Heiner Brinkmann, Borchen

Die extrem hohe Volatilität der Stromerzeugung mit WEA führe zu Belastungen der Netzstabilität. Auf zu erwartende Blackouts in der Stromversorgung würden sich Kommunen bereits durch Informationen und Maßnahmen vorbereiten. Besonders heftig kritisierte der Referent, dass zwei Systeme der Stromerzeugung parallel nebeneinander notwendig seien, um den Flatterstrom der WEA aufzufangen. Die derzeit vorhandenen 30.000 WEA würden auch nur 2,8 % des Gesamtenergieverbrauches und nur 16,3 % des Brutto-Stromverbrauches abdecken. Auch die Klimaschutzwirkung sei praktisch nicht gegeben, da in zehn Jahren die Emissionen an Kohlendioxid nicht hätten gesenkt werden können. Als trauriges Fazit stellt der Referent heraus, dass die exzessive Förderung der Windenergie und der Photovoltaik jede andere Innovation im Keim ersticke. Sinnvoller sei die Definition von Zielen durch die Politik und die Entwicklung notwendiger Technik den Ingenieuren und dem Wettbewerb zu überlassen. Auch der Bundesrechnungshof habe vor wenigen Wochen moniert, dass eine Steuerung des Generationenprojektes praktisch nicht stattfinde und der Ressourcenverbrauch beispiellos sei. Im Resümee seines Vortrages zeigt der Referent im Vorspann die aktuelle Kino-Dokumentation zum Ausbau der WEA „End of Landschaft – Wie Deutschland sein Gesicht verliert“ des Journalisten Jörg Rehmann. Die Resonanz der Teilnehmer zeigte großes Interesse an inhaltlichen Aussagen.

Bürgerproteste oftmals ohne Wirkung

Aus der Praxis der Ausweisung von Flächennutzungsplänen und der Genehmigung von WEA berichtet Hubertus Nolte aus Paderborn. Jede sechste Anlage in NRW sei im Kreis Paderborn gebaut worden mit weiter steigender Tendenz. Bilder zeigten die Konzentrationsdichte der Anlagen. Alle Bemühungen zur Steuerung des Ausbaues der Windenergie seien letztlich gescheitert, die Landschaften weitgehend zerstört, Bürgerproteste ohne Wirkung geblieben. Die Resignation in der Region sei groß, so heißt es in der Pressemitteilung weiter, die Planungshoheit der Kommunen bestehe kaum noch. In der Politik sei Doppelmoral verbreitet, die Stadt- und Gemeinderäte seien überfordert, die Ängste und Forderungen der Bürger blieben meist unberücksichtigt. Erstmalig sei aber ein Erfolg zu vermelden da eine Naturschutzorganisation aus Gründen des Artenschutzes erfolgreich gegen Baugenehmigungen für Windkraftanlagen geklagt habe.

Windkraft kollidiert mit dem Grundgesetz

Ob die Energiewende und der Ausbau der WEA die Anforderungen des Grundgesetzes erfüllen, ist Gegenstand der Ausführungen von Rechtsanwalt Große Hündfeld aus Münster. Ansatzpunkt sei der Artikel 20a des Grundgesetzes mit dem Verfassungsauftrag, die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere zu schützen. Dem Staat sei es grundsätzlich verboten zu schädigen, was die Verfassung ihm gebiete, so der Referent. So sei etwa die Klimaschutzwirkung der WEA gleich Null und damit entfalle dies Argument für die Genehmigung von Anlagen. Auch die Rodung von Waldflächen und die Tötung von Vögeln, Fledermäusen und anderen Tieren sei nach dem Gebot für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen nicht konform mit dem Grundgesetz.

Mit Interesse nahmen die Tagungsgäste zur Kenntnis, dass der Artikel 20 GG in einer großaufgelegten Aktion als Bollwerk gegen Auswüchse der Energiewende thematisiert werden soll.

Wie Klimazyklen Extremwetterlagen und Ozean- und Sonnenzyklen den Klimawandel im Laufe von Jahrtausenden beeinflusst haben, stellt Dr. Ludger Laurenz aus Münster vor. Die Variation der Sonnenaktivität und die Auslösung von Wärmephasen im Wechsel mit Kälteperioden durch Veränderungen der Temperatur der Meere und Ozeane sei Auslöser klimatischer Veränderungen, was der Referent auch durch Auswertungen der Daten der Klimastation Münster seit über 150 Jahren verdeutlichen konnte. Die Beweislage für den Klimawandel allein auf den Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre zu fokussieren greife viel zu kurz. Die Negativ-Kritik am Kohlendioxid sei unter dem Aspekt des CO2-Kreislaufes aus pflanzenbaulicher Sicht über den Aspekt der Biomasse-Ertragsbildung sowieso nicht nachvollziehbar, so der Referent.  

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