Gemeinde Senden zeichnet engagierten Einsatz für Flora und Fauna aus
Umweltschutz auf Beinen und Pfoten

Senden -

Die Gemeinde Senden den Umweltpreis an fünft Einzelpersonen und Gruppen vergeben. Mit einem Sonderpreis wurde die Weimaraner-Hündin Cheila ausgezeichnet.

Dienstag, 18.12.2018, 16:56 Uhr aktualisiert: 19.12.2018, 16:20 Uhr
Für ihren Einsatz wurde Anne Schulze Everding (vorne) mit dem ersten Platz des Umweltpreises belohnt. Ihre Weimaraner-Hündin Cheila erhielt als „Helferin auf vier Pfoten“ einen Sonderpreis.
Für ihren Einsatz wurde Anne Schulze Everding (vorne) mit dem ersten Platz des Umweltpreises belohnt. Ihre Weimaraner-Hündin Cheila erhielt als „Helferin auf vier Pfoten“ einen Sonderpreis. Foto: hha

Auf leisen Pfoten schleicht Cheila durch das Gebüsch, ihr hellgraues Fell verschmilzt mit den Schatten, ihre Beute hat sie fest im Blick, und gegen ihre gebleckten Lefzen hat niemand eine Chance: Die Weimaraner-Hündin erledigt in ihrem Stammrevier in der Venne alles, was ihr zwischen die Pfoten kommt – vor allem Müll. Denn als vierbeinige „Umweltpolizistin“ holt sie statt Stöckchen in der Natur zurückgelassenen Abfall und säubert so mit Frauchen Anne Schulze Everding die Wälder Sendens.

Geehrt wurde die Spürnase darum am Montagabend mit einem Sonderpreis im Rahmen des Sendener Umweltpreises. Mit dieser Auszeichnung ehrt die Gemeinde außergewöhnliches und vorbildhaftes Engagement für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. „Wir wollen besondere Vorbilder ehren, von denen man sich das ein oder andere abgucken kann“, lobte Bürgermeister Sebastian Täger den Einsatz der Umweltschützer.

Ihr Engagement fängt für viele der insgesamt fünf Preisträger schon direkt vor der Haustür an: Den heimischen Garten hegt und pflegt Cheilas Frauchen Anne Schulze Everding mit Liebe und Einsatz – und ganz ohne Chemie und Düngemittel. Dafür aber mit Unterstützung von vier fleißigen Schafen, die als natürliche Landschaftspfleger helfen, das 7,6 Quadratkilometer große Grundstück in Schuss zu halten. So finden Kleintiere und Insekten in einer Wildblumen- und Streuobstwiese und heimischen Sträuchern ein sicheres Zuhause. Belohnt wurde die leidenschaftliche Gärtnerin für diesen Beitrag zu Bewahrung der Artenvielfalt mit dem ersten Platz des Umweltpreises.

Ein Refugium für heimische Arten errichtete auch Karina Mildner in ihrem Garten im Herzen Sendens und verwandelte diesen nach und nach von einem reinen Ziergarten in ein naturnahes Paradies für heimische Arten. „Der hohe Grad an Engagement der Gartenbesitzerin ist hervorzuheben. Es handelt sich um einen nachahmenswerten Einzelbeitrag“, resümierte die Jury, bestehend aus Rolf Wiederkehr, Vorsitzender des Umweltausschusses, Agnes Wiesker, Werner Welslau und Eugen Kölker von den drei Heimatvereinen in der Gemeinde sowie Sendens Klimaschutzmanagerin Petra Volmerg. Ihren Treppchenplatz teilte sich Karina Mildner bei der Verleihung des Umweltpreises mit Anne Schulze Everding.

Auch jugendliches Engagement wurde bei der Preisverleihung im DRK-Heim ganz groß geschrieben: Für ihre Unterstützung der Vogelwelt durch das Bauen von Nistkästen aus Holzresten wurde der „Schülergruppe Schloss der Edith-Stein-Schule“ der dritte Preis verliehen. Abgeräumt hat auch die Geschwister-Scholl-Schule, die seit 25 Jahren mit der Fahrradtour „Bike Up“ beweist, dass Klassenfahrten auch fast CO-neutral Spaß bringen. Dafür wurde die Sendener Realschule mit einem Sonderpreis belohnt.

Den Gedanken der Nachhaltigkeit lebt außerdem die Sendener Familie Schmidt, die seit vielen Jahren im Ortskern mit Nistkästen einen Zufluchtsort für Schwalben bietet und dafür mit dem dritten Platz ausgezeichnet wurde.

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