Aktion der KFD St. Laurentius vor der Sendener Pfarrkirche
Leuchtendes Zeichen gegen Missbrauch gesetzt

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Mit einer Klage-Andacht und einem Gebet haben Frauen der KFD vor St. Laurentiuskirche ein Zeichen gegen Missbrauch gesetzt. Bewusstes „Vor-der-Tür-Bleiben“ sollte Vertrauensverlust zum Ausdruck bringen und das Aufstehen der KFD gegen Verantwortliche dokumentieren, die jahrzehntelang durch Wegschauen, Schweigen und Vertuschen Missbrauch ermöglicht haben.

Donnerstag, 13.12.2018, 15:00 Uhr aktualisiert: 14.12.2018, 15:34 Uhr
Mit Lichtern in der Dunkelheit setzten die Teilnehmer der KFD-Kundgebung ein leuchtendes Zeichen gegen Missbrauch in der Katholischen Kirche.
Mit Lichtern in der Dunkelheit setzten die Teilnehmer der KFD-Kundgebung ein leuchtendes Zeichen gegen Missbrauch in der Katholischen Kirche. Foto: hha

Licht dringt ein – auch in dunkle Ritzen. Licht spendet warmen Schein der Hoffnung in Tagen, die erfüllt sind von Wut, Erschütterung und Fassungslosigkeit. Doch kann dieses Licht auch die tiefste Schwärze durchdringen und die Schatten vertreiben?

Es sei ein erster Schritt, und vor allem ein Aufbegehren und Klagen in Solidarität mit den Opfern, findet die KFD St. Laurentius. Denn zu lange sei Missbrauch in der Katholischen Kirche verschwiegen und vertuscht worden. Dass dem ein Ende gesetzt wird, forderten nun KFD-Frauen mit der Aktion „#MachtLichtAn“. Eine Klage-Andacht und ein gemeinsames Gebet begingen sie, doch keinen Fuß setzten die Frauen in die Kirche, geschlossen blieb am Mittwochabend das hölzerne Kirchenportal. „Viele wissen nicht mehr, ob sie noch zu dieser Kirche gehören wollen“, betonte Marianne Wieland, Teamsprecherin der KFD St. Laurentius. Bewusstes „Vor-der-Tür-Bleiben“ sollte nicht nur den Vertrauensverlust in den einst sicheren Hafen zum Ausdruck, sondern auch das Aufstehen der KFD gegen Verantwortliche, die jahrzehntelang durch Wegschauen, Schweigen und Vertuschen Missbrauch ermöglicht hätten.

Ratlosigkeit ist eines der vielen Gefühle, die die Mitglieder der Frauengemeinschaft in diesen Zeiten umtreiben, doch lähmen lassen wollen sie sich davon keineswegs: Mit Taschenlampen erleuchteten die knapp 20 Anwesenden, unter ihnen auch der ehemalige Pfarrer von St. Laurentius, Wilhelm Ausel, das Hauptportal der katholischen Pfarrkirche und setzten so ein Zeichen für Aufklärung des Missbrauchsskandals und umfassende Reformen der Institution.

An verschiedenen Orten in ganz Deutschland erhoben auch andere KFD-Gruppen ihre Stimmen und klagten die Gewalt und das Wegschauen an. Erneuerungen und Reformen, die veraltete Machtstrukturen hinwegfegen, fordert der KFD-Bundesverband von der Deutschen Bischofskonferenz.

Mit der Unterzeichnung von Postkarten schloss sich auch die Sendener Ortsgruppe diesen Forderungen an: Nicht nur die umfassende und transparente Aufklärung aller Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche und die Einsetzung unabhängiger Missbrauchsbeauftragter als Anlaufstelle für Opfer, sondern auch einen „verantwortungsbewussten und befreienden Umgang mit Körperlichkeit und Sexualität“ verlangen die Frauen. Vor allem aber wird eine strukturelle Revolution von innen erwartet: „Klerikal-autoritäre Machtstrukturen haben in unserer Kirche keinen Platz“, stellte Ulla Röttger im Namen der Anwesenden klar.

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